Schlagwort-Archive: Mormonismus

Was passiert mit Zehnten- & Spendengeldern bei den Mormonen (HLT)?

Von Guido Müller

Die letzten Jahre meiner aktiven Kirchenmitgliedschaft habe ich immer explizit nur für „Humanitäre Hilfe“ gespendet, im Vertrauen, dass das dann wenns dort so steht auch genau so eingesetzt wird. Nun kommt in dem neuen Fusstext des Zehnten & Spendenscheins der Kirche allerdings die Denkweise der Organisation zutage, die ich bereits vermutet hatte. Vor kurzem las ich ja, dass aus dem geschätzten 100 Milliarden Dollar schweren Ensign Peak „Rainy Day Fund“ der Kirche nun schon 130 Milliarden geworden sein sollen. Berichtet wurde sowohl im Wall Street Journal, bei NTV, und in der Zeit.

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Mein abschließendes Fazit zum Buch Mormon

Aus der Community

Nach vielen Jahren intensiver persönlicher Beschäftigung und Glaubensgespräch zum Buch Mormon habe ich erkannt, dass sich nach einer heissen, intensiven und dynamischen Phase meine eigene Sichtweise gefestigt und „abgekühlt“ hat. Quasi wie der Pudding der nach Mixen und Erhitzen endlich im Kühlschrank zur Ruhe kommen darf. So ist es auch beim Buch Mormon.

Mittlerweile rede ich auch kaum noch mit Leuten in meinem Umfeld über das Buch Mormon…somit darf dies gerne als abschliessende Äusserung meiner persönlichen Sichtweise betrachtet werden. Dabei habe ich keinesfalls den Anspruch auf irgendeine Vollständigkeit, sondern lege einfach nur meine Gedankengänge und Schlussfolgerungen dar. (Diese sind nicht dazu da, sie einfach zu übernehmen, sondern sollen zur eigenen Beschäftigung mit den Themen anregen, sofern erwünscht und „safe“ für Euch.

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„Es geht nicht um Elder Ballards Errettung, dass er immer wieder hierher kommt. Darum hat er sich schon vor langer Zeit gekümmert.“

Aus der Community

Elder Holland redete am Samstag den 30. Oktober in der Konferenz für Großbritannien darüber, dass Elder Ballard vor vielen Jahren seine Errettung gesichert hätte. („secured his salvation“) „Es geht nicht um Elder Ballards Errettung, dass er immer wieder hierher kommt. Darum hat er sich schon vor langer Zeit gekümmert. Er würde das nicht sagen, aber ich kann es.“
(Engl. Original: „It isn’t for Elder Ballards Salvation that he keeps coming here. He got that taken care of a long time ago. He wouldn’t say that, but I can.“ Elder Holland im Video)

Die Zuhörer lachen, aber ist die Behauptung wirklich nur ein Witz? Nun ja, da ist (leider) noch mehr dran, denn es handelt sich zwar um eine geheime Zeremonie, aber es gibt tatsächlich ein solches Ereignis im Leben der Apostel und mancher anderer „erwählter“ Kirchenautoritäten, das sie dazu bringt zu denken sie würden mit absoluter Sicherheit errettet und erhöht werden.

Hier redet Elder Holland in einer Konferenz für Großbritannien darüber, dass Elder Ballard vor vielen Jahren seine Errettung gesichert hätte.

Erlebnisbericht aus dem deutschsprachigen Raum zur zweiten Salbung

Falls irgendjemand nicht weiss, wie diese geheimen / „heiligen“ Zeremonien ablaufen, es gab mal einen Nutzer namens „The Anointed One“, der seine Story auf deutsch im Netz erzählt hat. (Im englischsprachigen Raum gibt es viele weitere Erzählungen, die exakt die gleichen Muster und Merkmale aufzeigen.) Hier der Bericht:

„Es gibt schon Quellen über Einzelheiten über die Zweite Salbung und ich werde wahrscheinlich diesem Wissen nichts Neues hinzufügen. Ich schreibe diesen Bericht aber, um zu bestätigen, dass diese Verordnung tatsächlich immer noch stattfindet, da ich diese Verordnung empfangen habe, und wie sie gegenwärtig durchgeführt wird. Ich benenne die Namen des Apostels und des Siebzigers, die dabei waren, wie auch das Datum und den Tempel, so dass die Glaubwürdigkeit nicht in Frage gestellt werden kann. Ich habe meinen eigenen Namen nicht erwähnt, da ich nicht Betonung darauf legen möchte, dass ich Gegenstand der Verordnung war. Es geht mir nicht darum, meine Anonymität vor der Kirche zu schützen, da die Erste Präsidentschaft in der Lage sein wird, mich an Hand dieses Berichts innerhalb von Minuten, wenn nicht sogar sofort, zu identifizieren.

