Gemeindebrief: „Frieden zwischen uns finden in Zeiten von Corona“

Von Henning Müller – Gemeinschaft Christi (Gemeinde München)

Wenn es Euch so geht wie mir, dann beginnt sich Euer Blick auf die derzeitige Situation in Deutschland und in der Welt zu wandeln.
Von der anfänglichen Besorgnis oder vielleicht sogar Fassungslosigkeit auf eine sich scheinbar unaufhaltsam ausbreitende Herausforderung in den Ländern dieser Welt und in unserer Heimat, sehen wir nun, wie sich die Langzeitwirkungen auf vielfältige Art und Weise präsentieren.

Die Menschen fangen an, ihre eigene Blickrichtung zu schärfen, ihre Position zu untermauern, ihre Defensiven zu verstärken, Komplexitäten zu vereinfachen, zu polarisieren.
So wie viele Herausforderungen der letzten Jahre, beginnt sich auch jetzt wieder der Anlass zu verstärken, die Gräben zwischen den Menschen entweder zu vertiefen oder diese zu überwinden.

Besorgte Bürger verlieren die Geduld, wenn ihnen im Alltag jemand ohne Maske begegnet, der ihnen zu nahe kommt. Andere halten diese Panik für übertrieben und reagieren auf ungeduldige Reaktionen ihrerseits wieder mit Ungeduld. Gewerkschaften nutzen die Krise für eine Untermalung höherer Lohnforderungen, die Wirtschaft dringt auf eine Lockerung der „Corona-Beschränkungen“ und sagt ,“Heben Sie den Lockdown auf“. Die einen sprechen von „Öffnungsdiskussionsorgien“ und ermutigen zum Gebrauch eines neuen Unwortes des „Neuen Normal“. Die anderen fordern ihre Freiheitsrechte, kämpfen um ihre wirtschaftliche Existenz oder sprechen davon, dass „nicht alles vor dem Schutz von Leben zurückzutreten“ habe.
Wo stehen wir hier, wenn wir erkennen, dass Mitglieder unserer Gemeinschaft sich auf einer dieser Seiten finden, die unserer eigenen Haltung widerspricht?



Hören wir zu und erfahren, welche Herausforderungen im Leben des Anderen derzeit seine Meinung prägen? Oder zucken wir mit den Schultern und achten nicht auf das Schicksal unserer Schwester, unseres Bruders und Freundes und konfrontieren sie oder ihn stattdessen mit unserer eigenen wohlbegründeten Meinung?

Wie verhalten wir uns in den sozialen Medien deren Bedeutung jetzt in dieser Zeit „räumlicher Distanzierung“ so stark zugenommen hat? Bauen wir dort Brücken? Umgehen wir sie? Reißen wir sie ein?

In den letzten Wochen (und im Blick auf die realen und möglichen Risiken für Existenz, Wirtschaft und Gesellschaft) bin ich mit Hoffnung erfüllt über Möglichkeiten der Gemeinschaft Christi – unserer Gemeinschaft – eine Kraft für die Friedensbotschaft Jesu Christi in dieser Welt zu sein.

Die Schriftstelle ist an diesem, dem vierten Sonntag nach Ostern, der 23. Psalm – kaum eine passendere Botschaft der Hoffnung und Ermutigung könnte uns in dieser Zeit Verwurzelung, Zuversicht, Hoffnung und Orientierung bieten.
Ab Vers drei: „Er gibt mir neue Kraft. Er leitet mich auf sicheren Wegen und macht seinem Namen damit alle Ehre. Auch wenn es durch dunkle Täler geht, fürchte ich kein Unglück, denn du, Herr, bist bei mir. Dein Hirtenstab gibt mir Schutz und Trost. Du lädst mich ein und deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde. Du begrüßt mich wie ein Hausherr seinen Gast und füllst meinen Becher bis zum Rand. Deine Güte und Liebe begleiten mich Tag für Tag; in deinem Haus darf ich bleiben mein Leben lang.“
(aus der „Hoffnung für Alle“ Übersetzung)

Lasst uns darüber bewusst sein, aus welcher Quelle wir Kraft, Schutz, Trost, bereiteten Tisch, Schutz vor Feinden, Gastfreundschaft, tägliche Güte und ein Heim finden können?

Halten wir daran fest.
Hierzu sind wir neu geschaffen.

Hieraus schöpfen wir wahre Gemeinschaft – Eine Gemeinschaft Christi.

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