Generalkonferenz-Kommentar: „Elder Oaks, was wir brauchen ist mehr Liebe – keine Bekräftigung von Proklamationen und Richtlinien, die Kinder Gottes ausgrenzen“

Nachdem ich mich dem wieder mehr öffnen kann, habe mir die Samstagvormittag-Versammlung der Generalkonferenz angeschaut. Freute mich auf die geistige Erbauung. Diese kam auch, und zwar mehr als ich mir erhofft hatte, bis dann Elder Oaks an die Reihe kam…

Uchtdorf

Erste Ansprache: Uchtdorf spricht wirklich aufbauend und versöhnlich. Die Worte sind für mich nicht nur inspirierend, sondern für bisherige Kirchenstandards so inklusiv, dass ich meinen Ohren kaum traue und etwas ungeduldig andere im Raum bitte, leise zu sein, damit ich nichts davon verpasse. Uchtdorf erwähnt bedeutende Charaktere in der Entstehung der Kirche, wie z.B. Martin Harris, Oliver Cowdery und Generalkonferenz-Kommentar: „Elder Oaks, was wir brauchen ist mehr Liebe – keine Bekräftigung von Proklamationen und Richtlinien, die Kinder Gottes ausgrenzen“ weiterlesen

Glaubensstufen-Modell von James Fowler: Welchen Nutzen bietet es Kirchenmitgliedern?

Hast Du den Eindruck, Deine Art und Weise zu glauben verändert sich und würdest das gerne näher verstehen? Wunderst Du Dich, warum so viele Deiner 20-40 jährigen Glaubensgefährten den Glauben ihrer Kindheit hinterfragen? Fühlt es sich für Dich seltsam an, Menschen wegen ihrer „Glaubenskrise“ ohne tieferes Hinterfragen das Label „Übertreter/Zweifler“ anzuheften?  Möchtest Du die Beziehung zu Familienangehörigen verbessern, die „anders“ glauben als Du? Möchtest Du ein Kind optimal im Glauben fördern und fragst Dich, was besonders wichtig dabei ist? Dann geht es Dir nicht anders als vielen anderen Gläubigen, denen das Modell von James Fowler bereits weitergeholfen hat.
So häufig wurde ich bereits von anderen Glaubensgeschwistern und Teilnehmern der openfaith-Facebookgruppe  über Details zu dem Glaubensstufen-Modell von James Fowler gefragt, dass ich mir dachte, ich müsste dazu mal einen Beitrag posten. Das Modell bietet die Chance, Glaubensentwicklung besser verstehen zu und fördern zu können und Verständnis unter Individuen in unterschiedlichen Entwicklungsphasen herzustellen. Außerdem bietet es die Chance, sich selbst in einer Glaubenskrise nicht unnötig zu verurteilen, sondern die eigene Krise als Entwicklungsschritt zu verstehen. Zunächst sollen in diesem Artikel die einzigen Phasen der Glaubensentwicklung vorgestellt werden. Danach soll das Modell diskutiert werden.

Erklärung

Vorstufe: Undifferenzierter Glaube
(im Säuglingsalter)
  • Auf dieser Stufe entwickeln Kleinkinder einfaches Vertrauen in zwischenmenschliche Beziehungen zum engsten Kreis seiner Mitmenschen (Mutter, Vater, Geschwister, etc.)
  • Die Qualität und Tiefe auf dieser Stufe bilden die Basis für alle späteren Entwicklungen des Glaubens für die Person.

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Was mich zur Kirche hinzieht: Terryl Givens fünf Facetten des Mormonismus

Heutzutage können freidenkerische Mormonen so manche Gründe anführen, die Kirche nicht zu mögen: Neben der mit manchen Grundsätzen des neuen Testaments unvereinbaren Haltung gegenüber Homosexuellen, über finanzielle Intransparenz bis hin zu Kontroll-Aspekten des Kirchensystems.  Diese Abneigungen verspüre ich persönlich auch. Dennoch möchte ich heute thematisieren, was mich zur Kirche hinzieht. Diese positiven Punkte sind genau so real. Da mir dafür ein Text von Terryl Givens kürzlich aus dem Herzen gesprochen hat, führe ich die von ihm genannten fünf Facetten des Mormonismus auf:

 

  1. Gott ist eine Person mit einem Herzen, das in Empathie mit den menschlichen Herzen schlägt, unsere Freude und unser Leid über unseren Schmerz fühlt.
  2. Wir lebten als Geistwesen in der Gegenwart Gottes, bevor wir in dieses sterbliche Leben hineingeboren wurden.
  3. Die Sterblichkeit ist ein Aufstieg, kein Fall, und wir tragen unendliches Potenzial in eine Welt der Sünde und der Trauer.
  4. Gott hat den Wunsch und die Macht, die ganze Menschheitsfamilie in einem Königreich des Himmels zu vereinen und zu erheben, und, abgesehen von den hartnäckigsten Unwilligen, wird das unser Schicksal sein.
  5. Der Himmel wird aus den Beziehungen bestehen, die uns jetzt am wichtigsten sind.