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Die Himmlische Mutter und HLT-Perspektiven auf Frauen

Live-Gespräch mit Margaret Toscano (Moderation: Guido Müller)

KAPITEL

0:00​ Einführung & Margarets Hintergrund
21:00​ Vision von Joseph Smith über die Himmlische Mutter
37:10​ Himmlische Mutter & heutige Mainstream-Kirchenkultur
47:00​ Priestertum und Frauen in der Kirche
1:00:00​ Anwendung göttlicher Macht durch Frauen in der Kirche
1:26:00​ Warum wird nicht mehr über die Mutter im Himmel gesprochen?
1:34:00​ Teilnehmerfrage: Individuen mit schlechter Beziehung zur eigenen Mutter
1:40:15​ Teilnehmerfrage: Frauen-Sexualität & Kirche
1:50:00​ Weitere Teilnehmerfragen & Schlussworte

HINTERGRUND

Margaret Toscano ist aktuell Professorin für Sprache und Literatur an der University of Utah. Sie ist als Teil einer großen HLT-Familie in Arizona aufgewachsen. Ein paar ihrer Vorfahren haben sich 1830 in Nauvoo der Kirche angeschlossen und sind als Pioniere in den Westen gezogen. Ihre Urgrossmutter, so ist sie überzeugt, war eine der Frauen von Joseph Smith und an ihn gesiegelt. Sie hat sich in Artikeln und Veröffentlichungen eingehend mit Fragen bzgl. der Himmlischen Mutter, Frauen in den Schriften und feministischer Theologie befasst. Im Jahr 1993 wurde ihr von ihrem Pfahlpräsidenten untersagt, weitere Veröffentlichungen zu diesen Dingen zu machen, was letztlich auch zu ihrer Exkommunikation im Jahr 2000 führte. Sie sieht sich weiterhin als „Mormonin“ und Christin „mit Zweifeln“ und sagt: Ich glaube nicht mehr so an kirchliche Wahrheitsbehauptungen wie früher. Das kann ich mit Sicherheit sagen. Ich kann auch sagen, dass ich ein Mensch bin, der eine Menge Zweifel hat. Der intellektuelle Teil von mir will nicht wirklich ein Gläubiger sein. Aber ich würde sagen, dass ich, wenn ich ganz ehrlich bin, glaube, ich bin ein Mensch, der an die Seele und an Gott glaubt und an Spiritualität und denkt, dass das ein sehr wichtiger Teil unseres Menschseins ist. Und … soweit irgendeine Religion wahr ist, denke ich, dass das Mormonentum eine Menge Wahrheit in sich hat. … Es gibt vieles, was ich nicht mag, aber ich denke, dass es auch viel Gutes darin gibt. (Übersetzt aus https://www.pbs.org/wgbh/americanexpe…​ )

Themen & Fragen die vorkommen:

– Wie Margaret aufgewachsen ist und warum das zu ihrem literatischen und intellektuellen Wirken bzgl. Frauenthemen in der Kirche führte
– Joseph Smiths berichtete Vision der Himmlischen Mutter und was man darin über die Mutter erfährt
– Ihre Deutung der Tatsache, dass in der Kirche nicht mehr über die Mutter im Himmel gesprochen wird
– Wie das Paradox, dass Frauen durch Tempelverordnungen das Priestertum erhalten, aber es in der Kirche nicht sichtbar nutzen u. A. auch daher kommt, dass wir als HLTs nicht erkennen, WENN es tatsächlich genutzt wird, sie erwähnt folgende Beispiele aus verschiedenen Evangeliumszeiten: Sarah die Friedensfürstin, die Prophetin Hulda, Hohepriesterin Eliza R. Snow , Cheiko Okazaki die Heilerin.
– auf welche Weise Joseph Smith Frauen das Priestertum gab bzw was darüber bekannt ist und ihre sehr differenzierte und interessante Perspektive auf Joseph Smith
– Frauen-Sexualität & Kirche


