Apostel Dallin H. Oaks: „In der Regierung des Gottesreiches hat loyale Opposition keine Berechtigung“

Eine Aussage von Elder Dallin H. Oaks voBildschirmfoto 2016-05-30 um 19.17.04m Kollegium der Zwölf Apostel in der April-Generalkonferenz hat im Nachhinein einige Reaktionen und Diskussionen ausgelöst:

„In der heutigen Zeit scheinen die Kirche in ihrer göttlichen Mission und wir in unserem Privatleben auf immer größere Widerstände zu stoßen. Da die Kirche immer stärker wird und wir Mitglieder an Glauben und Gehorsam zunehmen, verstärkt vielleicht auch der Satan seinen Widerstand, damit es für uns auch weiterhin ‚in allen Dingen einen Gegensatz gibt‘. Mancher Widerstand kommt sogar von Mitgliedern der Kirche. Einige widersetzen sich mit eigenen Gedanken oder ihrer eigenen Weisheit prophetischem Rat und beanspruchen dafür ein Etikett, das aus der Politik stammt, nämlich das der ‚loyalen Opposition‘. Ein solches Konzept mag in einer Demokratie angebracht sein, in der Regierung des Gottesreiches aber, wo man zwar Fragen schätzt, aber keinen Widerstand, hat es keine Berechtigung (siehe Matthäus 26:24).“ Quelle: lds.org

Dass Elder Oaks die Äußerung andersgeltender Meinungen in der Kirche für unberechtigt hält, wundert mich eigentlich nicht. Von ihm stammt ja auch der Satz,

„Es ist falsch, Kirchenführer zu kritisieren, selbst wenn man mit der Kritik richtig liegt.“ Quelle: PBS Dokumentarfilm

Was mich aber an seiner neuen Aussage ein wenig schockiert, ist die im Zitat von ihm nachgeschobene Schriftstelle. In Vers 24 im 26. Kapitel des Matthäus-Evangeliums heißt es:

„Der Menschensohn muss zwar seinen Weg gehen, wie die Schrift über ihn sagt. Doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird. Für ihn wäre es besser, wenn er nie geboren wäre.“

Im nachfolgenden Vers 25 geht es um Judas und seinen Verrat an Christus.

Für mich tun sich in diesem Zusammenhang mehrere Fragen auf:

  1. Bedeutet dies, dass Elder Oaks die Äußerung einer von Kirchenführern abweichenden Meinung mit einem Verrat an Christus gleichsetzt?
    Es macht mir ein wenig Sorgen, wenn das der Fall wäre, denn ich kenne viele gute Menschen, die hin und wieder mal nicht einverstanden sind mit dem was Elder Oaks oder andere Kirchenführer sagen. Der Gedanke dass all diese damit einen Verrat am Sohn Gottes betreiben ist mir aber noch nicht gekommen und ich finde es überhaupt gewagt, Christus da mit rein zu ziehen.
  2. Opposition bzw eine andersgeltende Meinung zu äußern hat in der Kirche keine Berechtigung, aber gilt das nur in Bezug auf offizielle Kirchenlehren und Heilige Schrift oder auch für sonstige Kirchenrichtlinien?
    War es demnach für Mitglieder die sich vergangenen November gegen die „Exklusionsrichtlinie für Homosexuelle“ ausgesprochen haben unberechtigt, dies zu tun oder wäre es evtl. sogar besser gewesen, dass sie nie geboren worden wären? Das würde dann auf sogar auf zahlreiche Bischöfe und Pfahlpräsidenten zutreffen, die der Kirche treu gedient haben, aber die neue Richtlinie nicht mit ihren grundlegendsten Evangeliumswerten in Einklang sahen und daher teilweise öffentlich bekannt gegeben haben, diese in ihren Gemeinden und Pfählen nicht umsetzen zu wollen.
  3. Ist diese Aussage von Elder Oaks in Harmonie mit sonstigen Kirchenlehren und Kirchenrichtlinien?
    In unseren Versammlungen haben wir beispielsweise die Möglichkeit, neu berufene Führer in ihrem Amt zu bestätigen, oder eben nicht. Wir können später unseren lokalen Führern sogar Gründe vorbringen, die für uns dagegen sprechen. Wir lehren als ganz wichtigen Grundsatz die Entscheidungsfreiheit und unterstützen auch die Gesetze unseres Landes, was in vielen Ländern Meinungsfreiheit einschließt.
    Wir kennen auch Aussagen von anderen Kirchenführern wie z.B. Brigham Young, der sagte „Die größte Angst, die ich habe ist wenn die Mitglieder dieser Kirche das was wir sagen als den Willen des Herrn akzeptieren, ohne zuerst darüber zu beten und ein Zeugnis in ihrem eigenen Herzen zu erhalten dass das, was wir sagen der Wille des Herrn ist.“ Warum würde Brigham Young so etwas sagen, wenn Mitglieder nie zu einer anderen Meinung kommen würden und diese sowieso nicht äußern können?
  4. Gab es nicht historisch gesehen bereits einige Fälle von loyaler Opposition, die gut und notwendig waren? Bspw. bzgl. der Lehren der „Adam-Gott-Theorie“ und „Blutsühne“, die von Brigham Young verkündet wurden?
    Brigham Young verkündete die Adam-Gott-Theorie in seiner Funktion als Prophet, Seher und Offenbarer nicht nur mehrfach in der Generalkonferenz, sondern unternahm auch Schritte, diese Lehre in die Endowment-Zeremonie im Tempel zu integrieren. Offensichtlich gab es aber wiederum andere, die nicht einverstanden waren und seine Lehre nicht fortführten. Würden wir obenstehende  offensichtlich falsche Lehren vielleicht immer noch verkünden, wenn jegliche loyale Opposition bereits für unberechtigt erklärt worden wäre? Angesichts dieser Beispiele: Woher können wir wissen, wo bei unseren Kirchenführern unfehlbare göttliche Offenbarung aufhört und wo der fehlbare menschliche Verstand beginnt?
  5. Kann es sein, dass mit solchen Aussagen Angst bei Mitgliedern geschürt werden soll, die authentische Zweifel und konstruktive Kritik äußern? 
    Ich persönlich habe diesen Eindruck und finde es aus mehreren Gründen bedenklich. Dadurch dass ich viel mit Menschen zu tun habe, die sich durch die Kirche marginalisiert fühlen, weiß ich um deren Ängste. Ich höre öfter von ihrer Angst, exkommuniziert zu werden; und auch wenn diese vielleicht gar nicht unmittelbar begründet sein mag, ist sie doch zahlreich in den Köpfen vorhanden. Ein aktuelles Beispiel für mich ist Sascha, der ein Interview gab, in dem er dies mehrfach erwähnte. Ist es evtl. schädlich für unsere Gemeinschaft, dass wir solche eine Angst haben, uns frei zu äußern?

Ich selbst bin offensichtlich nicht so ganz glücklich mit der Aussage von Elder Dallin H. Oaks, wäre aber durchaus froh, Antworten auf meine Fragen zu erhalten oder mir anzuhören warum ich mit meinen Fragen/Bedenken falsch liege. Lieber Leser, schreibe Deine Meinung also gerne in einen Kommentar und ich verspreche, dass ich mich damit auseinander setzen werde.

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Naomi
Naomi
4 Jahre her

Hallo Guido! Zu Frage 4 habe ich jetzt eine Frage. Was ist die „Adam-Gott-Theorie“ und was ist mit Blutsühne gemeint? Ich kann mich nicht erinnern, davon irgendwann gehört zu haben.
Zu Brigham Young allgemein habe ich eine sehr gespaltene Meinung, gerade die Aussagen, die er im Zusammenhang mit dunkelhäutigen Menschen getroffen hat. Wobei ich auch immer versuche, den kulturhistorischen Kontext zu suchen bei den Aussagen der Apostel und Propheten.
Zu Elder Oaks selbst… ich denke, wir dürfen uns eine eigene Meinung bilden, auch wenn wir nicht mit den Aussagen der Apostel und Propheten konform gehen. Aber da darf dann unsere „Arbeit“ nicht aufhören. Weiteres Gebet und Studium der Schriften halte ich für notwendig, um ein grösseres Verständnis für die Aussage zu bekommen und vielleicht mit dem grösseren Verständnis dann eine Einigkeit zu finden in Bezug auf die Aussagen der Apostel.
Im November, als die neue Richtlinie zu den Kindern von homosexuellen Paare kam, war ich erstmal schockiert! Auf Facebook gab es viel Unruhe unter den Mitgliedern. Ich habe für mich versucht, eine Antwort zu finden und zu verstehen, warum diese Richtlinie so ist, wie sie ist. Ich bin noch immer nicht am Ende und habe keine entgültige Antwort gefunden, aber inzwischen komme ich mit dieser Richtlinie etwas besser klar. (Ich hoffe, das war jetzt nicht zu wirr…)

