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Geistige Entdeckungen im Neuen Testament durch Kenntnis von Kultur und Sprache

Live-Gespräch mit Tristan Kempkens

Tristan Kempkens ist HLT-Mitglied, war in Griechenland auf Mission und hat tiefgehende Kenntnisse zu Sprache & Kultur im Neuen Testament. Er sagt: Übersetzung ist immer Interpretation. Ohne Beschäftigung mit dem Ursprung gehen einem womöglich wichtige geistige Erkenntnisse verloren und ein Teil der ursprünglichen Schönheit christlicher Lehren.

Wortbedeutungen und Zusammenhänge, die beleuchtet werden:

0:00​ Einleitung
2:40​ “Im Anfang war das WORT”
17:00​ KIRCHE
23:50​ SÜNDE
28:00​ UMKEHR
34:10​ TEUFEL
41:45​ GLAUBE
47:30​ „Du bist weder kalt noch heiß“
59:00​ Gemeindeleben der „Urkirche“
1:15:30​ Ämter in der „Urkirche“
1:29:15​ Fragen & Kommentare der Zuhörer

Kommende Live-Gespräche unter https://openfaith.de/veranstaltungen/

Auf der Suche nach Identität und Individualität: Mein Weg als Musikerin und Frau mit christlich geprägten Wurzeln

Live-Gespräch mit Sabine Hermann (Moderation: Guido Müller)

Sabine Hermann sagte einmal: „Je mehr ich meine aufrichtigen Wünsche nach Authentizität und Unabhängigkeit in meine Gebete einbeziehe, desto freier werde ich. Dadurch entsteht ein immer tieferes Vertrauen, dass Gott wirklich unser Glücklichsein möchte und dass die Entfaltung des individuellen Selbst ein wesentlicher Teil davon ist.“

In diesem Live-Gespräch erzählt sie von ihrer bisherigen Glaubens- und Lebensreise und ihren Herausforderungen, in einer streng konservativ-christlichen Glaubensumgebung Individualität und Identität zu finden. Es wird deutlich, wie sehr ihr Musik durch ihre Probleme und Schwierigkeiten hindurch geholfen hat und welche geistigen Erfahrungen damit in Verbindung stehen. Diverse Stücke werden auch angespielt und kommentiert, unter anderem ihr wohl bekanntestes Lied, das Cover von „Gabriellas Sång“ aus dem Film „Wie im Himmel“.

0:00​ Einführung
3:58​ Lied „Engel“ mit persönlicher Kommentierung
8:11​ Musiker und „Propheten“
11:15​ Persönlicher Glaubenshintergrund
25:09​ Umgang mit „verkrusteten Vorstellungen“
32:00​ Veränderte Musik / Neuer Stil
36:00​ Lied „Gabriellas Sång“ aus dem Film „Wie im Himmel“ mit persönlicher Kommentierung
42:20​ Sabines Erkenntnisprozess: „Von Freude und Glück leiten lassen“
45:14​ „Berufsbezogenes Schamgefühl“ von HLT-Frauen, Talente nutzen
47:20​ „Mutter sein“ nicht als Rolle, sondern als Beziehung verstehen
50:20​ Nächste Auftritte von Sabine und Einladungen
53:30​ Schlussworte

Links:
„Engel“ by Sabine Hermann https://www.youtube.com/watch?v=llxtnBrTH2s
„Gabriellas Sång“ by Sabine Hermann https://www.youtube.com/watch?v=jtF-o-H1uCk
Webseite für Ticketkäufe und Info https://www.sabinehermann.com

Daniel Schmidl (Ex-HLT, Psychologe und Therapeut): „Lernen zu sein, der ICH bin“

Die Transformation des eigenen religiösen Weltbildes ist mit das tiefgehendste und einschneidendste das einem Menschen widerfahren kann – insbesondere wenn sich dieses komplett auf den Kopf stellt, aber die eigene gläubige und kirchenorthodoxe Grossfamilie weiterhin daran festhält: Daniel Schmidl ist Ex-HLT, Psychologe und Therapeut im Bereich systemische Familientherapie. Hier erzählt er seine Glaubensreise als HLT (Mormone) und erläutert seine veränderte Sichtweise auf die Kirche und die Themen „Wahrheit“, Entscheidungsfreiheit, Schuld und Spiritualität.

