Anne 2/2: Vorzeitiges Ende der Mission, Selbstfindung und Ausblick

In dieser zweiteiligen Interview-Serie erzählt Anne (Name geändert) von ihrer bewegenden Lebens- und Glaubensreise als HLT-Kirchenmitglied. Das Interview führte Guido.
Teil eins handelte von ihrer insgesamt positiv empfundenen Kindheit in der Kirche und ihrem Kampf mit dem Thema Sexualität als Jugendliche. Im Vorfeld ihrer Mission erleidet sie einen Missbrauch. Sie erzählt von ihrem ersten Tempelbesuch in Vorbereitung auf ihre Mission und was sie dabei empfunden hat.
Im vorliegenden Teil zwei, geht es um ihre zunächst aufbauende Erfahrung im Vollzeit-Missionsdienst in den USA, welcher dann eine dramatische Wendung vollzog und darin mündete, dass sie nach Hause geschickt wurde. Anne arbeitet ihre traumatischen Erfahrungen im Zusammenhang mit diesem Ereignis auf. Dann erzählt sie, was sie für ihr heutiges Leben aus diesen ganzen Erfahrungen gelernt hat und wie sich ihre Sicht auf die Kirche und den Glauben dadurch verändert hat.

Anne, im letzten Teil hatten wir davon berichtet, mit welchen Schwierigkeiten Du im Vorfeld auf Deine Mission zu kämpfen hattest. Diese wurden aber schließlich überwunden und Du bist tatsächlich auf Mission gegangen. Wie hast Du Deine Mission erlebt?

Ich war total gerne auf Mission! Das MTC habe ich jedoch als „Goldenen Käfig für Kleinkinder“ empfunden. Ich selbst war zu dem Zeitpunkt schon älter als die meisten anderen Missionare, die 18 oder 19 sind, und dementsprechend kamen mir viele dieser Regeln etwas albern vor. Manche haben sich aber noch sehr unreif verhalten, aber ich habe auch Menschen mit ein bisschen mehr Lebenserfahrung getroffen. Auf sie wirkten die Regeln auch teilweise übertrieben.

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„Dies ist meine Lehre“ – Die Entwicklung der mormonischen Theologie

Charles R. Harrell

Übersetzung des Epilogs des Buches, „This Is My Doctrine“ The Development of Mormon Theology von Charles R. Harrell, herausgegeben von Greg Kofford Books, 2011.

Deutsche Version von Folkhard Konietz. Der Übersetzer übernimmt die Verantwortung für die Übersetzung des Textes.

EPILOG

Obwohl sich die mormonische Theologie in vielfältiger Weise von anderen unterscheidet, so teilt sie doch das gleiche Erbe der Veränderung und der kulturellen Anpassung, welche für das frühe Christentum und der frühen israelischen Religion charakteristisch war. Judaismus, Christentum und Mormonismus, erschienen in Reihenfolge als inspirierte, neue Darlegungen der vorhergehenden theologischen Traditionen, jede von den zeitgenössischen Ideologien leihend (Konvergenz-Stadium) und die eigenen eigentümlichen Erweiterungen hinzufügend (Differentiationsstadium). Anfangs adoptierte der Mormonismus insbesondere evangelikale Lehren des frühen neunzehnten Jahrhunderts und begann bald selbst Lehren einzuführen, die nicht nur eigen waren, sondern in einigen Fällen von den orthodoxen Christen verachtet wurden.
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Anne 1/2: Kindheit und Jugend, Kirche als „Schutzraum“, Sexualität und Schuldgefühle, Missionsvorbereitung, Endowment

In dieser zweiteiligen Interview-Serie erzählt Anne (Name geändert) von ihrer bewegenden Lebens- und Glaubensreise als HLT-Kirchenmitglied. Das Interview führt Guido.
Teil eins handelt von ihrer insgesamt positiv empfundenen Kindheit in der Kirche und ihrem Kampf mit dem Thema Sexualität als Jugendliche. Im Vorfeld ihrer Mission erleidet sie einen Missbrauch. Sie erzählt von ihrem ersten Tempelbesuch in Vorbereitung auf ihre Mission und was sie dabei empfunden hat.
In Teil zwei, geht es um ihre zunächst aufbauende Erfahrung im Vollzeit-Missionsdienst in den USA, welcher dann eine dramatische Wendung vollzog und darin mündete, dass sie nach Hause geschickt wurde. Anne arbeitet ihre traumatischen Erfahrungen im Zusammenhang mit diesem Ereignis auf. Dann erzählt sie, was sie für ihr heutiges Leben aus diesen ganzen Erfahrungen gelernt hat und wie sich ihre Sicht auf die Kirche und den Glauben dadurch verändert hat.

