Community-Beitrag von Nicole Schwab

Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich das teilen soll. Nicht, weil ich Angst habe, sondern weil mir wichtig ist, dass meine Worte mit Respekt gelesen werden. Ich möchte niemandem etwas nehmen, sondern einfach meine eigene Reise sichtbar machen. Vielleicht findet sich jemand darin wieder, vielleicht auch nicht, beides ist in Ordnung. Für mich ist es ein weiterer Schritt, mir selbst treu zu sein und auszusprechen, was in mir gewachsen ist.
Ich habe in meinem Leben viel Glauben erlebt:
Glauben, der mich getragen hat, mir Werte vermittelt hat und mir ein Fundament für Spiritualität gegeben hat. Viele Jahre dachte ich, dass dieser Glauben untrennbar mit einer Kirche verbunden sein muss. Heute weiß ich: Glaube kann größer sein als ein Ort.
„Viele Jahre dachte ich, dass dieser Glauben untrennbar mit einer Kirche verbunden sein muss. Heute weiß ich: Glaube kann größer sein als ein Ort.“
Mit der Zeit habe ich verstanden, dass ich einerseits tief spirituell bin und andererseits neugierig, forschend und logisch denkend. Beides gehört zu mir. Beides darf nebeneinander bestehen. Und beides erweitert meine Perspektive auf das, was für mich wahr ist.
Ich habe Erfahrungen gemacht, die mich geprägt haben.
Manche waren schön, manche schmerzhaft, manche verwirrend und dennoch haben sie mich zu der Frau gemacht, die ich heute bin. Ich habe gelernt, dass meine innere Stimme manchmal mehr weiß als jedes äußere System. Dass es Momente gibt, die man nicht erklären muss, um sie zu fühlen. Und dass Spiritualität nicht auf eine Form begrenzt werden kann.
Heute glaube ich weiterhin an Gott, vielleicht sogar freier als früher.
Nicht, weil ich etwas ablehne, sondern weil ich etwas erkannt habe:
Ich brauche keine Vermittler, um mit Gott verbunden zu sein.
„Ich brauche keine Vermittler, um mit Gott verbunden zu sein. Ich darf meinen eigenen Zugang zur Wahrheit finden.“
Ich darf meinen eigenen Zugang zur Wahrheit finden.
Ich darf fühlen, was für mich stimmig ist.
Ich anerkenne, dass Kirchen und Glaubensgemeinschaften für viele Menschen Sicherheit, Orientierung und Heimat sind. Ich respektiere das zutiefst. Gleichzeitig darf es auch Wege geben, die außerhalb dieser Strukturen verlaufen. Wege, die genauso würdevoll, liebevoll und heilig sein können.
Ich teile meine Gedanken nicht, um jemanden zu überzeugen, zu provozieren oder etwas wegzunehmen. Ich teile sie, weil ich lange geschwiegen habe und gelernt habe, dass meine Geschichte und mein Empfinden genauso Platz haben dürfen wie die von anderen.
Mein Manifest lautet:
Ich darf glauben und gleichzeitig hinterfragen.
Ich darf lieben und mich trotzdem abgrenzen.
Ich darf vertrauen, ohne die Verantwortung für mich abzugeben.
Ich darf Gott behalten – auch ohne ein Konstrukt, das mich definiert.
Ich gehe meinen Weg mit Respekt für alle, die anders glauben, anders fühlen oder anders leben.
„Ich gehe meinen Weg mit Respekt für alle, die anders glauben, anders fühlen oder anders leben.“
Ich wünsche mir eine Welt, in der jede spirituelle Erfahrung Raum haben darf egal, ob innerhalb einer Kirche oder außerhalb davon. Denn am Ende sucht jeder Mensch dasselbe:
Einen Platz, an dem Seele, Wahrheit und Frieden zusammenfinden dürfen.