Wie sieht Religion in Zukunft aus?

Aus der Community

Wie können wir uns selbst, unsere Familien und unsere Gesellschaft nach der Dekonstruktion der Religionen und dem Versagen der kirchlichen Institutionen neu strukturieren? Wie können wir Spiritualität praktizieren, ohne die Wissenschaft hinter uns zu lassen? Das Mormonentum zum Beispiel ist eine sterbende Religion, deren Kirchengebäude nach und nach verkauft werden, deren Mitgliederzahlen sinken und deren Kinder fast ganz abwandern. Große Teile der entwickelten Welt werden schon bald keinen mormonischen Einfluss mehr haben. Was also kommt nun? Diesen und weiteren Fragen widmen sich Britt Hartley und Bill Reel in ihrem Podcast Almost Awakened.

Britt Hartley (Bildquelle: Facebook)

Dabei kommen Sie auch auf eine spannende Analyse der aktuellen Situation, in der sich eine wachsende Anzahl HLTs wiederfindet. In einem Facebook-Post fasst Hartley den Ist-Zustand zusammen. In der Regel gibt es drei Möglichkeiten, die angeboten werden.

Im Moment gibt es 3 Möglichkeiten, mit Religion umzugehen

1 – Einer organisierten Religion beitreten, mit all den Problemen, die damit verbunden sind, insbesondere für marginalisierte Gruppen und Frauen. Diese Option ist in Amerika im Begriff auszusterben, und in Europa bereits fast gänzlich verschwunden. Die Kinder haben nicht das Gefühl, dass eine organisierte Religion ihnen wahre Moral beibringt. Ihr Denken und Wissen ist oft schon viel zu differenziert und globalisiert, um noch glauben zu können, dass man es durch das Gehen eines bestimmten Weges in den einen bestimmten Himmel schafft.

2 – Werde Atheist/Agnostiker. Während diese Gruppe oft eine intellektuelle Überlegenheit für sich beansprucht, ist sie in anderer Hinsicht so unbedarft und jung. Es gibt keinen Tag im Kalender, an dem wir uns als Atheisten versammeln und zu den Sternen aufschauen. Es gibt keine Rituale, keine Übergangsriten, keine gemeinsame Schrift, keine Lieder, keine Gemeinschaften, keine Rituale rund um den Tod, keine Eintopfgerichte, wenn du krank bist, keinen Platz in der Kultur, um moralische Erziehung zu erhalten. Du schneidest dich selbst von all den hilfreichen Werkzeugen ab, die seit Tausenden von Jahren in der Religion verankert sind. All das allein zu bewältigen? Das ist nicht leicht.

3 – Spirituelles Woo-Woo. Die dritte Option ist das, was ich als „Woo-Woo“ bezeichnen würde. Sie hat Intuition und Emotionen, aber keine solide Grundlage und nichts, was Jahrzehnte überdauern wird, wenn die Kinder sich mehr und mehr über die Wissenschaft aneignen. Tarotkarten können nützlich sein, wenn du Symbole verwendest, um ein Gespräch mit deinem Unterbewusstsein zu beginnen, aber zu beweisen, dass das Universum sich so gedreht hat, dass eine bestimmte Karte für dich bestimmt war, ist eine Menge wissenschaftlicher Hokuspokus und unsere Kinder haben etwas Besseres verdient. Das erinnert mich an den Moment bei „Der Bachelor“, als er sagte: „Ich bin Astrophysiker“, und sie sagte: „Ich bin Zwilling“, und er war so verwirrt, lol. Wir können mehr als das.

Spiritualität statt Absurdität

Was Bill und ich und Tausende anderer Pioniere in diesem Bereich tun, ist zu sagen, dass dies schlechte Optionen sind. Wir können zutiefst spirituell sein, uns tief mit uns selbst und der Menschheit verbinden, ohne absurde Dinge glauben zu müssen, die Wissenschaft hinter uns zu lassen oder all die hilfreichen Werkzeuge abzulehnen, die uns die Religionen gegeben haben. Wir sprechen mit dem berühmten Bart Campolo über die Zukunft der Spiritualität, mit Jared Anderson über säkulare religiöse Systeme, mit Jon Ogden über Kindererziehung, mit Cami Hurst über gesunde Sexualität, mit Noah Rasheta über säkularen Buddhismus und Achtsamkeit, mit Phil McLemore über Meditation und den Aufstieg von Psychedelika in der Spiritualität, mit Teri Hales über religiöse Dekonstruktion und spirituelle Zustimmung, mit David Peck über die Weisheitstraditionen und mit Jim Palmer über die Rückbesinnung auf Jesus.

Wir laden all die besten Köpfe und Denker in unseren Podcast ein, um darüber zu sprechen, wie wir diese eine große Frage unserer Zeit lösen können.

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G.M.
G.M.
14 Tage her

Ich finde sie macht viele gute Punkte. Sie analysiert die Situation sehr ehrlich. Ich muss dann auch oft an  Folkhards Worte denken, dass man dort wo man steht Gott finden soll. Besser wäre es eigentlich die Basis würde aufstehen und Einfluss nehmen, damit der Kahn nicht endgültig sinkt. Die Basis müsste diese Kirche retten ..aber sooooo viele trauen sich grad mal überhaupt einen Pieps zu sagen…
Die Meinungskontroll-Mechanismen unterdrücken den einzigen Rettungsanker, den es gäbe..um den Kahn rumzureissen

H.
H.
14 Tage her

Also ich würde gerne zu Punkt zwei ein ganz großes JEIN anmerken. Agnostizismus oder Atheismus bzw. agnostischer Atheismus sind doch nur da, weil Menschen allgemeine Behauptungen aufstellen, für die es keine gesicherten Erkenntnisse gibt. Da diese Überzeugungen in der Regel mehr oder weniger auch Eingriff auf das Leben Anderer haben bzw. viele der Überzeugungen auch hochgradig diskriminierend sind, spricht man das auch mal aus. Zu erwarten, dass sich daraus eine geschlossene Gruppe bildet kann doch gar nicht der Ansatz sein. Warum soll man das zelebrieren? Es handelt sich erstmal um eine Form der Aufklärung und des Aufräumens. Jetzt können sich doch ganz viele neue Gruppen gründen und auch eine gewisse Diversität entwickeln. Es ist ja auch nicht so, dass es hier nichts gibt, es ist nur dezentral, sehr speziell und selten so exklusiv und geschlossen. In der Regel sind wir nicht in einer Gruppe, sondern in ganz vielen verschiedenen – entsprechend der Zeit und Energie. Diese Gruppen sind im übrigen nicht agnostisch oder atheistisch, sondern sie sind diesbezüglich neutral. Es gibt verschiedene Sozialprojekte, Menschenrechtsorganisationen, Umweltschutzorganisationen usw. in denen durchaus Werte vertreten werden. Es gibt Scouts, Fahrradvereine, Sportvereine etc. für Geselligkeit und Unterhaltung. Es gibt TED, Poetry Slams, Sunday Assembly, Unitarian Universalists, Humanisten etc. wo Menschen sich versammeln und begegnen. Es gibt auch Festakte wie die Nobelpreisverleihung, Bundesverdienstkreuz etc. für die seriösen Kram und es gibt Feste jeglicher Art im Unterhaltungsbereich. Es könnte vieles noch schöner sein und ich würde es begrüßen, wenn es Gruppen ohne exklusive und dogmatische Grundlage schaffen… Weiterlesen »