Guido: „Obwohl ich vieles in der Kirche schätze, stehen Exklusivismus und Meinungskontrolle mit meinen wichtigsten Werten im Widerspruch“

GuidoKlimpel

Ich heiße Guido und bin in eine Mormonen-Familie im Zweig Leer (Pfahl Hamburg) als jüngstes von acht Kindern zur Welt gekommen. Von 1998-2000 war ich in der Österreich Wien Mission Vollzeit-Missionar. Danach habe ich mehrere Jahre an der BYU in Provo studiert, wo ich u.a. im Missionary Training Center gelehrt habe.
Meine persönlichen Erfahrungen mit der Kirche waren zunächst sehr positiv und dann in einer späteren Lebensphase gemischt bis negativ. Einige Mitglieder waren und sind wie Familie für mich. Ich habe bereits früh unsere Gesangbuch-Lieder schätzen gelernt und war in vielen verschiedenen Chören auf Pfahl- und Gemeindeebene aktiv, schließlich auch im überregionalen Kammerchor „Vocalis“. Ich liebe außer der Kirchenmusik viele weitere Aspekte, z.B. die gesundheitsbewusste Lebensweise, den Grundgedanken der fortdauernden Offenbarung, die ehrenamtliche Hingabe und Hilfsbereitschaft vieler Mitglieder sowie soziale Aktivitäten wie Tagungen und Tanzveranstaltungen.
Aktuell bin ich in einer Lebensphase in der mir Authentizität ungemein wichtig ist. Auch wurden mir durch verschiedene Erfahrungen die Augen dafür geöffnet, wie viele Menschen  unnötig leiden. Da ich mich manchen Glaubensaspekten noch verbunden fühle und bedeutungsvolle soziale Verbindungen innerhalb der Kirche habe, bleibe ich mit dem Mormonismus auf diese Weise in Berührung. Ich bin Optimist und hoffe, dass die Kirche sich in ihrer Glaubensinterpretation und Kultur weiterentwickeln wird. Ob Platz für Menschen wie mich darin ist und auch ob ich noch den Wunsch haben werde, Mitglied zu bleiben, muss sich für mich noch zeigen.

Aufwachsen in der Kirche

Ich hege sehr viele positive Erinnerungen an mein Heranwachsen in der Kirche. In unserer Gemeinde in Leer gab es einen starken Zusammenhalt. Ich erinnere mich an inspirierende und auch lustige Erlebnisse mit den Missionaren; in Vorbereitung auf meine Mission begleitete ich sie häufiger zu Belehrungsterminen.
Die verschiedenen Aufgaben machten mir Freude: z.B. war ich Redakteur der Gemeindezeitung, sorgte für Layout und Print und schrieb begeistert Artikel über das Wort der Weisheit und sonstige Themen.
Ich denke Kindern und Jugendlichen werden sehr hilfreiche Werte vermittelt, die in unserer Gesellschaft häufig zu kurz kommen: Ehrlichkeit, Fleiß, Hilfsbereitschaft, Mut, Zusammenhalt, etc. Auch genoss ich die Pfadfinderlager und Jugendtagungen sehr. Insgesamt blicke ich mit viel Dankbarkeit zurück.

Großzügigkeit, Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit und Vertrauen

Ein weiterer Aspekt des Mormonismus, den ich bewundere ist, wie selbstverständlich sich Menschen innerhalb der Kirche untereinander helfen und wie großzügig viele Kirchenmitglieder sind. Ich hatte mich daran gewöhnt dass wenn jemand einen Umzug zu bewältigen hat, Gemeindemitglieder bereitwillig ihr Wochenende opfern und mithelfen. Erst etwas später im Leben entdeckte ich, dass dies überhaupt keine Selbstverständlichkeit ist und dass Freunde außerhalb der Kirche teils teure Umzugsunternehmen beauftragen oder Menschen für ihre Hilfe bezahlen. Da war ich ziemlich überrascht. 🙂 Außerdem waren Arbeitskollegen von mir erstaunt darüber, dass so viele Veranstaltungen innerhalb der Pfähle und Gemeinden kostenfrei angeboten wurden und wie viel wir als Mitglieder spenden.
Auch die Freundlichkeit und Offenheit gegenüber anderen bisher unbekannten Mitgliedern fand ich immer sehr erstrebenswert. Innerhalb der Kirche ist das zwischenmenschliche Vertrauen relativ hoch im Vergleich zu anderen mir bekannten kirchlichen Gruppierungen. Dies beschleunigt bestimmte Prozesse, die anderswo wesentlich länger dauern, wie z.B. das Kennenlernen neuer Freunde, etc.

