Freie Diskussion: „Wohin wollen Sie gehen?“ – Elder Ballard’s Äußerung ggü. zweifelnden Mitgliedern

Elder Ballard machte in der bildschirmfoto-2016-11-06-um-11-04-33vergangenen Herbst-Generalkonferenz einen mittlerweile „berühmten“ und vielzitierten Kommentar:

„Sollte jemand von Ihnen im Glauben wanken, stelle ich Ihnen die gleiche Frage, die Petrus stellte: „Zu wem sollen [Sie] gehen?“ Wenn Sie beschließen, inaktiv zu werden oder die wiederhergestellte Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage zu verlassen, wohin wollen Sie gehen? Was gedenken Sie zu tun?“
(Quelle: lds.org)

Ballards Aussage als Video (ab 3:40)

Reaktionen

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wherewillyougo.org

Von disaffektierten und inaktiven Mitgliedern wurde dieser Kommentar vielfach als anmaßend und überheblich aufgenommen, während kirchentreue Mormonen ihn offensichtlich als überzeugend bewerten und in Gesprächen mit inaktiven Mitgliedern zitieren. Es gab auch im Netz zahlreiche Reaktionen, z.B. die neue Webseite „wherewillyougo.org – Stories of health and happiness outside the Mormon Church“.

Fragestellung / Diskussion

Die Frage dieser freien Diskussion, zu der wiederum alle Besucher (aus diversen Backgrounds) eingeladen sind:
Was für Gefühle und Gedanken hat der Kommentar in Euch ausgelöst? Warum findet Ihr Ballards Aussage gerechtfertigt oder eben nicht gerechtfertigt?

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Matthias S
Gast
Matthias S
10 Monate 12 Tage her
Vom Sollenwollen und Wollensollen… Ich finde das Zynische an dem ganzen ist, dass der Ballard da mit dem Kernproblem spielt und eigentlich genau die richtige Frage stellt: Als ‚treues‘ Mitglied ist man nämlich so sozialisiert, dass man sich ständig fragt, was man tun SOLL und gerade nicht was man tun WILL. Ich glaube, dass es für Menschen, die die Kirche verlassen, grundsätzlich schwierig ist sich dem eigenen WOLLEN zu stellen, weil man das sein Leben lang immer vermieden hat (Mir ging es so). Was SOLL ich tun, fühlt sich für einen Mormonen viel sicherer an. Von kindauf geht es doch eigentlich immer nur darum, was man tun SOLL, nämlich das was Gott/Kirchenführer gebieten. Dann SOLL man in den Schriften lesen, zur Kirche gehen, etc., nur damit man ja nicht vergisst, dass es im Leben darum geht was man denken, fühlen oder tun SOLL. Selbst die immer angepriesene sogenannte ‚Entscheidungsfreiheit‘ hat… Weiterlesen »
Adelheid
Mitglied
10 Monate 12 Tage her

Das mit dem sich selbst entfremden kann ich nur bestätigen. Meiner ureigenen inneren Berufung wurde ich entfremdet und fragte mich später dann, warum denn die vielen Kirchen- Berufungen vom Herrn gekommen sein sollen. Da wird einem eine heile Welt vorgespielt, ein Himmelreich oder Zion, wie man es nennen will und es ist nur Unterdrückung. Die Methoden, bei denen man lernt Lehrer zu sein oder einen Frauenverein zu führen oder Gemeindeaktivitäten zu leiten, sind ja sehr gut, man erhält Fahigkeiten und Anerkennung dabei und kann Menschen dienen und Freude bereiten. Ich glaube sogar, dass es eine wichtige Lebensphase für mich war. Aber dann hat mich der Herr selbst da herausgenommen. Meine Tür zu Gott ist zur Zeit eine offene Tür in einem Käfig, der in die Freiheit führt.

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