Schlagwort-Archive: Christentum

Erziehung: Wie vermittle ich meinen Kindern einen Wertekompass und Spiritualität ohne fragwürdige religiöse Dogmen?

von Guido Müller

Ich stimme in Sachen Erziehung Dr. Julie Hanks zu. Sie sagte dass es aus ihrer Sicht gut ist wenn Kinder von Eltern und in anderen Kontexten einen Moral- und Werte-Kompass vermittelt bekommen, den sie als Ausgangspunkt nehmen können, um ihn zu leben, zu reflektieren, aber dem sie dann auch irgendwann widersprechen können oder damit anecken dürfen.

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Wie sieht Religion in Zukunft aus?

Aus der Community

Wie können wir uns selbst, unsere Familien und unsere Gesellschaft nach der Dekonstruktion der Religionen und dem Versagen der kirchlichen Institutionen neu strukturieren? Wie können wir Spiritualität praktizieren, ohne die Wissenschaft hinter uns zu lassen? Das Mormonentum zum Beispiel ist eine sterbende Religion, deren Kirchengebäude nach und nach verkauft werden, deren Mitgliederzahlen sinken und deren Kinder fast ganz abwandern. Große Teile der entwickelten Welt werden schon bald keinen mormonischen Einfluss mehr haben. Was also kommt nun? Diesen und weiteren Fragen widmen sich Britt Hartley und Bill Reel in ihrem Podcast Almost Awakened.

Britt Hartley (Bildquelle: Facebook)

Dabei kommen Sie auch auf eine spannende Analyse der aktuellen Situation, in der sich eine wachsende Anzahl HLTs wiederfindet. In einem Facebook-Post fasst Hartley den Ist-Zustand zusammen. In der Regel gibt es drei Möglichkeiten, die angeboten werden.

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Elder Neil L. Andersen: „Wer die HLT-Kirche verlässt, kehrt Jesus den Rücken zu“

Kommentar von Guido Müller

Ich bin während der Konferenz kaum dazu gekommen, mich mit den gepredigten Botschaften zu beschäftigen. Eine Stelle, über die wohl am heissesten und am meisten diskutiert wurde, sind die 1-2 Min von Neil L. Andersen zu denen ich hier vorgespult habe:

Verkürzt: Menschen, die die Kirche verlassen und besonders diejenigen die das nicht in sozialmedialer Mucksmäuschenstille tun, werden von Elder Andersen mit den Jüngern gleichgesetzt, die Jesus verlassen haben.

Wäre es wirklich so viel furchtbarer, wenn er stattdessen folgendes gesagt hätte:

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„Vielleicht ist meine Vorstellung in vielen Dingen dann einfach nicht kirchenkompatibel und ich erwarte zuviel“

Ein Erfahrungsbericht von Gwen

Bildquelle: tinybuddha.com

Jahrelang habe ich geglaubt, dass mit mir etwas nicht in Ordnung ist. Jahrelang habe ich mich gefragt, ob ich es bin, die etwas falsch macht. Seit drei Jahren „darf“ ich mir das Prädikat „Witwe“ and die Brust heften, nichts was man gerne will, aber das Leben hat es so entschieden. Ich habe nie ein Geheimnis darum gemacht, warum das so ist. Ich war von 2017 bis 2020 relativ inaktiv in der Kirche. Denn 2017 erlitt mein Partner ein schweres Schädel-Hirn-Trauma. Eine Hirnblutung, die ihm fast das Leben gekostet hätte und die ihn, nach Klinik und Reha, pflegebedürftig zurück ließ. Auch wenn er körperlich wieder relativ hergestellt wurde, so blieb doch eine kognitive Einschränkung, die es schwierig machte ihn auch nur wenige Stunden allein zu lassen. Eine „aktive Teilnahme“ am Kirchenleben war so nicht möglich. Seine Betreuung hat mich, aller Professionalität zum Trotz, an meine psychischen Grenzen gebracht. 2019 kam dann der Suizid und ich bin kollabiert.

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Beten für die Ukraine: zwei Seiten der Medaille

Ein Kommentar von Guido Müller

Ich find’s weder schlimm noch verachtenswert, für andere Menschen in Not zu beten und wenn mir jemand in einer schwierigen Lage sagt, sie/er würde für mich beten wollen, dann bedanke ich mich höflich im Respekt für das, was es dieser Person bedeutet. Dennoch finde ich, sollte man beim Beten etwas differenzieren.


