Apostel

„Warum ich Kirche und menschliches Fehlverhalten nicht mehr trennen kann“

Community-Beitrag von Nicole Schwab

Bildquelle: Salt Lake Tribune

Lange Zeit habe ich versucht, den Gedanken aufrechtzuerhalten, dass Kirche als Institution etwas anderes ist als die Menschen, die in ihr dienen. Dass Gott vollkommen ist, und Menschen Fehler machen und dass man daher die Kirche nicht für diese Fehler verantwortlich machen darf.

Dieser Gedanke wurde mir oft so vermittelt, dass er sich wie ein Grundpfeiler des Glaubens anfühlte. Doch heute spüre ich: Für mich stimmt das nicht mehr. Und ich möchte erklären, warum, ganz ruhig, respektvoll und aus meiner eigenen Erfahrung heraus.


1. Eine Organisation kann nicht von den Menschen getrennt werden, die sie repräsentieren. In jedem anderen Bereich unseres Lebens ist dieser Gedanke selbstverständlich.

Wenn jemand in einem Unternehmen arbeitet und grob gegen Regeln, Ethik oder Sicherheit verstößt, dann trägt nicht nur der einzelne Mitarbeiter Verantwortung, sondern auch das Unternehmen, das ihn eingestellt, autorisiert und nicht rechtzeitig eingegriffen hat.

Warum?

Weil er das Unternehmen repräsentiert.

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Die Apostel der HLT-Kirche und die Jünger Jesu

Kommentar von Guido Müller

Links: Die „Apostel“ der HLT Kirche (Offizielles Pressebild)
Rechts: Die Jünger von Jesus (Gemälde des Nordisk Bibelmuseum)

Letztens verglich ich einfach mal ein Foto von den Aposteln der HLT-Kirche (Mormonen) mit einem Gemälde der frühen Apostel Jesu. Ein paar deutliche Kontraste in den beiden Bildern wurden auffällig.

Rechts die Jünger sitzen in einfachsten Verhältnissen auf Steinen und auf dem Boden im Schatten eines Olivenbaums. Jegliche äußere Form von Status scheint überhaupt keine Rolle zu spielen – im Gegenteil. Man bekommt außerdem das Gefühl: Unterschiede dürfen sein. Einfache Männer vereint in einer spirituellen und teils aktivistischen Mission, die durchaus nicht ungefährlich für sie war und für einige tödlich endete wie man weiß.

Links die Herren sitzen sehr bequem auf vermutlich teuren Stühlen….mit Samt gepolstert. In einem pompösen Raum mit teurem Teppich, Marmorwänden und beeindruckenden Säulen, sie tragen formales Business Attire und keiner von ihnen darf Bart noch längere Haare haben. Gefühlt ist die einzige erlaubte Individualität eine von 10 Anzugfarben und die Farbe der Krawatte. Sie treten mit der Aussenwelt fast als inspirierende Führungsmannschaft eines Konzerns auf. Niemand ist in ernsthafter Gefahr weil niemand gegen bestehende Machtverhältnisse aufbegehrt. Eher weiß man sich diese Machtverhältnisse zu Nutze zu machen und vermehrt die eigene Finanzkraft, womit man selbst Macht und Einfluss aufbaut. Großer externer Macht fügt man sich, auch weil man Privilegien, finanzielle Vorteile und rechtlichen Status verlieren könnte.

Gedanken zu HLT-Führern

Immer diese gestriegelten, glatten Business-Apostel, die auch Pressesprecher hätten werden können…weil sie kirchenpolitisch so unheimlich korrekt sein müssen, damit sie ja nicht einen Rüffel bekommen! In der Kirche fehlt es am erfrischenden Mut….und auch an fortschrittlichen neuen Ideen! Es fehlen auch die Ecken und Kanten…der offene Diskurs….der offene Widerspruch und dessen Würdigung! Ein kulthaftes Festklammern an den Autoritäten und vermeintlich konsistenten Lehren der Vergangenheit ist zu beobachten und soll wohl das Erfolgsrezept sein…

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