Naomi
Naomi
4 Jahre her
Reply to  Guido

Ja, ich bin des Englischen mächtig. Von der Adam-Gott-Doktrin hatte ich noch nie gehört. Aber die macht auch für mich überhaupt keinen Sinn. Michael/Adam hat doch Christus geholfen, im Auftrage von Elohim, die Erde zu erschaffen. Wie kann Michael/Adam dann gleichzeitig Elohim sein??
Den Rest muss ich mir mal in Ruhe nochmal durchlesen. Danke auf jeden Fall für die Links!!!

Naomi
Naomi
4 Jahre her
Reply to  Guido

Hallo Guido! Zu Punkt 1: Das erste, was ich hörte/las war „Die Kinder von homosexuellen Paaren dürfen nicht getauft werden“. Mein erster Gedanke war: „Wie bitte?? Es heisst doch in der Schrift, dass die Kinder zu Christus kommen sollen und dass die Kinder nicht durch die Sünde/Lebensstil der Eltern irgendwelcher Segnungen beraubt werden dürfen.“ Ich war entsetzt und musste das erstmal verdauen. Dann habe ich einiges gelesen, von Kirchenführern und von homosexuellen Paaren. Eine Erklärung, die ich gefunden habe war, dass die Kinder nicht in einen Konflikt zwischen dem, was in der Kirche gelehrt wird und den Bündnissen, die sie durch die Taufe schliessen würden und dem Lebensstil ihrer Eltern geraten sollen. Und wenn sie sich später zur Taufe entschliessen (und allen anderen Bündnissen, die folgen), werden sie die Segnungen ja trotzdem geniessen können. Leider erst später. Ich finde diese Richtlinie immer noch schwierig zu verstehen, weil ich auch das „Warum“ noch nicht wirklich nachvollziehen kann. Homosexuelle können ja trotz allem ein Zeugnis haben. Und inzwischen weiss ich sicher, dass auch die Apostel und Propheten nicht auf alles eine Antwort haben. Woher kommt Homosexualität? Ist sie anerzogen oder vererbt? Mit welcher Begründung hatten Schwarze bis 1978 das Priestertum nicht? Wie kann ein Apostel jahrelang in Polygamie leben (1943, Elder Lyman) und trotzdem als Apostel berufen werden? Sind die, die die Berufung aussprechen nicht inspiriert? Zu Punkt 2: Ich glaube, ich habe mich nicht richtig ausgedrückt. Ich meine nicht, dass wir solange beten und studieren sollen, bis wir zu allem „Ja… Weiterlesen »

Alexandra
Alexandra
4 Jahre her

Fuer mich ist eines sehr entscheidend. – Man kann anderer Meinung sein, aber trotzdem die Kirchenfuehrer als von Gott berufen anerkennen, aber wenn es um Opposition geht, bedeutet es IMMER ein nicht anerkennen der Fuehrer der Kirche, sie zu attackieren und die Kirche des Herrn als solche in Frage zu stellen und das ist es, wovon Elder Oaks hier spricht. Wie Elder Oaks sagte…man kann nicht auf alles eine Antwort finden, und wie ich versuche immer herauszustellen, man kann Schwierigkeiten haben eine Entscheidung zu verstehen, aber letztendlich ist es wichtig, sich auf sein Fundament zu stuetzen – das, wovon der Heilige Geist uns Zeugnis gegeben hat. Denn was einmal wahr war, bleibt wahr. In dem Moment, wo man den Geist des Streites hat und in offene Opposition geht, kann einen der Heilige Geist nicht mehr erreichen und man bleibt seiner eigenen Logik ausgesetzt. – Offen sein fuer den Geist des Herrn, damit er einem Antworten geben kann, bedeutet den Richterspruch in die Haende des Herrn zu legen und glaubensvoll im Werk des Herrn vorwaerts zu schreiten…ihn als die Instanz anzuerkennen, die ueber alles entscheidet. Wie gesagt… es ist nicht die Rede von Glaubensschwierigkeiten, Zweifeln, die einen ueberkommen moegen zwischendurch auf seinem Weg und von dem inneren Ringen, um besseres Verstaendnis und Klarheit, sowie Einsich, die wir vom Herrn erhoffen. – Ich fuehle mich in keinster Weise attackiert von seinen Aussagen. Trotzallem bleibt die Verantwortung in meiner Hand, persoenliche Offenbarungen von Gott zu erhalten und mich nicht auf das Zeugnis eines… Weiterlesen »