Liebe Anne (Name geändert), danke dass Du uns über Deine Erfahrungen in der Kirche erzählen wirst. Zunächst einmal: Was sind Deine Beweggründe, dieses Interview zu geben?

Nach allem, was ich erlebt habe, sehe ich Offenheit und Direktheit in Bezug auf meinen Weg als wirksamstes Mittel für einen ganzheitlichen Diskurs im HLT-Universum. Ich bin mit meinen Erfahrungen und Ansichten nicht allein und gebe deshalb einer Gruppe eine Stimme. Anne 1/2: Kindheit und Jugend, Kirche als „Schutzraum“, Sexualität und Schuldgefühle, Missionsvorbereitung, Endowment weiterlesen

Wolkenstrahlen im HLT Kosmos

Hier und da durchbrechen bildschirmfoto-2016-11-19-um-11-51-26Sonnenstrahlen die dunklen Wolken. Stöbert man in der Schatztruhe der HLT Religion, stößt man unweigerlich auf kostbare Perlen. Sie liegen unter der Uniform des korrelierten Unterrichtsmaterials im Mainstream Mormonismus. Sie sind da, werden aber nicht wahrgenommen, sie sind zu sehen, und doch erkennt man ihre Schönheit oft nicht. Einmal entdeckt und ans Licht gehoben, schimmern sie in all ihrer Pracht. Dann erweitern sie die Seele, erleuchten den Verstand und verschaffen Frieden. Wolkenstrahlen im HLT Kosmos weiterlesen

Freie Diskussion: „Wohin wollen Sie gehen?“ – Elder Ballard’s Äußerung ggü. zweifelnden Mitgliedern

Elder Ballard machte in der bildschirmfoto-2016-11-06-um-11-04-33vergangenen Herbst-Generalkonferenz einen mittlerweile „berühmten“ und vielzitierten Kommentar:

„Sollte jemand von Ihnen im Glauben wanken, stelle ich Ihnen die gleiche Frage, die Petrus stellte: „Zu wem sollen [Sie] gehen?“ Wenn Sie beschließen, inaktiv zu werden oder die wiederhergestellte Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage zu verlassen, wohin wollen Sie gehen? Was gedenken Sie zu tun?“
(Quelle: lds.org)

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Freie Diskussion: HLT-Mitglied, dann Agnostiker oder Atheist – warum verbleiben vergleichsweise wenig Ex-Mormonen in einem christlichen Weltbild?

rausgehenBei diesem Beitrag handelt es sich um eine offene Diskussion, bei der jeder Leser zur aktiven Teilnahme per Kommentarfunktion (siehe unten) eingeladen ist. Es wurden verschiedene deutschsprachige Mormonen und Ex-Mormonen Facebook Communities eingeladen. Im Folgenden wird zunächst das Thema / die Fragestellung und meine eigene Antwort präsentiert.

Fragestellung/Thema

Ein Phänomen das ich durch einige Gespräche und Beobachtungen erfahren habe ist, dass wenn HLT-Mitglieder dem Glauben ihrer Kindheit den Rücken kehren, die Mehrheit Agnostiker oder Atheisten werden. Vergleichsweise wenige verbleiben aktiv in einem christlichen Weltbild oder schließen sich einer anderen christlichen Glaubensgemeinschaft an. Freie Diskussion: HLT-Mitglied, dann Agnostiker oder Atheist – warum verbleiben vergleichsweise wenig Ex-Mormonen in einem christlichen Weltbild? weiterlesen

Offener Brief zur Gottesdienstgestaltung

gemeindehausLiebe Hohe Räte, Pfahlpräsidenten und Gemeindeleiter,

zunächst möchte ich betonen dass ich mit meinen Worten eine gute Absicht verfolge und niemanden vor den Kopf stoßen möchte. Ich bin jedoch auch davon überzeugt, dass Organisationen von konstruktiver Kritik profitieren können.

Heute, am Sonntagmorgen, wo ja viele HLTs die Kirchenversammlungen besuchen, möchte ich mir ganz bewusst mal die Zeit nehmen, um von zu Hause aus einen Brief an Euch zu verfassen.

