Über openfaith

Sinn und Zweck

Verständnis, Heilung, spirituelles Wachstum und Gemeinschaft für Betroffene von glaubensbezogenen Fragen, Problemen und Veränderungsprozessen. 

Für wen?

HLTs, Ex-HLTs, Interessierte, Angehörige – völlig egal ob kirchlich aktiv, weniger aktiv, nicht aktiv oder nicht-religiös gewesen. Alle die unseren Zweck unterstützen, sind auch in unserer FB-Gruppe und auf unseren Treffen herzlich willkommen.

Wie alles begann

openfaith ist eine privat initiierte Plattform und wurde Anfang 2016 von Guido Müller in Heidelberg ins Leben gerufen. Guido wurde in eine Mormonenfamilie (Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage – kurz: HLT-Kirche) geboren. Ihm lag von Kindheit an viel an seinem Glauben und richtete sein Leben streng danach aus.
Im Jahr 2015 – nach diversen äußerst schwierigen Lebenserfahrungen – erlebte Guido den Höhepunkt einer intensiven Glaubens- bzw. Realitätskrise in Bezug auf die Kirche. (persönlicher Bericht)
Im Zuge seiner Glaubensveränderung machte er die Erfahrung, dass der offene Austausch mit den bisherigen Glaubensgeschwistern ein äußerst schwieriges Unterfangen war und dass in seiner Kirche für offene, unvoreingenommene Glaubensgespräche kaum Platz war. Mit seinen Fragen und Problemen stand er in einer seiner schwierigsten Lebensphasen relativ allein da. Der Austausch mit verständnisvollen Menschen seines Glaubens wäre aber gerade jetzt wichtig gewesen. Sensible Gespräche hätten geholfen, in dieser kritischen Phase den besten Weg einzuschlagen. 

Es entstand die Idee, eine Plattform zu schaffen, über die man Menschen trifft, mit denen man in „sicherer“ Umgebung sensible Themen konstruktiv ansprechen kann, um Fragen zu beantworten, Probleme zu lösen, Verständnis zu spüren und grundlegende Veränderungsprozesse bewältigen zu können. 

Es wurden seither viele Beiträgepersönliche Berichte und Interviews erstellt, heilsame Gespräche und Telefonate geführt, offene Gruppendiskussionen in der Facebook Community abgehalten und in Heime eingeladen.

Hintergrund

Religionen dienten dem Menschen seit jeher zur Beantwortung von wichtigen Fragen der menschlichen Existenz, z.B. der Frage nach dem Sinn des Lebens, wie es nach dem Leben weitergeht, oder der Frage nach der eigenen Identität. Für viele ist Religion sogar der Ausgangspunkt fast aller zwischenmenschlichen Beziehungen.
Unzählige Menschen gewinnen durch ihren Glauben Hoffnung und Halt im Leben, aber dennoch führen Widersprüchlichkeiten und Probleme viele Religionsanhänger irgendwann in Glaubenskrisen mit unterschiedlichem Ausmaß. Je fundamentalistischer die aktuelle Kultur eines Glaubenssystems ausgerichtet ist, desto schwieriger wird auch der darauffolgende Übergangsprozess: bisher wurden Identität, Lebenssinn, soziale Verbindungen, Freizeitaktivitäten, etc. über den Glauben bezogen. Entstehen Zweifel, bricht vielen Menschen gewissermaßen ihre Basis unter den Füßen weg.

Insbesondere fundamentalistische Glaubensgemeinschaften haben leider keine Kultur des freien Denkens und des offenen Austauschs – über viele Themen wird geschwiegen und Zweifel systematisch unterdrückt. Weil Schweigen oder Schönreden aber für Betroffene keine Konflikte löst, keine Wunden heilt und keine Fragen beantwortet, sind offene Gespräche für Betroffene immens wichtig.
Offene Glaubensgespräche werden bei openfaith nicht als Risiko, sondern als Chance verstanden. Zweifel und deren gründliche Verarbeitung werden als elementarer Bestandteil eines nachhaltigen und gereiften Glaubens gesehen. Die Absicht ist, Verständnis und Gemeinschaft für individuelle Heilung und Wachstum zu fördern und nicht, religiösen Organisationen zu schaden oder Glauben zu zerstören. openfaith erkennt den grundsätzlichen Wert und Nutzen eines individuellen und freien Glaubens für den Menschen an.

