Schlagwort-Archiv: Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage

Diskussion der FSY-Regeln: „Steht der geforderte Einheitslook nicht im Widerspruch zu einem Gott der Vielfalt, der niemanden abweist?“

Eine Teilnehmerin unseres openfaith-Wochenendes erzählte uns nach der Veranstaltung, dass sie gestern für ihre Tochter zum ersten Mal eine Einladung zum FSY-Treffen erhalten habe, und zeigte mir sehr verwundert die peniblen Regeln für die äußere Erscheinung. Nachdem sie das durchlas, tendierte sie dahin, ihre Tochter doch nicht hin zu schicken. Obwohl sie eine gläubige HLT mit wunderbaren Kindern ist, die zur Kirche gehen. 
Das (für mich erstaunliche) Problem: eines ihrer Kinder hat einen Teil ihrer Haare etwas auffälliger („unnatürlich“) gefärbt. So würde sie dort gegen die Richtlinien verstoßen…und ihrer Tochter wäre es extrem schwer zu vermitteln, dass sie für ein solches Treffen ihre Haare umdekorieren müsste. Was ich verstehen kann..es sind JUGENDLICHE um die es sich hier handelt….

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Danke, Elder Uchtdorf!

Lieber Elder Uchtdorf,

vielen Dank für Ihren Einsatz für mehr Transparenz, Offenheit, Inklusivität und Menschlichkeit in der mormonischen Kirchenkultur. Auch ich werde Sie – wie viele andere Glaubensgeschwister – schmerzlich in der obersten Führungsriege vermissen.

Wenn ich mir Ihre Ansprachen anhörte, freute ich mich, weil sie Menschen zusammenführten statt zu spalten – weil sie eine vorbehaltlose Liebe repräsentierten. Eine solche Liebe empfinde ich als göttlich und sie ist das heiligste und schönste, das Mitglieder einer Glaubensgemeinschaft demonstrieren und in die Tat umsetzen können. Danke, Elder Uchtdorf! weiterlesen

Generalkonferenz-Kommentar: „Elder Oaks, was wir brauchen ist mehr Liebe – keine Bekräftigung von Proklamationen und Richtlinien, die Kinder Gottes ausgrenzen“

Nachdem ich mich dem wieder mehr öffnenkann, habe mir die Samstagvormittag-Versammlung der Generalkonferenz angeschaut. Freute mich auf die geistige Erbauung. Diese kam auch, und zwar mehr als ich mir erhofft hatte, bis dann Elder Oaks an die Reihe kam…

Uchtdorf

Erste Ansprache: Uchtdorf spricht wirklich aufbauend und versöhnlich. Die Worte sind für mich nicht nur inspirierend, sondern für bisherige Kirchenstandards so inklusiv, dass ich meinen Ohren kaum traue und etwas ungeduldig andere im Raum bitte, leise zu sein, damit ich nichts davon verpasse. Uchtdorf erwähnt bedeutende Charaktere in der Entstehung der Kirche, wie z.B. Martin Harris, Oliver Cowdery und Generalkonferenz-Kommentar: „Elder Oaks, was wir brauchen ist mehr Liebe – keine Bekräftigung von Proklamationen und Richtlinien, die Kinder Gottes ausgrenzen“ weiterlesen

„Book of Mormon Difficulties: A Study“ von Elder B. H. Roberts

Hintergrund

Siebziger und Kirchenhistoriker Elder B. H. Roberts war ein Pionier im offenen und mutigen Umgang mit unserer Kirchengeschichte. Er hatte heutige Probleme sehr früh vorhergesehen, welchen sich die Kirche in Bezug auf die widersprüchliche Entstehungsgeschichte des Buches Mormon gegenüber sieht: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts warnte er die Kirchenführung, dass gravierende Widersprüche in der Entstehungsgeschichte des Buches Mormon die Kirche „verfolgen“ würden und dass dadurch „der Glaube der jungen Mitglieder der Kirche unterminiert“ würde. Seine Antwort auf diese vorhergesehene Krise war eine offene Untersuchung der Themen.
1921 stellte ein gewisser Mr. Couch aus Washington, D.C. fünf kritische Fragen zum Buch Mormon betreffend der Linguistik, Historizität und der Anachronismen, die zuBrigham_Henry_Roberts2nächst an Apostel James E. Talmage gesendet wurden.[1] Dieser leitete die Fragen an Siebziger und Kirchenhistoriker B. H. Roberts weiter, der sich vornahm, sorgfältig auf die „Couch Book of Mormon questions“[2] einzugehen und zufriedenstellende Antworten zu finden.[3] Da sich die Problematik für ihn schwieriger als ursprünglich erwartet erwies, widmete er diesem Projekt eine eigene Studie. Der daraus entstandene Essay sowie weitere Essays von Roberts wurden an die Erste Präsidentschaft und das Kollegium der Zwölf Apostel übergeben. Erst viele Jahre nach seinem Tod wurden seine Studien nun als Studies of the Book of Mormon veröffentlicht:

„Die Probleme stellten sich für mich als schwerwiegender als ursprünglich angenommen heraus. Je mehr ich mich mit ihnen beschäftigte, desto schwieriger fiel es mir, Antworten auf die Fragen von Mr. Couch zu formulieren. Daher beschloss ich, … diesen Fragen eine eigene Studie zu widmen.“ [4]

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Audio: „The Challenges of Modern Mormonism“

John Dehlin sprach auf der Sunstone Konferenz über die aktuellen Herausforderungen der Kirche und erörtert dabei auch die Lage der Kirche in Europa.

Er geht zunächst auf seine europäische Herkunft und sein Aufwachsen in der Kirche ein. Nachdem er sehr viele positive Erinnerungen auflistet, leitet er über zu den Herausforderungen und erklärt, warum er glaubt, dass Entwicklungen der Kirche in Europa signifikant für den Rest der Welt sind. Am Ende beantwortet er einige Fragen der Zuhörer. (Hinweis: Leider ist insbesondere bei den Fragen und Kommentaren der Zuhörer die Audio-Qualität nicht optimal.)

Diese Aufnahme wurde zur Veröffentlichung freigegeben von Lindsay Hansen Park von der Sunstone Education Foundation. Ich empfehle das Magazin von Sunstone und freue mich, dass Sunstone nach Europa gekommen ist und vielleicht, wie John Dehlin in seinem Vortrag erwähnt, auch im nächsten Jahr nach Deutschland kommt.