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Anne 2/2: Vorzeitiges Ende der Mission, Selbstfindung und Ausblick

In dieser zweiteiligen Interview-Serie erzählt Anne (Name geändert) von ihrer bewegenden Lebens- und Glaubensreise als HLT-Kirchenmitglied. Das Interview führte Guido.
Teil eins handelte von ihrer insgesamt positiv empfundenen Kindheit in der Kirche und ihrem Kampf mit dem Thema Sexualität als Jugendliche. Im Vorfeld ihrer Mission erleidet sie einen Missbrauch. Sie erzählt von ihrem ersten Tempelbesuch in Vorbereitung auf ihre Mission und was sie dabei empfunden hat.
Im vorliegenden Teil zwei, geht es um ihre zunächst aufbauende Erfahrung im Vollzeit-Missionsdienst in den USA, welcher dann eine dramatische Wendung vollzog und darin mündete, dass sie nach Hause geschickt wurde. Anne arbeitet ihre traumatischen Erfahrungen im Zusammenhang mit diesem Ereignis auf. Dann erzählt sie, was sie für ihr heutiges Leben aus diesen ganzen Erfahrungen gelernt hat und wie sich ihre Sicht auf die Kirche und den Glauben dadurch verändert hat.

Anne, im letzten Teil hatten wir davon berichtet, mit welchen Schwierigkeiten Du im Vorfeld auf Deine Mission zu kämpfen hattest. Diese wurden aber schließlich überwunden und Du bist tatsächlich auf Mission gegangen. Wie hast Du Deine Mission erlebt?

Ich war total gerne auf Mission! Das MTC habe ich jedoch als „Goldenen Käfig für Kleinkinder“ empfunden. Ich selbst war zu dem Zeitpunkt schon älter als die meisten anderen Missionare, die 18 oder 19 sind, und dementsprechend kamen mir viele dieser Regeln etwas albern vor. Manche haben sich aber noch sehr unreif verhalten, aber ich habe auch Menschen mit ein bisschen mehr Lebenserfahrung getroffen. Auf sie wirkten die Regeln auch teilweise übertrieben.

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„Dies ist meine Lehre“ – Die Entwicklung der mormonischen Theologie

Charles R. Harrell

Übersetzung des Epilogs des Buches, „This Is My Doctrine“ The Development of Mormon Theology von Charles R. Harrell, herausgegeben von Greg Kofford Books, 2011.

Deutsche Version von Folkhard Konietz. Der Übersetzer übernimmt die Verantwortung für die Übersetzung des Textes.

EPILOG

Obwohl sich die mormonische Theologie in vielfältiger Weise von anderen unterscheidet, so teilt sie doch das gleiche Erbe der Veränderung und der kulturellen Anpassung, welche für das frühe Christentum und der frühen israelischen Religion charakteristisch war. Judaismus, Christentum und Mormonismus, erschienen in Reihenfolge als inspirierte, neue Darlegungen der vorhergehenden theologischen Traditionen, jede von den zeitgenössischen Ideologien leihend (Konvergenz-Stadium) und die eigenen eigentümlichen Erweiterungen hinzufügend (Differentiationsstadium). Anfangs adoptierte der Mormonismus insbesondere evangelikale Lehren des frühen neunzehnten Jahrhunderts und begann bald selbst Lehren einzuführen, die nicht nur eigen waren, sondern in einigen Fällen von den orthodoxen Christen verachtet wurden.
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Anne 1/2: Kindheit und Jugend, Kirche als „Schutzraum“, Sexualität und Schuldgefühle, Missionsvorbereitung, Endowment

In dieser zweiteiligen Interview-Serie erzählt Anne (Name geändert) von ihrer bewegenden Lebens- und Glaubensreise als HLT-Kirchenmitglied. Das Interview führt Guido.
Teil eins handelt von ihrer insgesamt positiv empfundenen Kindheit in der Kirche und ihrem Kampf mit dem Thema Sexualität als Jugendliche. Im Vorfeld ihrer Mission erleidet sie einen Missbrauch. Sie erzählt von ihrem ersten Tempelbesuch in Vorbereitung auf ihre Mission und was sie dabei empfunden hat.
In Teil zwei, geht es um ihre zunächst aufbauende Erfahrung im Vollzeit-Missionsdienst in den USA, welcher dann eine dramatische Wendung vollzog und darin mündete, dass sie nach Hause geschickt wurde. Anne arbeitet ihre traumatischen Erfahrungen im Zusammenhang mit diesem Ereignis auf. Dann erzählt sie, was sie für ihr heutiges Leben aus diesen ganzen Erfahrungen gelernt hat und wie sich ihre Sicht auf die Kirche und den Glauben dadurch verändert hat.

Liebe Anne (Name geändert), danke dass Du uns über Deine Erfahrungen in der Kirche erzählen wirst. Zunächst einmal: Was sind Deine Beweggründe, dieses Interview zu geben?

