HLT

„Emmas Zögern war kein Mangel an Glauben, sondern ein intakter innerer Kompass“

Community Beitrag von Nicole Schwab

Bildquelle: LDS Living

Wenn wir über Emma Smith sprechen, sprechen wir nicht einfach über eine „schwierige Frau“ oder eine Ehekrise. Wir sprechen über ein Machtgefälle, das religiös legitimiert wurde – und genau deshalb so schwer zu erkennen ist.

„Wir sprechen bei Emma Smith nicht über eine ’schwierige Frau‘ oder eine Ehekrise, sondern über ein Machtgefälle, das religiös legitimiert wurde – und genau deshalb so schwer zu erkennen ist.“

Emma Smith wollte die Polygamie nicht leben.
Nicht aus Rebellion.
Nicht aus Unglauben.
Sondern weil sie es nicht wollte.

Und dieses „Nicht-Wollen“ ist entscheidend.

Was Emma tatsächlich gesagt wurde

Joseph Smith erklärte die Polygamie nicht als persönliche Entscheidung, sondern als göttliches Gebot.
In den Offenbarungen (u. a. später in LuB 132) wird sehr deutlich: Wer dieses Gesetz annimmt, wird erhöht. Wer es ablehnt, riskiert Ausschluss, Verlust von Segnungen, Trennung, Vernichtung.

Auch wenn diese Worte theologisch verpackt sind, ist die Botschaft klar: Wenn du nicht zustimmst, verlierst du alles:

Deine Ehe.
Deine Gemeinschaft.
Deine Zugehörigkeit.
Dein ewiges Heil.

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„Warum ich Kirche und menschliches Fehlverhalten nicht mehr trennen kann“

Community-Beitrag von Nicole Schwab

Bildquelle: Salt Lake Tribune

Lange Zeit habe ich versucht, den Gedanken aufrechtzuerhalten, dass Kirche als Institution etwas anderes ist als die Menschen, die in ihr dienen. Dass Gott vollkommen ist, und Menschen Fehler machen und dass man daher die Kirche nicht für diese Fehler verantwortlich machen darf.

Dieser Gedanke wurde mir oft so vermittelt, dass er sich wie ein Grundpfeiler des Glaubens anfühlte. Doch heute spüre ich: Für mich stimmt das nicht mehr. Und ich möchte erklären, warum, ganz ruhig, respektvoll und aus meiner eigenen Erfahrung heraus.


1. Eine Organisation kann nicht von den Menschen getrennt werden, die sie repräsentieren. In jedem anderen Bereich unseres Lebens ist dieser Gedanke selbstverständlich.

Wenn jemand in einem Unternehmen arbeitet und grob gegen Regeln, Ethik oder Sicherheit verstößt, dann trägt nicht nur der einzelne Mitarbeiter Verantwortung, sondern auch das Unternehmen, das ihn eingestellt, autorisiert und nicht rechtzeitig eingegriffen hat.

Warum?

Weil er das Unternehmen repräsentiert.

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„Ich darf Gott behalten -auch ohne ein Konstrukt, das mich definiert.“

Community-Beitrag von Nicole Schwab

Bildquelle: Nicole Schwab

Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich das teilen soll. Nicht, weil ich Angst habe, sondern weil mir wichtig ist, dass meine Worte mit Respekt gelesen werden. Ich möchte niemandem etwas nehmen, sondern einfach meine eigene Reise sichtbar machen. Vielleicht findet sich jemand darin wieder, vielleicht auch nicht, beides ist in Ordnung. Für mich ist es ein weiterer Schritt, mir selbst treu zu sein und auszusprechen, was in mir gewachsen ist.

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„Was soll ich noch beachten bevor ich mich taufen lasse?“

Community Beitrag von Anonym

Bildquelle: Presseseite HLT-Kirche

Guten Abend,

kurz zu mir: Ich bin 18 Jahre alt und seit einem Jahr ein „Investigator“ in der Kirche. Ich habe bereits Teile des CES Letters gelesen und mir die Videos von Alyssa Grenfell angesehen. Die darin geäußerte Kritik konnte ich entweder mit dem Faithful Reply to the CES Letter oder durch eigenes Nachdenken klären.

Ich habe viel im Buch Mormon gelesen und mehrmals darüber gebetet. Ich denke, dass die Kirche wahr ist.