Naomi
Naomi
4 Jahre her
Reply to  Alexandra

Vielen Dank! So sehe ich das auch, ich hoffe, das ist in meinem ersten Kommentar irgendwie rüber gekommen.
Wobei ich schon mal gesagt bekommen habe, dass man nicht über einen neuen Bischof (z.B.) beten soll (oder neuer Prophet oder wer auch sonst berufen ist), weil man ja dann denjenigen in Frage stellt, der die Berufung ausgesprochen hat… oder wenn man einmal ein Zeugnis von etwas empfangen hat, dann soll man nicht nochmal fragen…

Alexandra
Alexandra
4 Jahre her
Reply to  Naomi

Eigentlich gibt es nicht so etwas wie loyale Opposition. – Das ist ein Widerspruch in sich. 😉
Wie Naomi sagte… Es liegt nicht an uns eine Berufung anzuzweifeln und ich muss nicht darueber beten, denn es liegt in der Verantwortung dessen, der die Schluessel fuer diese Berufung hat. – Er ist dem Herrn rechenschaft schuldig und er tragt die Verantwortung in dieser Aufgabe.
Wenn jemand bestimmte Dinge nicht glauben kann, weil er kein Zeugnis davon hat, oder sein Glaube ins Schwanken gekommen ist, weil sein Glaube keinen festen Grund hatte und eher darauf basierte was andere lehrten und er dies angenommen hat, so wird er wenn er aber ein Zeugnis von der wiederhergestellten Kirche hat, sich bemuehen auch davon ein Zeugnis zu erlangen nehme ich mal an. – Dies haette jedoch nichts mit Opposition zu tun.

Alexandra
Alexandra
4 Jahre her
Reply to  Alexandra

Entschuldigung… Gerade lese ich deinern Kommentar nochmal Naomi. – Wenn du glaubtest von etwas ein Zeugnis zu haben, aber es ins Wanken gekommen, dann kannst du natuerlich wieder zum Herrn gehen und ihn erneut bitten und er wird dir Antwort geben. 🙂 …Vielleicht eine Antwort, wo er dich an etwas erinnert…siehe LUB 6 glaube ich. 😉
Es besteht in der Tat eigentlich ein Widerspruch zu glauben, dass dies die Kirche des Herrn ist, aber andererseits anzuzweifeln, dass unser Prophet von Gott berufen wurde. – Aber…natuerlich koenntest du den Herrn auch darin um Hilfe bitten, wenn du davon kein Zeugnis hast und du ein Problem mit der Person haettest. Er koennte dir dein Herz oeffnen, wenn du ihn darum bittest und es dein Wunsch waere ein Zeugnis auch davon zu haben.
Aussagen wie… „Man soll nicht ueber eine Person, die eine Berufung inne hat beten“, sind deshalb eigentlich falsch..genauso wie die Aussage nicht mehr als einmal zu beten, um ein Zeugnis von ein und der selben Sache zu bekommen …Zweifel sind natuerlich und unser Zeugnis ist etwas was genaehrt werden muss wie ein Pflaenzchen, sonst verkuemmert es.
Angst kommt vom Widersacher und man muss keine Angst vor unserem Vater im Himmel haben.
Ich habe mehrmals schon um ein Zeugnis vom Buch Mormon z.b. gebetet. Der Herr hat mir keine Vorhaltungen gemacht. 🙂 …Wird er auch nicht machen…er will uns ja helfen unseren Unglauben zu ueberwinden, wann immer wir mit demuetigem, offenen Herzern uns an ihn wenden.