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Thema: Das Problem mit den äusseren Glaubensidealen


„Du sollst dir kein Gottesbild anfertigen. Mach Dir überhaupt kein Abbild von irgendwas im Himmel, auf der Erde oder im Meer.“
2. Mose 20:4

Dieser Vers wurde für mich die letzten Wochen auf vielfache Weise mit neuem Leben und Bedeutung befüllt, während ich bis dato nie besonders viel darüber nachgedacht hatte.

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Thema: Fokus auf „Gehorsam“ in der PV

Viele Eltern in der Kirche, die täglich darum kämpfen, ihren vergleichsweise selbstbewussten „Millenial-Nachwuchs“ zu erziehen, finden den Fokus auf Gehorsam, der den Kindern in der PV vermittelt wird, intuitiv hilfreich und erleichternd.

Auch ich bin Papa und wünsche mir, dass unsere Kinder auch einfach mal vertrauen, dass es gut und richtig ist wenn wir sagen: Mach jetzt bitte Deine Hausaufgaben fertig, du bist dran mit Küche aufräumen, bitte lern vor dem Zocken erst Dein Klavier, etc.

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Chantal: „Wenn es diese Kirche gibt die Dir, Gott, gefällt, dann zeig‘ sie mir!“

Wenn ich Chantals Glaubensreise in wenigen Sekunden wiedergeben müsste, würde ich sagen:
In Afrika auf der Flucht zur Welt gekommen, in Deutschland auf beeindruckende Weise in die HLT-Kirche getauft. Exakt am Tag ihres 25-jährigen Taufjubiläums (während eines Kampfes gegen Krebs und gegen Ende einer sehr komplizierten Ehephase) wie durch ein Wunder zur „Gemeinschaft Christi“ bekehrt.

Chantal ist in Burundi auf der Flucht geboren worden und musste noch als Kind mit ansehen, wie Soldaten ihre Mutter geschlagen haben.

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Dr. Julie Hanks: „HLT-Bischöfe sind keine Therapeuten“

Die Bischöfe der Heiligen der Letzten Tage sind keine Therapeuten. Meiner Erfahrung nach müssen Bischöfe, gerade wenn es um Missbrauch geht, weniger beraten und mehr auf die Experten zurückgreifen. Sie sind der geistliche Leiter einer Gemeinde, aber sie sind normalerweise kein Experte auf bestimmten Gebieten. Missbrauch ist kein geistiges Problem – es ist ein Verbrechen.

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In eigener Sache: Antworten auf Missverständnisse & Vorurteile ggü. openfaith

Ich glaube wenn man so etwas wie openfaith in einem HLT-Umfeld macht, entstehen bei Geschwistern einige Missverständnisse und Vorurteile. Ich möchte drei davon versuchen zu klären, die mir immer mal wieder begegnen:

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Ela: „Auf der einen Seite möchte ich gerne meinen Glauben in dieser Gemeinschaft ausleben – auf der anderen Seite kann ich einen Teil meiner Identität und Glaubenssätze nicht abschneiden“

Ela (Spitzname), eine Schwester die jahrelang in einer süddeutschen Gemeinde aktiv war und viel beigetragen hat, wurde von Ihrer Betreuerin angeschrieben. In ihrer Antwort betreibt sie Ursachenforschung darüber, warum sie aktuell (noch) nicht wieder zur Kirche kommt und stellt sehr reflektierte Gründe, Gedanken und Wünsche dar.

Ich weiß wohl, dass ich auf der Gemeindeliste als Inaktiv bezeichnet werde und möchte hierzu gerne einige, wie ich meine wichtige Inhalte an dich weitergeben, die du auch im Gemeinderat (falls du darin tätig bist) oder an anderen für dich passend erscheinende Stellen weiterleiten kannst: 

Über ihre Taufe und ihre aktuelle familiäre Situation

Als ich mich mit 14 zur Taufe entschieden habe, war dies eine lang überdachte und bewusste Entscheidung von mir. Meine Mission und meine Bündnisse bedeuten mir immer noch viel. Im Tempel habe ich wichtige geistige Erlebnisse gehabt, die mich seit dem begleiten. Nun, sieht es seit einiger Zeit so aus, dass ich mit meinem (noch ungeehelichten) Mann und meinem Kind zusammen wohne. Die äußere Rahmung der Kirchengesetze halte ich damit schon mal nicht ein. In meiner Mitgliedszeit habe ich erlebt, dass es Fälle gab, wie meine, in denen die Mitglieder trotzdem zur Kirche gegangen sind und ihnen sehr angeraten wurde schnell zu heiraten oder, trotz gemeinsamen Kindes, auseinander zu ziehen. Ein Fall wurde von der Kirche ausgeschlossen, ein anderes Paar hatte geheiratet um sich nach zwei Jahren wieder zu trennen, wieder zwei andere Fälle sind nicht mehr zur Kirche gegangen oder ausgetreten. Ein Grund, weshalb ich momentan nicht zur Kirche Jesu Christi komme ist, aus Angst, dass ich ausgeschlossen werde, da ich meinen Mann und mich nicht zu einer Heirat zwingen kann und werde und wir natürlich trotzdem weiterhin als Familie zusammen leben werden und wollen.