openfaith Prinzipien
  • Entscheidungsfreiheit und persönliche Offenbarung sind nur dann wirksam, wenn sie mit Informations- und Meinungsfreiheit einhergehen
  • Offenheit und ein Gefühl der Sicherheit müssen in Gesprächen einhergehen
  • Jeder in einer schwierigen Glaubensphase hat Mitgefühl, Gemeinschaft und Freundschaft verdient
  • Hinschauen – nicht wegschauen, auch wenn Fakten unangenehm sind
  • Empathische Kritik und sensible Fragen schaffen Verbindung – destruktive Kritik und persönliche Angriffe schaffen Distanz
openfaith Social Media Präsenz

Unsere openfaith HLT Facebook Community schafft auf verschiedenen Wegen den Ausgangspunkt für offene Gespräche im Kontext der Kirche Jesu Christi HLT. Es gibt auch eine weitere gemischte Facebook-Community für Angehörige verschiedener religiöser Traditionen und Weltbilder
Alle sind zu diesen Gruppen und den Treffen eingeladen, die unseren Zweck und die Verhaltensregeln achten.

openfaith ist
  • eine Plattform zum offenen Austausch in „sicherer“ Umgebung mit klaren Verhaltensregeln
  • eine Initiative für einen offeneren, heilsameren Glaubensdialog
  • eine Chance, von Anderen zu lernen und zu wachsen
  • eine Möglichkeit, etwas zu geben
  • ein Weg, Freunde in Deiner Region für vertrauensvolle, heilsame Glaubensgespräche zu finden
Was openfaith NICHT ist
  • eine Organisation
  • eine Gemeinschaft, die ein bestimmtes Denken vorgibt oder verpflichtend macht
  • eine Kirche
  • eine Abspaltung oder Sekte
Zitate

Reife Formen von Religion operieren nicht mit vereinfachten oder unplausiblen Antworten, sondern bewegen uns dazu, die richtigen Fragen zu stellen. Nicht nur „was bedeutet es, glücklich oder erfolgreich zu sein?“ Sondern auch „was bedeutet es, ein wirklich ethisches Leben zu führen? Teil einer Gemeinschaft zu sein? Etwas Größerem als dem eigenen Selbst zu dienen?“

Um diese Art von Religion zu finden, müssen wir Gemeinschaften suchen oder wenn nötig neu erschaffen, die weise, liebevolle Versionen des Glaubens unserer Kindheit adaptieren. Wir müssen Geistliche finden, deren spirituelle Tiefe mit intellektueller Tiefe einhergeht; die verstehen, dass ‚guter‘ Glaube eine Form des Protestes gegen die Egozentrik, den Materialismus, die Geringfügigkeit und die Grausamkeit des modernen Lebens ist; und die sich wohl fühlen, wenn sie den Satz „Ich weiß es nicht“ aussprechen. – Sarah Hurwitz

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Einer trage des anderen Last; so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. – Paulus von Tarsus, Galater 6:2

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Freundschaft vergrößert unser Glück und vermindert unsere Not, indem sie unsere Freude verdoppelt und unsere Trauer halbiert. – Cicero

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Ehrlichkeit und Offenheit machen Dich verwundbar. Sei trotzdem ehrlich und offen. – Mutter Theresa

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Manchmal braucht es einen überwältigenden Zusammenbruch, um einen großartigen Durchbruch zu haben. – Unbekannt

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Urteile nie über einen anderen, ehe du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist. – indianisches Sprichwort

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Zweifel soll, darf, muss sein, sonst wird Glaube alsbald zum Fundamentalismus, der keine Fragen zulässt. Wer keine Fragen erlaubt, verschließt die Augen, hat Angst. – Margot Kässmann

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Der Unterschied zwischen Kritik und konstruktiver Kritik ist Empathie – Tony Ferrar

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Ich fürchte mehr, dass dieses Volk so viel Vertrauen in seine Führer hat, dass es sich nicht selbst bei Gott erkundigen wird, ob diese von ihm geführt werden. Ich fürchte, sie befinden sich in einem Zustand blinder Selbstsicherheit und vertrauen ihr ewiges Schicksal in die Hände ihrer Führer mit einem leichtsinnigen Vertrauen, das selbst bereits die Absichten Gottes für ihre Erlösung vereiteln und den Einfluss schwächen würde, den sie ihren Führern geben könnten, wüssten sie selbst durch die Offenbarungen Jesu, ob sie in der richtigen Weise geführt werden. Brigham Young

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Wenn sich die [Mitglieder] vom Herrn abwenden, müssen sie fallen; sie verlassen sich alle auf den Propheten, darum sind sie in ihrem Verstand verdunkelt, und zwar deshalb, weil sie das, was ihnen selbst obliegt, vernachlässigen … – Joseph Smith, in Lehren des Propheten Joseph Smith, Seite 241; deutsche Ausgabe 1983