Reinhold Liboschik
Reinhold Liboschik
4 Jahre her
Reply to  Alexandra

Dein Zittat: Ich habe mehrmals schon um ein Zeugnis vom Buch Mormon z.b. gebetet. Der Herr hat mir keine Vorhaltungen gemacht. Ich möchte da ein wenig widersprechen. Ich denke das wir alle in laufe unserer Mitgliedschaft nach unserer Glaubenstärke Erkenntnisse und Zeugnisse bekommen. Es kann ja sein das die Macht der Zeugnisse von bestimmten Dingen unterschiedlich ausfällt. Im Gegensatz zu deinen Erfahrungen nochmals den Herrn um ein Zeugnis zu bitten von dem man es bereits duch den Hl. Geist erfahren hat das es Wahr und Echt ist, hatte ich persönlich genau das Gegenteil zu spüren bekommen.Ich sagt dir deshalb ganz ehrlich ich wurde ziemlich deutlich durch den Hl.Geist oder den Herrn zurechtgewiesen. Es war ein Schock für mich,den ich nie mehr vergessen werde.Ganz egal ob Menschen in der Kirche Fehler begehen, es ändert nichts an seinen persönlichen Offenbarungen die man durch den Hl.Geist bekommen hat. Sollen all die deutlichen und machtvollen Dinge die uns gezeigt wurden,allein deshalb unterfragt werden,weil wir eine Anweißung eines Dieners des Herrn nicht verstehen? Wie kann man dann den Tod verstehen oder die Sinntflut? Wie oft soll der Herr den noch zu einen Sprechen? Aber ich weiß auch das es davon abhängig ist wie stark man das zeugnis erfahren hat, deshalb können wir auch kein genaues Urteil abgeben. Nur bei mir war es anders und ich sehe gerade wegen dieser Erfahrung die Dinge etwas anders. Ich habe all das was ich zu Beginn meiner Bekehrung gehört habe,bereits als einen festen Bestandteil meiner eigenen Vorstellung von Gott… Weiterlesen »

Alexandra
Alexandra
4 Jahre her

Hallo Reinhold!
Es hat nicht nur was mit Glaubensstaerke zu tun, sondern auch mit dem Wesen des Menschen und mit seiner Psyche, die der Herr kennt.
Wie ich sehe, hast du vom Herrn die Antwort in der Spache bekommen, die du in dieser Situation am besten verstehen konntest, denn es hat dir ja geholfen. 😉

LuB 90:11
11 „….. Jedermann wird die Fülle des Evangeliums in seiner eigenen Zunge und in seiner eigenen Sprache vernehmen ….“

Ich habe ein grosses Zeugnis davon, dass der Herr uns bis ins letzte Kaemmerlein unseres Wesens kennt und GENAU weiss, WIE er zu uns sprechen muss. – Was fuer den einen hilfreich ist, kann fuer den andern kontraproduktiv oder sogar niederschmetternd sein.
Selbst wenn uns der Herr eimal zurecht weisen sollte, so wird er uns dennoch immer zeigen, wie sehr er uns liebt. – Ich persoenlich wurde noch nie zurechtgewiesen. Er hat eine andere Art mit mir zu reden… das heisst jedoch nicht, dass ich ein besserer Mensch bin. 😀

