Auf der Suche nach Identität und Individualität: Mein Weg als Musikerin und Frau mit christlich geprägten Wurzeln

Live-Gespräch mit Sabine Hermann (Moderation: Guido Müller)

Sabine Hermann sagte einmal: „Je mehr ich meine aufrichtigen Wünsche nach Authentizität und Unabhängigkeit in meine Gebete einbeziehe, desto freier werde ich. Dadurch entsteht ein immer tieferes Vertrauen, dass Gott wirklich unser Glücklichsein möchte und dass die Entfaltung des individuellen Selbst ein wesentlicher Teil davon ist.“

In diesem Live-Gespräch erzählt sie von ihrer bisherigen Glaubens- und Lebensreise und ihren Herausforderungen, in einer streng konservativ-christlichen Glaubensumgebung Individualität und Identität zu finden. Es wird deutlich, wie sehr ihr Musik durch ihre Probleme und Schwierigkeiten hindurch geholfen hat und welche geistigen Erfahrungen damit in Verbindung stehen. Diverse Stücke werden auch angespielt und kommentiert, unter anderem ihr wohl bekanntestes Lied, das Cover von „Gabriellas Sång“ aus dem Film „Wie im Himmel“.

0:00​ Einführung
3:58​ Lied „Engel“ mit persönlicher Kommentierung
8:11​ Musiker und „Propheten“
11:15​ Persönlicher Glaubenshintergrund
25:09​ Umgang mit „verkrusteten Vorstellungen“
32:00​ Veränderte Musik / Neuer Stil
36:00​ Lied „Gabriellas Sång“ aus dem Film „Wie im Himmel“ mit persönlicher Kommentierung
42:20​ Sabines Erkenntnisprozess: „Von Freude und Glück leiten lassen“
45:14​ „Berufsbezogenes Schamgefühl“ von HLT-Frauen, Talente nutzen
47:20​ „Mutter sein“ nicht als Rolle, sondern als Beziehung verstehen
50:20​ Nächste Auftritte von Sabine und Einladungen
53:30​ Schlussworte

Links:
„Engel“ by Sabine Hermann https://www.youtube.com/watch?v=llxtnBrTH2s
„Gabriellas Sång“ by Sabine Hermann https://www.youtube.com/watch?v=jtF-o-H1uCk
Webseite für Ticketkäufe und Info https://www.sabinehermann.com

guest
3 Comments
Inline Feedbacks
View all comments
Simon
Simon
22 Tage her

Liebe Sabine, live konnte ich nicht dabei sein, aber jetzt habe ich mir das Video sozusagen reinziehen können. Es sind viele Schnitte drin, was den Gedanken aufkeimen lässt, dass ich vielleicht etwas verpasst habe, um Zusammenhänge zu verstehen, doch ich versuche mich mal an einem Feedback. Was soll ich sagen, London Grammar mag ich total und sehnsüchtig warte ich auf das neue Album der Gruppe. Und „Wie im Himmel“ musste ich seinerzeit zweimal im Kino anschauen, so sehr hat mich die Geschichte nicht losgelassen. Dadurch wirkst du auf mich als Person und mit deiner Geschichte schon per se total sympathisch. Du sprichst viel von Identitätsfindung, von dem Annehmen des eigenen Ichs und dem inneren Kind in einem. Und du sprichst von Individualität, von einem Lösen von verkrusteten Glaubenssätzen. Sehr schön fand ich auch die Aussagen zu Funktionen, Rollen und Beziehungen. Ich denke hier in Summe an drei Aspekte, im Zusammenhang mit der Kirche, insbesondere der Kirchenkultur und unserem Glauben: Erstens geht es um dich als Gläubige, was vermeintlich nur mit brav und bodenständig einhergeht und sich mit einer Identität als Künstler, der aus Individualität Energie zieht, nicht konform zu gehen scheint. Zum Glück wissen wir, dass dem nicht so ist. Ich denke, in der Kirche bläuen wir uns zu vorschnell und zu oft ein, dass es neben konformen dann nur exzentrische Charaktere gibt. Und nur allmählich werfen wir dieses simple Denkmuster über den Haufen. Zweitens geht es um dich als Frau und als Mutter. Ich kann total nachvollziehen, wovon du… Weiterlesen »

Henning
Henning
22 Tage her

Danke Euch, Sabine und Guido, für Euer wunderbares, perfektes Interview. Das Leben ist komplex und wunderbar und erschütternd und schmerzvoll und liebevoll. Euer Interview hat mich ein Bisschen davon spüren lassen…

M.H.
M.H.
21 Tage her

In der Vergangenheit als junge Frau habe ich versucht, dem Prototyp einer idealen Mormonin zu entsprechen. Dabei habe ich mich und das was meine Persönlichkeit ausmacht oft aus den Augen verloren. Zu meiner vollen Entfaltung soll ich laut Kirchenlehre ja kommen, aber dabei gleichzeitig doch in eine Schablone passen.
Das ist ein Seiltanz, der mich heute schwindelig macht…
Glücklich sein, ohne dafür Leistung abliefern zu müssen. Das ist ein mich oft beschäftigender Gedanke.
Viel Schwere und Trauer kommt bei Mitgliedern auf, die sich unzulänglich oder zu schwach fühlen. Wenn man/frau den Maßstäben nicht entspricht, die das non plus ultra zu sein scheinen. Dabei bleibt die persönliche Entfaltung und das Entdecken der ganz individuellen Seiten des Selbst schnell auf der Strecke. Zu sehr wird sich nach außen an den Vorgaben orientiert.
Bin der Meinung, dass ein sich Loslösen von den uniformen Typen der Weg zu mir selber ist. Solange ich mich nicht kennenlernen und gesund ausleben kann, kann ich auch nicht Glück in der Fülle erleben.
Ich bin noch immer auf dem Weg der Werdung und lerne zu akzeptieren, dass ich gleichzeitig jetzt schon genug bin.