Archiv der Kategorie: Gespräche

Thema: Das Problem mit den äusseren Glaubensidealen


„Du sollst dir kein Gottesbild anfertigen. Mach Dir überhaupt kein Abbild von irgendwas im Himmel, auf der Erde oder im Meer.“
2. Mose 20:4

Dieser Vers wurde für mich die letzten Wochen auf vielfache Weise mit neuem Leben und Bedeutung befüllt, während ich bis dato nie besonders viel darüber nachgedacht hatte.

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Thema: Fokus auf „Gehorsam“ in der PV

Viele Eltern in der Kirche, die täglich darum kämpfen, ihren vergleichsweise selbstbewussten „Millenial-Nachwuchs“ zu erziehen, finden den Fokus auf Gehorsam, der den Kindern in der PV vemittelt wird, intuitiv hilfreich und erleichternd.

Auch ich bin Papa und wünsche mir, dass unsere Kinder auch einfach mal vertrauen, dass es gut und richtig ist wenn wir sagen: Mach jetzt bitte Deine Hausaufgaben fertig, du bist dran mit Küche aufräumen, bitte lern vor dem Zocken erst Dein Klavier, etc.

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Dr. Julie Hanks: „HLT-Bischöfe sind keine Therapeuten“

Die Bischöfe der Heiligen der Letzten Tage sind keine Therapeuten. Meiner Erfahrung nach müssen Bischöfe, gerade wenn es um Missbrauch geht, weniger beraten und mehr auf die Experten zurückgreifen. Sie sind der geistliche Leiter einer Gemeinde, aber sie sind normalerweise kein Experte auf bestimmten Gebieten. Missbrauch ist kein geistiges Problem – es ist ein Verbrechen.

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In eigener Sache: Antworten auf Missverständnisse & Vorurteile ggü. openfaith

Ich glaube wenn man so etwas wie openfaith in einem HLT-Umfeld macht, entstehen bei Geschwistern einige Missverständnisse und Vorurteile. Ich möchte drei davon versuchen zu klären, die mir immer mal wieder begegnen:

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In eigener Sache: Drei Jahre openfaith

In den letzten Tagen wurde ein kleiner Meilenstein für die openfaith-Initiative erreicht:

Wir haben in unserem Blog seit dem Start vor ca. 3 Jahren den 10.000sten Besucher verzeichnet. Von diesen Besuchern wurden 40.000 Artikel aufgerufen. Die Leser verbringen durchschnittlich 3 Minuten auf der Seite, was wirklich nicht übel ist. Kenn mich ein wenig mit solchen Statistiken aus…

Ich denke das mit den 10.000 Personen die auf der Seite waren, kann sich in der deutschsprachigen HLT-Kirchenwelt sehen lassen – wo es etwas über 50.000 Mitglieder gibt.

Hier noch einmal ein kurzer Rückblick:

(1) Der Beitrag, der mit Abstand am meisten Interesse geweckt hat, war mit über 6000 Aufrufen der für HLTs angepasste Beitrag zum Glaubensstufen Modell von James Fowler:
https://openfaith.de/2017/09/10/glaubensstufen-modell-von-james-fowler-erlaeuterung-und-diskussion-fuer-mormonen/ 

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Woran man eine gesunde spirituelle Umgebung erkennt

Von Guido Müller

In einer GESUNDEN SPIRITUELLEN UMGEBUNG…

… werden Zweifel zugelassen und mitunter als wertvoll angesehen: nicht zum Selbstzweck, sondern als Chance, Glauben gesünder und nachhaltiger zu gestalten und falsche Vorstellungen zu identifizieren

…muss man sich weder seines Glaubens NOCH seiner Zweifel wegen schämen oder rechtfertigen

…wird Liebe grundsätzlich eine höhere Bedeutung zugemessen als Gehorsam – allerdings wird achtsamer Gehorsam auch als Chance verstanden, die eigene Liebesfähigkeit zu erhalten und zu vergrößern

… können die positiven Seiten einer religiösen Tradition gewürdigt werden, ohne ein Bewusstsein für die ungesunden Seiten der Tradition verhindern/unterdrücken zu müssen

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Diskussion der FSY-Regeln: „Steht der geforderte Einheitslook nicht im Widerspruch zu einem Gott der Vielfalt, der niemanden abweist?“

Eine Teilnehmerin unseres openfaith-Wochenendes erzählte uns nach der Veranstaltung, dass sie gestern für ihre Tochter zum ersten Mal eine Einladung zum FSY-Treffen erhalten habe, und zeigte mir sehr verwundert die peniblen Regeln für die äußere Erscheinung. Nachdem sie das durchlas, tendierte sie dahin, ihre Tochter doch nicht hin zu schicken. Obwohl sie eine gläubige HLT mit wunderbaren Kindern ist, die zur Kirche gehen. 
Das (für mich erstaunliche) Problem: eines ihrer Kinder hat einen Teil ihrer Haare etwas auffälliger („unnatürlich“) gefärbt. So würde sie dort gegen die Richtlinien verstoßen…und ihrer Tochter wäre es extrem schwer zu vermitteln, dass sie für ein solches Treffen ihre Haare umdekorieren müsste. Was ich verstehen kann..es sind JUGENDLICHE um die es sich hier handelt….