Alexandra
Alexandra
4 Jahre her

Zu Frage vier kann ich nur sagen, dass Kirchenfuehrer diese missverstaendliche Lehre korrigiert haben und nicht irgend jermand, der in Opposition dazu stand. Davon abgesehen bin ich davon ueberzeugt, dass es missverstaendlich war und man everntuell etwas daraus gemacht hat, was Brigham Young so nicht gesagt hat. Warscheinlich gab es wie oft grosse Unterschiede in der Auslegung, die zu dieser Irrlehre gefuehrt haben. …Ist schon zu lange her, dass ich es gelesen habe, um konkret darauf eingehen zu koennen, aber ich hatte es anders verstanden.
– Wenn du damals gelebt haettest und diese Lehre haette dir Schwierigkeiten bereitet, dann waer der richtige Weg gewesen zum Herrn zu gehen und zu sagen, dass du damit grosse Schwierigkeiten hast, aber du dennoch Brigham Young anerkennst, solange, bis es oeffentlich von dem, der die Schluessel inne hat, widerlegt und widerrufen wuerde oder bis dir der Herr die Augen oeffnet und du verstehen koenntest, was damit ausgesagt wurde. Es ware nicht als Opposition zu werten, nur wenn du mit der Lehre und dem Glauben Konflikte haettest, jedoch dann, wenn du Brighsm Young abgelehnt haettest, der diese Aussagen gemacht hatte, aufgrund deines Verstaendnisses,
Zu keiner Zeit bestand Zwang eine Lehre zu glauben. Der Unterschied liegt zwischen nicht glauben koennen, weil man kein Zeunis davon hat und Ablehnen.
Der Weg des Herrn wird nicht sein mir zu offenbaren, dass der Prophet in einer Lehre irrt, sondern er wird mir zur Antwort geben…hab Geduld… Es wird sich alles klaeren zu seiner Zeit.

Naomi
Naomi
4 Jahre her
Reply to  Alexandra

Danke! Sehe das genauso!

Henning
Henning
4 Jahre her

Ich finde es interessant, dass er selber die Politik als Referenz anspricht, denn das was er hier beschreibt wäre im politischen Sinne eine Diktatur. Das ist hoffentlich nicht sein Ernst, wenn selbst die loyale Opposition (ich deute es als konstruktive Kritik bei Anerkennung des Amtes) hier scharf verurteilt wird. In der Geschichte der Religionen gab es immer wieder Religionsführer, die sehr gefährliche Behauptungen aufgestellt haben, die mitunter viele Menschenleben gekostet haben. Es ist gut, dass es interne und externe Kritiker gab, die Druck von außen und innen ausgeübt haben. Die Liste der Grausamkeiten ist lang und vieles allgemein bekannt und auch als Irrlehre anerkannt. Auch die mormonischen Kirchenführer haben sich in der Vergangenheit mitunter massiv geirrt. Einige Lehren und Praktiken, wie Polyandrie, Polygamie, eindeutiger Rassismus etc. sind zwar gut dokumentiert, aber man soll nicht offen über diese Aussagen alter Propheten sprechen. Waren die Aussagen richtig, dann sollte es kein Problem sein diese offen anzusprechen. War diese Aussagen falsch, so frage ich mich warum die Propheten heute so sicher sind keine Fehlaussagen mehr zu machen? Eine Erklärung dazu habe ich nirgend finden können. Es gibt keine Methode Übernatürliches sicher zu prüfen. Der Methode des Heiligen Geistes vertrauen Gläubige ebenfalls nicht – sobald jemand Andersgläubiges eine widersprüchliche Erfahrung durch Vision oder den HG gemacht hat. Kaum eine Methode hat so viele Fehldeutungen hervorgebracht wie der Glaube. Jeder Mensch kann als Individuum oder in einer Gruppe Sinnestäuschungen unterliegen – an Überzeugung hat es leider nicht gemangelt bzw. ist das kein Indiz für die… Weiterlesen »