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Jonas Jödicke: „Meine religiöse Erziehung vermittelte mir viele wunderbare Werte, aber als ich merkte, dass ich schwul bin, war es das Beängstigendste, das ich je erlebt habe.“

Kennt Ihr das wenn ein Telefonat Euch so bewegt, dass Ihr die Zeit vergesst? So ist mir das gestern bis kurz nach Mitternacht ergangen mit Jonas Jödicke aus Berlin (auch bekannt unter Jojoes Art). Ursprünglich waren nur 30 Minuten eingeplant, aber es wurden fast zwei Stunden draus. Seinen inneren Kampf, seine Reise und sein gebetvolles Ringen mit Gott nachzuvollziehen, ging mir direkt ins Herz! Das was ich hier in Kürze zusammenfassen kann, wird nicht annähernd dem gerecht, was er mir mitteilte. Somit ersetzt das keinesfalls den direkten Kontakt mit ihm:

Seine Eltern schlossen sich beide ungefähr zur gleichen Zeit der Kirche an, und Jonas wuchs mit dem wiederhergestellten Evangelium auf. Er hegte zwar mit 14 schon die Vermutung, dass er schwul ist und hatte mehrere traumatisierende Erlebnisse auf seiner Glaubensreise als HLT. Dies hielt ihn aber nicht davon ab, weitere 10 Jahre mit voller Energie und Kreativität in der Kirche mitzuwirken. Er behielt außerdem diese ganze Zeit seine Homosexualität für sich, bis es dann Anfang 2019 zum „großen Knall“ kam. Jonas ist zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung 25 Jahre alt und konnte sich den Traum erfüllen, seinen Unterhalt als Künstler zu bestreiten…

Obwohl er in seiner Jugend viele schöne Zeiten in der Kirche erlebte und viel lernte, erhielt sein mormonisches Weltbild durch drei emotional traumatisierende Ereignisse erste Risse:

Jonas bei FSY

FSY (For the Strength of Youth) ist eine Veranstaltung für HLT-Jugendliche….zu dem seine Mutter Saskia ihn hartnäckig überreden musste:

Eigentlich war er bestens vorbereitet für den Event – zu diesem Zeitpunkt war Jonas 14 Jahre jung…z.B. hatte er beim Friseur die Haare kurz schneiden lassen, um die Richtlinien zu erfüllen.

Dennoch wurde er zu seiner Verwunderung nach Ankunft von einem älteren Bruder direkt am Bus empfangen und mit anderen Jugendlichen in einen Raum geführt. Ihm und den Anderen wurde mitgeteilt, dass ihr Aussehen nicht den Richtlinien entspräche. Jonas wurde deutlich gemacht, dass seine Haare noch zu weit über die Ohren stünden. (Ging lediglich um ca. 0,5 cm wie Jonas sagt) Das müsste korrigiert werden oder er könne nicht weiter teilnehmen und auf eigene Kosten die Heimfahrt antreten. Da dies für Jonas schon aus finanziellen Gründen keine Option war, unterzog er sich dem „Zwangshaarschnitt“. Das Trauma war für ihn perfekt, als bei der Eröffnungsveranstaltung dann auf eine Ansage der Organisatoren hin alle, die sich die Haare hatten schneiden lassen, von der gesamten versammelten Gruppe frenetisch beklatscht und bejubelt wurden – für ihren mutigen Schritt. Diese Erfahrung trübte seine gesamte Wahrnehmung der Veranstaltung.

Als er nach Hause kam, merkte seine Mom direkt, das irgendwas nicht stimmte…

Jonas Jödicke: „Meine religiöse Erziehung vermittelte mir viele wunderbare Werte, aber als ich merkte, dass ich schwul bin, war es das Beängstigendste, das ich je erlebt habe.“ weiterlesen