Glaube

„Gnade und Wahrheit sind kein exklusiver Besitz. Sie fließen dort, wo Menschen aufrichtig suchen – ob in der Kirche, im buddhistischen Tempel oder am Shintō Schrein“

Community Beitrag von Gwen

Bildquelle: Gwen

Ich sitze still auf einer Bank der Gemeinde in Osaka, die mich eingeladen hat, sie zu besuchen und kennenzulernen.

Die Sonne fällt durch die Fenster, auf die Gesichter der Menschen, die mich einladen, hier zu sein. Sie singen, beten, lachen, und ich spüre sofort: Hier lebt Christus. Der heilige Geist ist stark. Im Lobpreis, der Anbetung, in der Predigt. Kein Zweifel. Kein Zaudern.

Doch dann sehe ich, wie sie nach dem Gottesdienst nach draußen eilen, Laternen, Tōrō Nagashi, vorbereiten für das Ende des Obon-Fest.

Sie verbeugen sich vor den Ahnen, zünden Kerzen an, erzählen mir wie selbstverständlich, dass die Geister der Verstorbenen willkommen sind, wie sie Bon-Odori tanzen und ihre Hausaltäre geschmückt haben – und ich merke, wie mein Herz stolpert.

„Ich denke: viele überzeugte Christen würden die Hände über den Kopf zusammenschlagen und sagen: Dämonisch. Irrweg. Gefahr. Und einen Exorzismus planen. Diesen Menschen Wahrheit, Glauben und Errettung absprechen. Aber ich sehe hier nur Hingabe. Ernsthaftigkeit. Respekt. Liebe.“

Ich denke: viele überzeugte Christen würden die Hände über den Kopf zusammenschlagen und sagen: Dämonisch. Irrweg. Gefahr. Und einen Exorzismus planen. Diesen Menschen Wahrheit, Glauben und Errettung absprechen.

Aber ich sehe hier nur Hingabe. Ernsthaftigkeit. Respekt. Liebe.

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Klagelied eines Gläubigen im Exil

Von: Bischof John Shelby Spong (Aus dem Vorwort von „Jesus for the Non-Religious“)
Übersetzung: Guido Müller

Ach, Jesus, wo bist du hin? Wann haben wir dich verloren?

War es, als wir uns so sicher waren, dass wir dich besitzen, dass wir Juden verfolgten, Zweifler exkommunizierten, Ketzer verbrannten und Gewalt und Krieg anwandten, um Bekehrung zu erzwingen?

War es, als unsere Vorstellungen aus dem ersten Jahrhundert, mit wachsendem Wissen kollidierten? Oder als Bibelgelehrte uns darüber informierten, dass die Bibel nicht wirklich das stützt, was wir einst glaubten?

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Roger Diethelm: Meine Suche nach Gott – Fragen, Antworten, Überraschungen & Krisen

Live-Gespräch mit Roger Diethelm (Moderation: Guido Müller)

Art Credit: Del Parson („Carpenters Son“)

KAPITEL

0:00 Einleitung und Motivation
9:30 Erste Bestätigung für den Glauben an Gott
12:10 Hinterfragen schon beim Sonntagsunterricht für Kinder (PV)
15:48 Roboterhafter Eindruck mancher Missionare
19:15 Kleiner Junge hat Unfall & Heilende Macht Gottes
24:05 Gebete & wie Roger seine Frau gefunden hat
31:00 Tod seines Bruders & Sorgen um seine Seele
41:05 LGBT-Sichtweise ändert sich
51:50 Belehrungserfahrung lesbisches Pärchen
59:00 Dann „Iss, trink & sei lustig“?
1:02:40 Verunreinigte Kirche: Nur die Anderen?
1:09:00 Warum ihm offene Glaubensgespräche wichtig sind
1:12:50 Sorgen & Fragen über Polygamie
1:21:15 Fragen, Kommentare & Feedback der Teilnehmer

HINTERGRUND

Roger ist in Zürich in eine gläubige HLT-Familie (Spitzname: Mormonen) geboren worden und hatte schon in jungen Jahren einfache, aber persönlich beeindruckende Erlebnisse, die seinen Glauben und seine Gewissheit stärkten: Gott ist für mich da. Diese zogen sich wie ein roter Faden durch sein ganzes Leben. Andererseits fing er schon als Kind im Sonntagsunterricht an, auch kritisch zu hinterfragen. Bezüglich bestimmter kirchlicher Lehren und Richtlinien hatte er so manche schmerzhaften Widersprüche, Zweifel und Krisen zu bewältigen, die ihm viele Tränen abverlangten. Geistige Erlebnisse hatte er viele und sehr unterschiedliche, aber nicht jedes davon passte in traditionell kirchliche Denkmuster von Sünde, Strafe und Schuld. Eher öffnete sich dadurch sein Blick auf eine viel umfassendere, universelle Liebe. Ein paar dieser überraschenden transzendenten Erfahrungen wird Roger an diesem Abend mit uns teilen, z.B. den Tod seines Bruders und einen Traum, den er und seine Mutter hatten. Er sagt: „Kirchennorm ist nicht immer Gottesnorm“. Obwohl Roger als Hoher Rat in seiner Kircheneinheit dient und somit kirchliche Verantwortung trägt, zeigt er sich immer wieder offen für einen Dialog ohne „Scheuklappen“ und hat unter Beweis gestellt, wie wichtig ihm offenes Zuhören und Mitfühlen ist.

Geistige Entdeckungen im Neuen Testament durch Kenntnis von Kultur und Sprache

Live-Gespräch mit Tristan

Tristan ist HLT-Mitglied, war in Griechenland auf Mission und hat tiefgehende Kenntnisse zu Sprache & Kultur im Neuen Testament. Er sagt: Übersetzung ist immer Interpretation. Ohne Beschäftigung mit dem Ursprung gehen einem womöglich wichtige geistige Erkenntnisse verloren und ein Teil der ursprünglichen Schönheit christlicher Lehren.

https://www.youtube.com/watch?v=v2sFTcxZSv0

Wortbedeutungen und Zusammenhänge, die beleuchtet werden:

0:00​ Einleitung
2:40​ “Im Anfang war das WORT”
17:00​ KIRCHE
23:50​ SÜNDE
28:00​ UMKEHR
34:10​ TEUFEL
41:45​ GLAUBE
47:30​ „Du bist weder kalt noch heiß“
59:00​ Gemeindeleben der „Urkirche“
1:15:30​ Ämter in der „Urkirche“
1:29:15​ Fragen & Kommentare der Zuhörer

Kommende Live-Gespräche unter https://openfaith.de/veranstaltungen/