DIE EINE SEITE

Für jemanden beten, das bedeutet auch immer, an diese Person zu denken…und das ist was Positives. Beten, das heisst hoffentlich für die meisten auch, sich Gedanken zu machen, was man für einen Menschen tun kann. Und es kann auch heißen, sich mit einer höheren und feineren Liebe und Intelligenz verbinden zu wollen. Und die eigenen Gedanken, Handlungen und Ziele damit in Einklang zu bringen. Ich bin total dabei, dass da viel Gutes drin steckt. Und vielleicht wollen Menschen auch einfach an einer Hoffnung und einer Sehnsucht festhalten und gute Wünsche zum Ausdruck bringen….alles top…alles gut! Bin jetzt persönlich nicht so derjenige, der tatsächlich glaubt, den russischen Panzern ginge durch die Gebete der Kraftstoff aus. Oder die Zielsysteme der Raketen versagen dadurch auf magische Weise und landen im Acker statt in der bewohnten Siedlung, wie ich heute gelesen habe. Aber insgesamt habe ich gegen Beten nicht so viel einzuwenden.


DIE ANDERE SEITE

Dennoch hab ich ein Gefühl im Bauch dass Beten auch heißen kann, Verantwortung abzugeben und sich aus der Affäre zu ziehen. Und wenn ich mir das Statement der Ersten Präsidentschaft ansehe, die früher mal gesagt haben, lediglich 0,4 % der jährlichen Vergrößerung ihres Dagobert Duck Tresors pro Jahr für alle humanitären Aktionen zu spenden, aber sich nun primär darauf beschränken, für die Menschen in der Ukraine zu beten, dann ist das für mich ein PR-Gau und hat etwas von toxischer Unverantwortlichkeit.

HINTERGRUNDWISSEN
Die Kirche hat sich vor ein paar Jahren mal damit geschmückt, schon seit 30 Jahren ca. 40 Mio pro Jahr für humanitäre und mildtätige Zwecke zu geben.

Auf ein Jahr gerechnet würde das bedeuten:
7 Milliarden steuerfreie Zinsgewinne aus dem Ensign Peak Fond + ca. 7 Milliarden Einnahmen aus Zehnten und Spenden  = ca. 14 Milliarden jährliche Einnahmen (das sind 14000 Millionen Dollar, ein unfassbarer Betrag)
laufende feste Ausgaben jährlich: ca. 5 Milliarden Dollar habe ich mal gelesen.

Es bleibt ein Überschuss von 9 Milliarden jährlich, Tendenz steigend. Von diesem Überschuss werden 40 Mio gespendet. Wie viel Prozent sind das? Das wären dann ca. 0,4 Prozent, die die Kirche spendet.

Zum Vergleich: Falls ich pro Jahr 10000 Euro zur Seite legen könnte, würde das einer jährlichen Spende von 40 Euro entsprechen.Dafür dass es die reichste Kirchenorganisation der Welt (noch vor der katholischen Kirche) ist, kann uns das nicht besonders stolz machen.

Man sollte auch nicht unterschätzen, dass dieses Verhalten Vorbildwirkung hat. Klar, unzählige HLT helfen…auch ich….aber wie viele lassen sich unterschwellig von der „Dagobert-Betet-Mentalität“ beeinflussen und belassen es bei ein paar Bestellungen beim himmlischen Hilfs-Sheriff und ein paar symbolischen Spenden?

Wer so viele Möglichkeiten hätte und primär betet, macht es sich womöglich zu leicht

Wer auf 130 Milliarden Dollar für den Rainy Day sitzt, und dann in so einer Krise primär beten will, der WILL womöglich nicht wirklich helfen, sondern irgendwas anderes… Der gibt Verantwortung an ein ersehntes allmächtiges Wesen ab, ohne die eigenen Möglichkeiten auszuschöpfen. Der macht es sich zu leicht.

Wenn beten heisst, Verantwortung abzugeben, und nicht mehr zu überlegen, was man selbst auch in der realen Welt noch tun kann, dann lieber nicht beten und bitte diese Art des Betens auch nicht an die große Glocke hängen.

„Mein Gefühl sagte mir, dass etwas nicht stimmt“

Erfahrungsbericht zum Erstendowment von Sam (Name geändert)

Als ich endlich anfing zu hinterfragen, ob mein Glaube an die Wiederherstellung der Kirche Gottes durch Joseph Smith usw. richtig ist, ob ich die Wahrheit gelehrt bekommen und gelehrt habe, fing ich auch an, meinen Weg in der HLT-Kirche zu beleuchten, prägende Ereignisse auseinander zu nehmen und endlich auch an mich ran zu lassen. Ich dachte oder redete es mir oft ein, dass wenn die überwältigende Mehrheit meines Umfeldes bezeugt, dass gewisse Dinge sich gut anfühlen oder anzufühlen haben, muss es ja an mir liegen, dass ich es nicht so empfinden kann. Vielleicht ist dem so, vielleicht auch nicht. Wenn es so ist, dann schäme ich mich nicht und lasse mir dies auch nicht einreden. Denn ich bin ein Individuum. Dem einen hilft Penicillin, dem anderen kann es unter Umständen ernsthaft schaden. Um meinen Weg in der Kirche zu überprüfen habe ich angefangen, Schlüsselmomente für mich niederzuschreiben und zu reflektieren.