Nach allem, was ich erlebt habe, sehe ich Offenheit und Direktheit in Bezug auf meinen Weg als wirksamstes Mittel für einen ganzheitlichen Diskurs im HLT-Universum. Ich bin mit meinen Erfahrungen und Ansichten nicht allein und gebe deshalb einer Gruppe eine Stimme. Anne 1/2: Kindheit und Jugend, Kirche als „Schutzraum“, Sexualität und Schuldgefühle, Missionsvorbereitung, Endowment weiterlesen

Wolkenstrahlen im HLT Kosmos

Hier und da durchbrechen bildschirmfoto-2016-11-19-um-11-51-26Sonnenstrahlen die dunklen Wolken. Stöbert man in der Schatztruhe der HLT Religion, stößt man unweigerlich auf kostbare Perlen. Sie liegen unter der Uniform des korrelierten Unterrichtsmaterials im Mainstream Mormonismus. Sie sind da, werden aber nicht wahrgenommen, sie sind zu sehen, und doch erkennt man ihre Schönheit oft nicht. Einmal entdeckt und ans Licht gehoben, schimmern sie in all ihrer Pracht. Dann erweitern sie die Seele, erleuchten den Verstand und verschaffen Frieden. Wolkenstrahlen im HLT Kosmos weiterlesen

Freie Diskussion: „Wohin wollen Sie gehen?“ – Elder Ballard’s Äußerung ggü. zweifelnden Mitgliedern

Elder Ballard machte in der bildschirmfoto-2016-11-06-um-11-04-33vergangenen Herbst-Generalkonferenz einen mittlerweile „berühmten“ und vielzitierten Kommentar:

„Sollte jemand von Ihnen im Glauben wanken, stelle ich Ihnen die gleiche Frage, die Petrus stellte: „Zu wem sollen [Sie] gehen?“ Wenn Sie beschließen, inaktiv zu werden oder die wiederhergestellte Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage zu verlassen, wohin wollen Sie gehen? Was gedenken Sie zu tun?“
(Quelle: lds.org)

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Freie Diskussion: HLT-Mitglied, dann Agnostiker oder Atheist – warum verbleiben vergleichsweise wenig Ex-Mormonen in einem christlichen Weltbild?

rausgehenBei diesem Beitrag handelt es sich um eine offene Diskussion, bei der jeder Leser zur aktiven Teilnahme per Kommentarfunktion (siehe unten) eingeladen ist. Es wurden verschiedene deutschsprachige Mormonen und Ex-Mormonen Facebook Communities eingeladen. Im Folgenden wird zunächst das Thema / die Fragestellung und meine eigene Antwort präsentiert.

Fragestellung/Thema

Ein Phänomen das ich durch einige Gespräche und Beobachtungen erfahren habe ist, dass wenn HLT-Mitglieder dem Glauben ihrer Kindheit den Rücken kehren, die Mehrheit Agnostiker oder Atheisten werden. Vergleichsweise wenige verbleiben aktiv in einem christlichen Weltbild oder schließen sich einer anderen christlichen Glaubensgemeinschaft an. Freie Diskussion: HLT-Mitglied, dann Agnostiker oder Atheist – warum verbleiben vergleichsweise wenig Ex-Mormonen in einem christlichen Weltbild? weiterlesen

Adelheid: „Trotz aller guten Bemühungen schleichen sich Gewohnheiten ein, die destruktive Auswirkungen auf die Freiheit ganzer Gemeinschaften haben“

Adelheid Schnell ist Kirchenmitglied und Autorin eines deutschsprachigen Buches für Adelheid SchnellHLTs mit dem Titel „Früchte seiner Liebe hervorbringen – Selbständigkeit und Freiheit gewinnen“. Für die Herausgabe des Buches, in dem Sie für eine Gemeinschaft der Liebe wirbt, und auf diese Weise eigene Erfahrungen in der Kirche verarbeiten wollte, wurde sie zu ihrem eigenen Erstaunen vor einen Disziplinarrat gebracht, in dem untersucht werden sollte, ob sie „von der Kirche abgefallen“ sei. In diesem Beitrag schildert Sie ein paar ihrer Erfahrungen und berichtet über Erkenntnisse, die sie in dieser Zeit sammeln konnte.

Meinungsfreiheit und Rücksichtnahme

Berechtigt Meinungsfreiheit überall zu freier Meinungsäußerung? In einer Familie z.B. nehmen Vater und Mutter Rücksicht auf ihre Kleinkinder und Kinder und halten vieles vom eigenen Denken zurück, um sie nicht zu überfordern. Genauso ist das in einer Kirchen-gemeinde oder anderen Gemeinschaften: Wir nehmen mit den Äußerungen unserer Meinungen Rücksicht und holen den anderen gern dort ab, wo er gerade steht. Mit Rücksicht auf den unterschiedlichen Erkenntnisstand der Menschen ist es nicht gut, unsere Meinungen rücksichtslos überall kundzutun. Adelheid: „Trotz aller guten Bemühungen schleichen sich Gewohnheiten ein, die destruktive Auswirkungen auf die Freiheit ganzer Gemeinschaften haben“ weiterlesen