Sven-Chr.
Sven-Chr.
4 Jahre her
Reply to  Henning

Hallo, mensch, spannende Kommentare, ich freue mich über sowas! Ich persönlich sehe es sehr ähnlich wie Henning, nur über kritisches Denken kann man Fortschritt machen. Kirchenführer sind auch nur Menschen, auch sie haben Ecken und Kanten, ihren persönlichen Wissensstand, ihre ganz persönliche Hintergrundgeschichte. Wenn sie zum Bischof, Zweigpräsident, Apostel oder Prophet berufen werden, kommt nicht die große Erleuchtung und sie sind auf einmal fehlerlos, zumindest kann ich das nicht aus den Schriften entnehmen oder hat das, nach meinem Wissen, nie jemand behauptet. Für mich heißt das folgendes, sie sind ganz normale Menschen wie Du und ich, mit einem riesen Haufen Verantwortung auf ihren Schultern. Sie tragen ein Amt, welches nach meinem Glauben, bestimmte Rechte und Pflichten mit sich bringt. Ein Recht, oder Pflicht, ist es für bestimmte Bereiche Offenbarungen erhalten zu können. Und genau da setzt meine Pflicht ein, ich sollte nachfragen, oder anders ausgedrückt mir ein Zeugnis erarbeiten. Nach meinem Verständnis kann ich kein Zeugnis von irgendeinem Menschen haben, ich kann nur ein Zeugnis davon haben, dass er zu dem Amt berufen worden ist. Ich kann mir aber ein Zeugnis davon erarbeiten, dass das was er da verkündet, wirklich von Gott ist oder nicht. Klar, das bedeutet auch, dass ich sehr viel Zeit investiere um Zeugnisse zu erhalten, bis jetzt habe ich aber immer Zeugnisse erhalten, in welcher Form auch immer. Zum Punkt Opposition habe ich eine lustige Geschichte. Meine Frau hat mir die Stelle aus der Ansprache vorgelesen und ich sagte nur:“… stimme ich voll zu.“, was mir… Weiterlesen »

Henning
Henning
4 Jahre her
Reply to  Sven-Chr.

Ach, ich denke auch oft dass ich wirr schreibe – egal ist ja auch irgendwie ein wirres Thema ;-). Ja, es sind Menschen, aber ich finde es gefährlich, wenn sie nicht in erster Linie so betrachtet werden. Am Ende ist unsere Kommunikation natürlich immer eine Abstraktion (wie anhand der Opposiotion ja schon angesprochen) und genau weiß man nicht, was jemand mit seiner Aussage meint, aber hier sehe ich erstmal eine absolute Aussage. Das sehe ich schon als gefährlich, denn das Verständnis ist eigentlich das was zählt. Wenn Sender und Empfänger total auseinaderliegen, ist das keine gute Kommunikation und der Sender muss eigentlich korrigieren, damit keine üblen Missverständnisse entstehen. So sehe ich das auch mit alten Aussagen der Propheten – am Ende kann niemand ganz genau sagen was sie meinten, aber das Verständnis über ihre Aussagen entsprach lange genau dem was ich auch daraus lese – und das ist nicht immer positiv. Bezüglich des Zeugnisses habe ich ein wenig meine Probleme. Eine Kirche ist ein sehr komplexes System mit einigen überprüfbaren Systemelementen und Abhängigkeiten, eigener Logik etc. und ich halte hier erstmal eine analytische Sichtweise für angebrachter als eine spirituelle. Im Prinzip ist mir auch ein wenig egal, ob etwas offiziell ist oder „nur als Mensch“ (eine eindeutige Deffinition hierzu fehlt leider) gelehrt wird, sondern in erster Linie sollte das Verständnis zählen und bei Missverständnissen sollte halt korrigiert werden. Ich denke mir auch immer, dass die Vertreter Gottes keine Zweifel lassen sollten, wann sie in ihrem Amt sprechen und wann als… Weiterlesen »

Adelheid Schnell
Adelheid Schnell
4 Jahre her
Reply to  Guido

Wenn Jesus Christus der Weg und das Tor zum Reich Gottes ist, wieso machen sich dann Menschen mit irer eigenen Intoleranz zum Maßstab? Ein Prophet ist doch nur ein Prophet, wenn er im Namen Jesu Christi spricht, ebenso wie ein Apostel nur dann ein Apostel ist. Was sagt Jesus Christus selbst zur Opposition? Als Er verkündete: „Ich bin das Brot des Lebens“, haben viele opponiert und sind gegangen. „Wollt auch ihr gehen?“ fragte er seine Apostel. Und er hat sie belehrt, er hat ihnen gedient. Mit seiner Fußwaschung verkündete er, dass derjenige der Größte ist, der der größte Diener ist. Ja, und warum dienen unsere Apostel, Pfahlpräsidenten oder Bischöfe und Zweigpräs. uns nicht, indem sie das, was manche nicht verstehen, das worüber sie Fragen haben besser zu erklären versuchen und und unsere Fragen und unser Opponieren als menschlich normal verstehen, diese Unsicherheiten uns zugestehen? Warum werden die Opponierenden als Feinde betrachtet, warum lädt man sie nicht ein und schenkt ihnen besondere Liebe und eine besondere Behandlung und Belehrung? Warum darf jemand nicht mit bestem Wissen und Gewissen eine andere Meinung vertreten? Genau dieses harte Verhalten ist das, was man sektiererisch nennt. Ist es denn nicht ganz allein wichtig, dass wir lernen Jesus Christus nachzufolgen und seine reine Christusliebe besser kennen zu lernen und umzusetzen???