Was sollte ich noch beachten, bevor ich mich taufen lasse?
(Antworten der OF-Community in den Kommentaren)

An unsere Familie und Freunde

Claudine Foudray

In diesem kurzen Brief geht es nicht um Kirchen-Lehre, -Politik oder -Geschichte. Wir haben eine Botschaft, die uns aus dem Herzen kommt und die wir gerne teilen möchten. Wir wissen, dass viele von euch über unsere Entscheidung, die Kirche zu verlassen, verwirrt sein könnten. Wir nehmen es euch nicht übel, wenn ihr das so empfindet. Es gab eine Zeit, in der wir nicht verstanden haben, warum jemand aus der Kirche austreten würde. Vor 2016 konnten wir uns nicht vorstellen, an dem Ort zu sein, an dem wir jetzt sind.

Aber wir möchten, dass ihr Folgendes wisst: Niemand hat uns beleidigt. Wir lieben Euch genauso sehr, wie wir es immer getan haben! Wir glauben nicht mehr an die Wahrheitsansprüche der Kirche und wir vertrauen der Kirche als Institution nicht mehr; wir sehen jedoch immer noch viel Gutes im Mormonentum. Wenn ihr die Kirche liebt und das Gefühl habt, dass sie euch hilft, ein besserer Mensch zu werden, respektieren wir eure Entscheidung, aktiv zu bleiben.

Es gab Aspekte unseres Glaubenswechsels, die sehr schmerzhaft waren

Es ist nicht unsere Absicht, euch dazu zu bringen, eure Meinung zu ändern. Wir haben es nicht nötig, von Euch „gerettet“ zu werden. Es gab Aspekte unseres Glaubenswechsels, die sehr schmerzhaft waren, aber wir haben sie verarbeitet. Wir haben Frieden. Wenn ihr Fragen an uns habt, sind wir offen dafür, über alles zu reden. Wenn ihr jemanden kennt, der aus der Kirche ausgetreten ist, und ihr wissen wollt, wie ihr auf ihn zugehen könnt, sind wir vielleicht eine gute Anlaufstelle für euch. Wir hoffen, dass ihr einen Weg findet, um zu verstehen, dass die Kirche nicht für jeden ein sicherer Ort ist und dass manche Menschen die Kirche verlassen, weil sie ihrem Gewissen folgen. Wir wissen, dass wir die Entscheidung getroffen haben, die für uns richtig ist und im besten Interesse unserer geistigen Gesundheit liegt. […] Wir werden für immer dankbar sein für unsere Reise durch das Mormonentum und für all die guten Dinge, die wir als aktive Mitglieder gelernt haben. An dem Ort, an dem wir jetzt sind, glauben wir mehr denn je an die Macht der Liebe.

„PV-Antwort-Lösungswege können einem total im Weg stehen und toxische Dynamiken begünstigen“

Guido Müller

FRÜHER…

…lernte ich in der „Kirche“, dass die wichtigsten Lösungswege, wenn ich mich schlecht fühlte, in etwa folgende seien:

  • Gehorsamer gegenüber Gottes Geboten sein (kongruent mit den Geboten und Richtlinien der Kirche Jesu Christi HLT)
  • Mehr anderen Dienen
  • Mehr in den Heiligen Schriften lesen
  • Mehr beten
  • Weniger an mich selbst denken
  • Mehr in den Tempel gehen
  • etc. etc. etc.
Bildquelle: churchofjesuschrist.org

HEUTE…

…spüre ich mehr und mehr, dass die oben beschriebenen Lösungswege, die tausendfach in Sonntagsschul- und PV Klassen wiedergekäut werden, nicht nur zu kurz greifen und sondern sogar gefährlich irreführend sein können.

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„Oaks meint das wirklich so“

Guido Müller

Wir leben in einer Welt, wo das Bewusstsein gewachsen ist, dass Ungerechtigkeit und Leid, das durch unregulierte religiöse Machtausübung passiert, durch freie Rede und angebrachte Kritik eingedämmt werden kann. Hier sind insbesondere Menschen gefragt, die mit den jeweiligen Religionen direkt zu tun hatten oder ein Teil davon sind.

Quelle: YouTube

Während religiöse Führungspersonen zahlreicher Religionen sich in Richtung eines gesünderen, gemäßigten Umgang mit Kritik bewegen, bleiben unzählige HLTs mehr oder weniger auf dem Stand von Oaks. Stimmt es, dass sie im Tempelendowment weiterhin versprechen müssen, „evil speaking of the Lords anointed“ zu unterlassen…? Oder wurde das kürzlich entfernt? Das ist ein Freibrief dafür, jegliche auch sinnhafte Kritik am Verhalten von Kirchenführern im Keim zu ersticken und direkt das Verhalten eines Kritikers als „sündhaft“ einzustufen.