Die erste Nachricht des Tages die mich heute früh morgens erreichte, war von einer Facebook-Freundin, die von ihrem Besuch der Abendmahlsversammlung in Neuseeland erzählte. Das Thema der Hohe-Rats-Botschaft dort lautete: „Der angemessene Gebrauch der sozialen Medien“. Sie empfand die dann folgende Ansprache als einen Versuch, Informationen von Mitgliedern fernzuhalten und von einer bestimmten Nutzung des Internet abzuhalten und drückte ihre Gefühle darüber folgendermaßen aus:

„Ich bin der Versuche, meine Gedanken zu kontrollieren, sehr müde geworden.“

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Patrick Mason bei FairMormon: Der „Alles oder Nichts“-Mormonismus wird keinen Bestand haben

Patrick Mason, Author des neuen autorDeseret Book Titels Planted: Belief and Belonging in an Age of Doubt, sprach vor kurzem bei einer FairMormon-Konferenz erstaunlich authentisch über die aktuelle „Kulturkrise“ der HLT-Kirche im Umgang mit Zweifel. Er ging dabei auch auf den Brief an einen CES-Direktor, die Verantwortung der Kirche(-nkultur) für die Reaktionen zweifelnder Mitglieder und Prognosen für die Zukunft der Kirche ein. Hier die Übersetzung einiger Höhepunkte des Vortrags inkl. Zeitangaben der jeweiligen Stelle im Video: (Die Aufzeichnung selbst ist nur auf englisch vorhanden, aber ich empfehle, es komplett zu hören, denn vieles darin ist erfrischend authentisch und exzellent. Das bin ich von FairMormon-Konferenzen in letzter Zeit nicht gewohnt.)

12 Min. 6 Sek.
Der CES-Brief ist beispielhaft für diese „Alles oder Nichts“-Herangehensweise an das Thema Religion. Der Brief ist in gewisser Weise ein perfektes Spiegelbild der Version des Mormonismus auf die er reagiert. Jeremy Runnels mag den Brief geschrieben haben, aber es war eigentlich unvermeidbar, dass dies geschieht. Irgendjemand, irgendwann, irgendwo hätte diesen Brief geschrieben weil er eine offensichtliche Antwort auf einen gewissen Stil, Ton und Patrick Mason bei FairMormon: Der „Alles oder Nichts“-Mormonismus wird keinen Bestand haben weiterlesen

Mormon Stories Interview-Runde: Als „unorthodoxes“ Mitglied aktiv in der HLT-Kirche bleiben

Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Übersetzung einer englischsprachigen Interview Runde, moderiert von Dr. John Dehlin (Gründer der Open Stories Foundation und Mormon Stories), die ich mit seiner freundlichen Genehmigung ins Deutsche übersetzt habe.

Teilnehmer

  • Ph.D. Dan Wotherspoon13413029_961154687369_1018238158481698619_n (im Bild links): Aktives HLT-Mitglied, wohnhaft in Utah, Moderator / Interviewer „Mormon Matters – Podcast“
  • Ph.D. Gina Colvin: Aktives
    HLT-Mitglied aus Neuseeland, Moderatorin / Interviewerin „A Thoughtful Faith – Podcast“
  • Thomas McConkie: Wieder aktives HLT-Mitglied nach über 20 Jahren Buddhismus, Großneffe von Bruce R. McConkie, Autor des Buches „Navigating Mormon Faith Crisis: A Simple Developmental Map“

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Bestimmung von Wahrheit anhand von geistigen Gefühlen

Die wohl vorhersehbarsten Fragen, mit denen ich bisher in meiner Glaubensveränderungsphase von glaubenstreuen Mitgliedern und lokalen Kirchenführern konfrontiert wurde, lauten in etwa: „Hattest du nicht bereits ein Zeugnis bzw. eine geistige Bestätigung, dass die Kirche wahr ist?“ oder „Hast du nicht damals die Wahrheit der Kirche selbst gefühlt?“
Die Frage ob und wie man die Wahrheit oder Unwahrheit einer Kirche messen bzw. bestimmen kann ist für viele Betroffene aktueller denn je. In diesem Beitrag nun drei Rückfragen von mir an die oben erwähnten Kirchenmitglieder, die sich wundern warum Menschen wie ich auf die Methode der gefühlsbasierten Wahrheitsmessung nicht mehr vertrauen.

 

Drei Rückfragen an Kirchenmitglieder, die sich wundern warum andere nicht mehr auf die Wahrheitsmessung anhand von geistigen Gefühlen vertrauen

FRAGE NR. 1
Wenn viele Gläubige anderer Kirchen behaupten, durch geistige Gefühle die alleinige Wahrheit ihres Glaubens erfahren zu haben….wie kannst Du so genau wissen, dass Deine eigene Eingebung bezüglich Deiner Religion die richtige ist? Wie kann ich sicher gehen, dass andersgläubige Anwender der Methode mit ihrer Schlussfolgerung falsch liegen aber Du als HLT richtig?

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