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„Evangelium und Kirche“ von Elder Ronald Poelman: die ungekürzte Generalkonferenz-Ansprache

In unserer Facebook-Gruppe entstand der Wunsch, die unzensierte Ansprache „Evangelium und Kirche“ des Siebzigers Ronald Poelman aus der Herbst-Generalkonferenz 1984 auf deutsch verfügbar zu machen. Seine Ansprache hilft Zuhörern, eine gesunde Trennung von Evangelium und Kirche vorzunehmen, die vor falschen Erwartungen und Verurteilungen schützt. Außerdem hilft sie Gläubigen, sich selbst mehr Freiheit für persönliche Inspiration und Interpretation zu gewähren. Die ursprüngliche Ansprache von Poelman lässt Mitgliedern Raum dafür, gemäß individueller Inspiration eine Evangeliums- und Gott-bezogene Orthodoxie zu entwickeln, und warnt vor den ungesunden Folgen einer primär kirchenkulturellen, organisationsbezogenen Orthodoxie.
Leider wurde die Original-Ansprache vor der Veröffentlichung drastisch nacheditiert oder wenn man so möchte: zensiert. Da wir aber speziell die gestrichenen Inhalte für sehr förderlich halten, stellen wir es hier inkl. aller gestrichenen Passagen in einer deutschen Übersetzung gegenüber. Wir meinen es hilft Lesern, einen gesunden Umgang mit religiösen Organisationen zu erlernen. Ein großes Dankeschön an Folkhard Konietz für die teilweise Übersetzung und Aufbereitung des deutschsprachigen Dokuments.

Elder Ronald Poelman: links in seiner Original-Ansprache, rechts vor leeren Rängen im Tabernakel…mit einer redigierten Version

Entstehung der zwei Versionen

Weil Poelmans Ansprache von ein paar Mitgliedern per VHS-Video-Kassette während der Live-Ausstrahlung aufgenommen wurde, existieren zwei verschiedene Versionen der Ansprache. Die erste wurde wie angedeutet live auf der Generalkonferenz gegeben, aber dann im ursprünglichen Wortlaut nicht veröffentlicht. Sie ist nur bekannt geworden, nachdem einige Mitglieder die in den Kirchenmedien veröffentlichte Version gesehen haben und deutliche Unterschiede feststellten. Ihre vorher angelegte VHS-Kopie ermöglichte einen genauen Vergleich. Um für die Veröffentlichung wieder eine Aufzeichnung zu erstellen, musste Elder Poelman die zensierte, redigierte Ansprache erneut im Tabernakel halten – vor leeren Rängen. Die redigierte Version wurde dann schlussendlich im Ensign / im Stern und auf den Medienseiten der Kirche veröffentlicht. (Der Stern, 111.Jahrgang)

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„[Mein Vater] fügte hinzu, dass ich dann nicht in der Ewigkeit mit meiner Familie zusammen sein kann“

Dieser persönliche Bericht stammt von einem jungen Mitglied unserer offenen Gesprächsgruppe, das gerne anonym bleiben möchte:

Tieferes Nachsinnen auf Mission

Ich habe erst auf Mission angefangen über die HLT-Lehre nachzudenken und war auch bestrebt ein Zeugnis zu erlangen (als Jugendlicher war ich nur wegen meinen Eltern und Freunden in der Kirche, Gedanken habe ich mir nie darüber gemacht). Ich habe das Buch Mormon 5x und das Neue Testament 2x gelesen. Ich habe mich jeden Abend hingekniet und gebetet. Ich habe oft das Gleiche gesprochen, denn ich wollte eine Bestätigung durch den Heiligen Geist, dass das Buch Mormon und folglich auch die Kirche wahr sind. Leider hatte ich nie eine Antwort bekommen, ich hatte das Gefühl dass meine Gebete nur bis zur Zimmerdecke reichten. Ich fragte mich sehr oft ob es an mir liege, ob ich zu stolz bin oder auch nicht bereit bin Gott bzw. Jesus Christus anzunehmen. Nach vielen Zweifeln und Versuchen hatte ich mich dazu entschieden die Mission abzubrechen und ich wollte auch mit der Kirche Schluss machen.

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Nahtod-Bericht von Bettie Eadie: Die Haltung Jesu Christi zur Vielfalt verschiedener Religionen und Weltanschauungen

Bettie J. Eadie ist vielen, die sich mit Nahtoderfahrungen beschäftigen ein Begriff, besonders durch ihr Buch „Licht am Ende des Lebens – Bericht einer außergewöhnlichen Nah-Todeserfahrung“ (Knaur 1994).

Obwohl ihre Mitgliedschaft in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage bekannt ist, erscheint das Verhältnis zur Kirche von außen betrachtet gemischt:
Einerseits findet man in ihrem Erlebnisbericht viele Bestandteile der mormonischen Sicht auf das Jenseits, weswegen es von vielen sogar als Missionierungswerkzeug betrachtet und genutzt wurde. Auch sagt die englischsprachige Wikipedia, dass Bettie Eadie nach ihrer Nahtod-Erfahrung in ihrer Gemeinde in Seattle aktiv wurde, während sie vorher jahrelang inaktiv war.

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