Missbrauch

„Als ich zum ersten Mal begriff, dass Schweigen lauter sein kann als Schreie“

Gemeindehaus Köln (Bildquelle: Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage)

Von Tanja (Name geändert)

Ich war zwölf Jahre alt, als ich zum ersten Mal begriff, dass Schweigen lauter sein kann als Schreie. Der Missbrauch in meiner scheinbaren HLT-Bilderbuchfamilie, in der alle aktiv zur Kirche gingen, begann leise, fast unsichtbar, und doch veränderte er alles, was ich über Nähe, Vertrauen und Sicherheit glaubte. Ich war ein Kind und verstand nicht, was geschah – nur, dass es falsch war und dass niemand eingriff.

„Wenn man dann doch sprach, machte man mich verantwortlich – ein Kind“

Am schlimmsten waren nicht nur die jahrelang andauernden und ständig wiederkehrenden sexuellen Übergriffe meines Bruders selbst, sondern die Reaktionen derer, zu denen ich eigentlich hätte laufen können. Meine Eltern sahen weg. Wenn ich versuchte, Worte zu finden, wich man meinem Blick aus. Und wenn man doch sprach, dann machte man mich verantwortlich – ein Kind. Ich lernte früh, dass mein Schmerz etwas war, das man besser verdrängte, um den äußeren Schein zu wahren.

In meiner Verzweiflung wandte ich mich damals an einen Bischof. Ich dachte, die Kirche sei ein Ort, an dem man gehört wird. Ein Ort, an dem Erwachsene helfen, wenn man selbst keine Kraft mehr hat. Aber auch dort stieß ich auf Schweigen, Ausflüchte und eine Haltung, die mich erneut alleinließ. Man hörte zu, ohne wirklich zuzuhören. Man hätte handeln können – aber tat es nicht.

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Umgang mit Kindesmissbrauch bei den Mormonen (HLT) im deutschsprachigen Raum

Guido Müller

Es hört nicht mehr auf…

…da mir im Kirchenkontext mittlerweile sehr glaubhaft und teils auch mit nervenaufreibenden Schreiben der Betroffenen von acht Kindesmissbrauchsfällen allein in Süddeutschland berichtet wurde…und einem weiteren echt super unglücklichen Fall aus der höflich-verschwiegenen Schweiz…und ungefähren Hinweisen auf zahlreiche weitere Fälle wenn man den gesamten deutschsprachigen Raum einschließt…

Gemeindehaus Stuttgart, Bildquelle: weilimdorf.de

Ein paar Gedanken

1. Nein, bei allem Willen den „Glauben“ eines Menschen zu respektieren: ein Krankensegen ist kein probates Mittel, um jemanden von einer pädophilen Neigung zu „heilen“.

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Gedanken zu „Sei lieb – bete und gehorche“ auf Netflix

Von Guido Müller

War heute auf der Suche nach ner neuen Serie auf Netflix, um diese mit Iris oder meinem Sohn zu schauen. Nun ja, die Nr. 5 in den Netflix-Charts war heute „Sei lieb – bete und gehorche“, der neue Doku-Film über die FLDS.

Quelle: netflix.com

20 Minuten konnte ich mir das antun, dann musste ich erstmal pausieren.

Nun ja, zum Glück hat sich die heutige HLT-Kultur ja völlig und gänzlich vom zugrundeliegenden Gedankengut verabschiedet und ist voll auf gesunde Selbstbestimmung aus, auch für Frauen.

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Dr. Julie Hanks: „HLT-Bischöfe sind keine Therapeuten“

Die Bischöfe der Heiligen der Letzten Tage sind keine Therapeuten. Meiner Erfahrung nach müssen Bischöfe, gerade wenn es um Missbrauch geht, weniger beraten und mehr auf die Experten zurückgreifen. Sie sind der geistliche Leiter einer Gemeinde, aber sie sind normalerweise kein Experte auf bestimmten Gebieten. Missbrauch ist kein geistiges Problem – es ist ein Verbrechen.

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