Einer dieser Momente war mein Endowment bzw. das ganze Wochenende am und im Tempel eigentlich, aber das habe ich in mehrere Kapitel unterteilt. Ich teile mit euch das Kapitel, das über mein Endowment berichtet.

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Warum nahm der Herr Abels Opfer an, aber Kains nicht?

Community-Beitrag von Frank

Bildquelle: scheublein.com

Warum nahm der Herr Abels Opfer an, aber Kains nicht? Diese Frage ist viel diskutiert und innerhalb unserer Kirche „dank“ der köstlichen Perle auch leicht zu beantworten. Kain ist von Beginn an auf der schiefen Bahn. Er liebte den Satan mehr als Gott. Anders wie Abel, hörte er nicht auf die Worte des Herrn und so erklärt sich die Ablehnung des Opfers. Abel dagegen leuchtet als Musterbeispiel des Gehorsams.

Andere christliche und jüdische Glaubensgemeinschaften sind der Meinung, dass Kain nicht mit der nötigen Liebe und Hingabe geopfert hat. Das Geschenk wäre also nicht von Herzen gekommen. Das scheint in der Köstlichen Perle zumindest kein Argument zu sein, denn schon Adam opfert nur aus Gehorsam ohne überhaupt genau zu wissen warum.

Eines ist zumindest gleich, Kain ist von vornherein der Böse und Abel der vorbildliche Gute. Dieser Darstellung widersprechen aber immer mehr Theologen, die sich mit dem Text in Genesis 4 auseinander gesetzt haben. Sie geben auf die o. g. Frage folgende Antwort:

„Wir wissen es nicht.“

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„Wenn man denkt, es wird Brot geworfen, aber in Wirklichkeit fliegen Steine“

Aus der Community

Ich wollte bereits am Montag abend ein Bild/Gleichnis von jemandem weitergeben, den ich hier im Pfahl als echten Nachahmer Christi wahrnehme, dann kam aber der Facebook-Breakdown dazwischen. Bei den Ansprachen dieser Person habe ich den Eindruck, ALLE ZUHÖRENDEN können wachsen und lernen.

Steinfänger werden – ein Anliegen Christi?

Das folgende Gleichnis wurde am vergangenen Sonntag in einer Ansprache verwendet, wo Mitglieder im Rahmen einer Gemeindekonferenz eingeladen wurden, darauf zu achten, wie sie miteinander umgehen. Alle Mitglieder wurden eingeladen, im übertragenen Sinne zu „Steinfängern“ zu werden. Darauf zu achten, wann ein Stein auf einen Mitmenschen losgeworfen wird, und sich mutig davor zu stellen. Natürlich auch, bisher unbemerktes eigenes Steinewerfen zu hinterfragen. Er sagte auch, manchmal mögen wir uns dabei sehr hilflos vorkommen, wenn wir uns in die Flugbahn eines Steines hechten … und manchmal mögen wir den Stein, der für jemand anders bestimmt war, sogar selbst abbekommen.

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Klagelied eines Gläubigen im Exil

Von: Bischof John Shelby Spong (Aus dem Vorwort von „Jesus for the Non-Religious“)
Übersetzung: Guido Müller

Ach, Jesus, wo bist du hin? Wann haben wir dich verloren?

War es, als wir uns so sicher waren, dass wir dich besitzen, dass wir Juden verfolgten, Zweifler exkommunizierten, Ketzer verbrannten und Gewalt und Krieg anwandten, um Bekehrung zu erzwingen?

War es, als unsere Vorstellungen aus dem ersten Jahrhundert, mit wachsendem Wissen kollidierten? Oder als Bibelgelehrte uns darüber informierten, dass die Bibel nicht wirklich das stützt, was wir einst glaubten?

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Geistige Entdeckungen im Neuen Testament durch Kenntnis von Kultur und Sprache

Live-Gespräch mit Tristan

Tristan ist HLT-Mitglied, war in Griechenland auf Mission und hat tiefgehende Kenntnisse zu Sprache & Kultur im Neuen Testament. Er sagt: Übersetzung ist immer Interpretation. Ohne Beschäftigung mit dem Ursprung gehen einem womöglich wichtige geistige Erkenntnisse verloren und ein Teil der ursprünglichen Schönheit christlicher Lehren.

Wortbedeutungen und Zusammenhänge, die beleuchtet werden:

0:00​ Einleitung
2:40​ “Im Anfang war das WORT”
17:00​ KIRCHE
23:50​ SÜNDE
28:00​ UMKEHR
34:10​ TEUFEL
41:45​ GLAUBE
47:30​ „Du bist weder kalt noch heiß“
59:00​ Gemeindeleben der „Urkirche“
1:15:30​ Ämter in der „Urkirche“
1:29:15​ Fragen & Kommentare der Zuhörer

Kommende Live-Gespräche unter https://openfaith.de/veranstaltungen/