Folkhard
4 Jahre her

Bin mir nicht sicher, was Br. Oaks wirklich mit > legaler Opposition < gemeint hat. Um es kurz zu halten; hier einige Auszüge aus den Schriften ( und es sind noch mehr Quellen zu finden) LuB 50 … 4 Siehe, ich, der Herr, habe auf euch geschaut und habe Greuel in der Kirche gesehen, die sich zu meinem Namen bekennt. … 9 Darum soll sich ein jeder hüten, daß er nicht das tue, was nicht in Wahrheit und Rechtschaffenheit vor mir ist. … 10 Und nun kommt, spricht der Herr durch den Geist zu den Ältesten seiner Kirche, und laßt uns einander die Gründe darlegen, damit ihr versteht; 11 laßt uns die Gründe darlegen, wie ein Mensch dem anderen von Angesicht zu Angesicht seine Gründe darlegt. 12 Nun, wenn ein Mensch seine Gründe darlegt, so wird er von den Menschen verstanden, denn er legt seine Gründe dar wie ein Mensch; und so werde auch ich, der Herr, euch meine Gründe darlegen, damit ihr versteht. Verse 10,11,12 sind genial. Der Herr sagt nicht nur: so oder so, sondern „laßt uns einander die Gründe darlegen“. Das ist so stark. Ich erfahre es jedes Mal, wenn ich mich mit dem Herrn über Fragen zu allen Dingen ( auch Geschichte der Kirche ), berate. LuB 121 … 34 Siehe, viele gibt es, die berufen sind, aber wenige werden erwählt. Und warum werden sie nicht erwählt? 35 Weil sie ihr Herz so sehr auf die Dinge dieser Welt gesetzt haben und nach den Ehren der… Weiterlesen »

Naomi
Naomi
4 Jahre her
Reply to  Folkhard

Was genau Oaks meinte, weiss ich auch nicht. Da müssten wir ihn selbst fragen. Aber vielleicht ist es auch so, dass jeder das für sich so verstehen kann, wie er eben Erkenntnis hat. So wie Christus in Gleichnissen gepredigt hat und jeder es so verstanden hat, wie er eben bereit ist, Erkenntnis zu empfangen. Für die einen waren es schöne Geschichten, für die anderen beinhalteten sie wiederum tiefere Lehre.

Tobias
Tobias
4 Jahre her

Ich sehe Aussagen wie solche von Oaks äußerst kritisch.

Ich verstehe die strategische Ausrichtung, dass man versuchen will die Einheit der Kirche zu wahren, indem oppositionelle Meinungen quasi „im Keim“ erstickt will. Es ist schwierig eine weltweit verbreitete Organisation zu führen und separatistische Bestrebungen / Ansätze zu unterbinden. Da hilft natürlich eine „blinde Führertreue“ sehr.
Nichts desto trotz glaube ich aber, dass man das Recht haben sollte das anzusprechen, was seiner Ansicht nach (seinem Gewissen nach) in der Kirche falsch läuft. Und da gehört auch Kritik an falschen Entscheidungen zu. Andererseits muss man Menschen auch Fehler zugestehen. Auch wenn dies die Kirche des Herrn ist, wird sie doch von Menschen geführt. Und Menschen machen Fehler. Und daher hat die Kirche halt auch schon viele Fehler begangen.

Das bedeutet nicht, dass ich der Meinung bin, dass die Kirche „liberalere“ oder „progressivere“ Positionen einnehmen sollte. Ich als (politischer) Reaktionär glaube an ewige Wahrheiten und Prinzipien weshalb ich Ausprägungen mit Titulierungen wie „Mehrheit“, „modern“ oder „zeitgemäß“ ablehne, weil diese einem antropozentrischen Weltbild entspringen. Wohl gestehe ich natürlich Menschen diese Meinungen zu. 😉