Viele Menschen würden lieber sterben, als in ihrer Gemeinschaft Scham zu erleben

Die Psychologie sagt: Viele Menschen würden lieber sterben als innerhalb ihrer Gemeinschaft „Scham“ zu erleben und Gefahr zu laufen, am Rande oder „draußen“ zu stehen. Das macht evolutionstechnisch gesehen auch Sinn, finde ich: Vom Stamm verstoßen zu werden und ganz allein gegen den Säbelzahntiger kämpfen „is no fun“. Damit wird das Tempelversprechen ein nicht zu unterschätzender unterbewusster Maulkorb für alle Mitglieder.

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Gründe, die trotz allem FÜR die Kirche Jesu Christi HLT sprechen

Ein Beitrag von Guido Müller

Hi liebe Leute, ich vermisse hier seit einiger Zeit bestimmte Argumente, die trotz allem FÜR die Kirche Jesu Christi HLT sprechen.

Selbst viele Ex-HLTs hier betonen regelmäßig die zahlreichen positiven Erfahrungen mit Mitgliedern, Gemeinschaft, etc. ….Ich kenne nicht so viele Organisationen, wo das der Fall ist.
Ich für meinen Fall kann sagen, dass es sich immer noch buchstäblich so anfühlt, eine Familie verloren zu haben. Es gibt Zeiten, da fühle ich mich innerlich zerrissen und traurig über das Ganze. Menschen und Gemeinschaft, die bestimmte Werte leben wollen, das hat einen Zauber und Reiz, egal was „die da oben“ anstellen. Menschen haben einen göttlichen Kern – und sie sind der Grund, warum diese Kirche wertvolle Gemeinschaft bietet. Immer wieder hört man, dass das System ohne Fehler sei, und die Menschen vor Ort Mist bauen, ich persönlich sehe es auch ein wenig andersrum: Wir haben zahlreiche Menschen, die erstmal allesamt von Natur aus auf eine gewisse Weise „wunderbar und göttlich“ sind, in einem System, das zahlreiche Schwächen besitzt und oft dafür sorgt, dass gute Menschen anderen guten Menschen und sich selbst schaden.

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Was man als ehemaliges Mitglied den aktiven HLTs besser nicht sagen sollte

Guido Müller & Dr. Julie Hanks

Seit sieben Jahren gibt es hier jetzt den Dialog zwischen HLTs jeder Couleur, egal ob noch Mitglied der Kirche, ausgetreten oder etwas „dazwischen“ – ausgestattet mit einem breiten Spektrum an Erfahrungen und Sichtweisen. Hier gibt es einige HLTs, die sich regelmäßig damit auseinandersetzen und anhören, was ausgetretene HLTs zu sagen haben. Aber eben auch umgekehrt. Was hier kommuniziert wird, hat sicher auch einen Einfluss darauf, wie man mit den Liebsten spricht. Dabei gilt wie überall: Der Ton macht die Musik. In diesem Forum ging es häufig darum, wie ehemalige HLT nicht behandelt werden wollen. Nun mal zum Thema, wie man als ehemaliger HLT diejenigen im eigenen Kreise behandelt, die noch hingehen.

Die Anregungen von Dr. Julie Hanks: (ich bin mir sicher, sie meint die Liste wirklich als Anregung und nicht als „Vorschrift“.)

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Die Wahrheit macht frei: Meine Jahre bei den Mormonen und der lange und schmerzvolle Ausstieg

Ein Beitrag von Siegfried Herrmann

Siegfried Hermann erzählt seine Geschichte

Wenn ich heute über meine Mitgliedschaft bei den Mormonen nachdenke, erfüllt mich dies mit Unverständnis und Betroffenheit. Ich frage mich, wie ich diese Organisation über so lange Zeit zum Mittelpunkt meines Lebens machen konnte. Heute, nachdem ich im Zug
meiner Nachforschungen dutzende von Büchern und tausende von Seiten gelesen und auch die unerfreulichen Aspekte dort erlebt habe, halte ich diese Organisation nicht nur für unehrlich und unchristlich, sondern für durchweg korrupt und betrügerisch. Ich bereue, dass ich so viel Zeit und Energie in diese Organisation gesteckt habe. Und ja, es reut mich auch das viele Geld, das ich gespendet habe. Erklären kann ich mir das nur mit einer gewissen Blindheit, die dort verordnet wird und die man sich in gewissem Maß auch selbst verordnet. Wer in so einem System aufwächst und erzogen wird, hat es besonders schwer, sich von dieser Blindheit frei zu machen. Alle Sekten machen abhängig, sie wollen und müssen dies um ihre Ziele zu erreichen, auch wenn sie, wie die Mormonenkirche, verbal die Entscheidungsfreiheit propagieren. Sie arbeiten über unser Unterbewusstsein: Schuld und Angst sind ihre wichtigsten Mittel um Gehorsam und Abhängigkeit zu erreichen. Eine Programmierung, von der sich ein Mitglied mit zunehmender Dauer immer schwerer lösen kann.

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