Daniel Schmidl (Ex-HLT, Psychologe und Therapeut): „Lernen zu sein, der ICH bin“

Die Transformation des eigenen religiösen Weltbildes ist mit das tiefgehendste und einschneidendste das einem Menschen widerfahren kann – insbesondere wenn sich dieses komplett auf den Kopf stellt, aber die eigene gläubige und kirchenorthodoxe Grossfamilie weiterhin daran festhält: Daniel Schmidl ist Ex-HLT, Psychologe und Therapeut im Bereich systemische Familientherapie. Hier erzählt er seine Glaubensreise als HLT (Mormone) und erläutert seine veränderte Sichtweise auf die Kirche und die Themen „Wahrheit“, Entscheidungsfreiheit, Schuld und Spiritualität.

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Was mich zur Kirche hinzieht: Terryl Givens fünf Facetten des Mormonismus

Heutzutage können freidenkerische Mormonen so manche Gründe anführen, die Kirche nicht zu mögen: Neben der mit manchen Grundsätzen des neuen Testaments unvereinbaren Haltung gegenüber Homosexuellen, über finanzielle Intransparenz bis hin zu Kontroll-Aspekten des Kirchensystems.  Diese Abneigungen verspüre ich persönlich auch. Dennoch möchte ich heute thematisieren, was mich zur Kirche hinzieht. Diese positiven Punkte sind genau so real. Da mir dafür ein Text von Terryl Givens kürzlich aus dem Herzen gesprochen hat, führe ich die von ihm genannten fünf Facetten des Mormonismus auf:

 

  1. Gott ist eine Person mit einem Herzen, das in Empathie mit den menschlichen Herzen schlägt, unsere Freude und unser Leid über unseren Schmerz fühlt.
  2. Wir lebten als Geistwesen in der Gegenwart Gottes, bevor wir in dieses sterbliche Leben hineingeboren wurden.
  3. Die Sterblichkeit ist ein Aufstieg, kein Fall, und wir tragen unendliches Potenzial in eine Welt der Sünde und der Trauer.
  4. Gott hat den Wunsch und die Macht, die ganze Menschheitsfamilie in einem Königreich des Himmels zu vereinen und zu erheben, und, abgesehen von den hartnäckigsten Unwilligen, wird das unser Schicksal sein.
  5. Der Himmel wird aus den Beziehungen bestehen, die uns jetzt am wichtigsten sind.

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Wolkenstrahlen im HLT Kosmos

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Hier und da durchbrechen Sonnenstrahlen die dunklen Wolken. Stöbert man in der Schatztruhe der HLT Religion, stößt man unweigerlich auf kostbare Perlen. Sie liegen unter der Uniform des korrelierten Unterrichtsmaterials im Mainstream Mormonismus. Sie sind da, werden aber nicht wahrgenommen, sie sind zu sehen, und doch erkennt man ihre Schönheit oft nicht. Einmal entdeckt und ans Licht gehoben, schimmern sie in all ihrer Pracht. Dann erweitern sie die Seele, erleuchten den Verstand und verschaffen Frieden. Wolkenstrahlen im HLT Kosmos weiterlesen

Audio: „The Challenges of Modern Mormonism“

John Dehlin sprach auf der Sunstone Konferenz über die aktuellen Herausforderungen der Kirche und erörtert dabei auch die Lage der Kirche in Europa.

Er geht zunächst auf seine europäische Herkunft und sein Aufwachsen in der Kirche ein. Nachdem er sehr viele positive Erinnerungen auflistet, leitet er über zu den Herausforderungen und erklärt, warum er glaubt, dass Entwicklungen der Kirche in Europa signifikant für den Rest der Welt sind. Am Ende beantwortet er einige Fragen der Zuhörer. (Hinweis: Leider ist insbesondere bei den Fragen und Kommentaren der Zuhörer die Audio-Qualität nicht optimal.)

Diese Aufnahme wurde zur Veröffentlichung freigegeben von Lindsay Hansen Park von der Sunstone Education Foundation. Ich empfehle das Magazin von Sunstone und freue mich, dass Sunstone nach Europa gekommen ist und vielleicht, wie John Dehlin in seinem Vortrag erwähnt, auch im nächsten Jahr nach Deutschland kommt.