Ein eigenes Zeugnis

Als Jugendlicher hörte ich im Kirchenumfeld immer davon, wie wichtig ein Zeugnis ist und wie man mit sicherer Gewissheit wissen kann, dass Gott und Christus leben, dass das Buch Mormon und unsere Kirche wahr ist und dass Joseph Smith ein wahrer Prophet ist usw. So versuchte auch ich, solch ein Zeugnis zu erlangen. Ich ließ mich von Alma inspirieren und nahm mir vor, zu fasten und zu beten. Für drei Wochen nacheinander fastete und betete ich jeden Sonntag  für mein Zeugnis. Ich erinnere mich noch gut an den dritten und letzten Sonntag: Es fiel mir besonders schwer, wegen des Fastens auf das Mittagessen zu verzichten, da es Brathähnchen gab. 😉 Während die Familie zu Mittag aß, verbrachte ich die Zeit in meinem Zimmer und betete. Mich überkam ein unbeschreibliches Gefühl und eine große Freude, während ich über Jesus Christus nachdachte. Dies nahm ich als Hinweis, dass er lebt und tatsächlich wie die Schriften sagen unser Erlöser und Erretter ist. Über diese Erfahrung schrieb ich ca. 8 Seiten in mein Tagebuch – so sehr bewegte mich das.
Meine Zeugniserfahrung enthielt bis dahin noch keine Bestätigung bzgl. des Buches Mormon, aber ich forschte weiter und las in etwa zu dieser Zeit die Schriftstelle Moroni 7:13:

„Aber siehe, das, was von Gott ist, lädt ein und lockt, beständig Gutes zu tun; darum ist alles, was einlädt und lockt, Gutes zu tun und Gott zu lieben und ihm zu dienen, von Gott eingegeben.“

Ich war überzeugt, dass das Buch Mormon gute Inhalte hat und so schloss ich aus dieser Erfahrung, dass es von Gott sein müsste. Allerdings bekam ich keine separate geistige Bestätigung, dass das Buch Mormon eine authentische Heilige Schrift sei bzw. dass die Entstehungsgeschichte des Buches Mormon wahrheitsgemäß ist. Aus heutiger Sicht weiß ich, dass ich damals sicherlich auch gar nicht die intellektuellen Möglichkeiten noch die Materialien gehabt hätte, dies erfolgreich zu erforschen. Ich fühlte also lediglich, dass das Buch Mormon gute, inspirierende Inhalte hatte. Dies reichte mir aber als „Zeugnis“ aus und in etwa in dieser Zeit fiel dann auch mein Entschluss, eine Mission zu erfüllen. Ich erhielt meine Berufung für die Österreich Wien Mission.

Mission

Meine Zeit im Missionary Training Center am Preston Tempel in England war sehr geistig aber auch extrem reguliert. Ich musste mich an strenge Regeln gewöhnen – insbesondere dass ich außer beim Toilettengang nicht mehr alleine sein konnte, dass ich nicht mehr zu Hause anrufen durfte, dass ich nur noch Schriften der Kirche lesen durfte, etc. Mir wurde im MTC beigebracht, dass wir als erwählte Generation für diese letzte Zeit aufbewahrt wurden, um einer „sündigen“ Menschheit Errettung und Wahrheit zu bringen. Mit dieser Rolle identifizierte ich mich ab sofort.
Wir hatten auch einen strengen MTC-Präsidenten, der uns exakten Gehorsam beibrachte. Es hieß, dass das weiße Handbuch wie Gebote für Missionare seien. Ich zählte u.A. aufgrund dieser Einflüsse eher zu den pflicht- und regelbewussten Missionaren und als Folge auch nach der Mission zu den sehr orthodoxen, kirchentreuen Mitgliedern.
Mein erster Missionspräsident im Feld war eine Art Vaterfigur für mich: Ein Mensch den ich sehr bewunderte und liebte. Die Zonenkonferenzen, das Studium, die Gemeinschaft mit den Mitgliedern waren schöne Erfahrungen, die über die äußerst schwierige Bekehrungsarbeit hinwegtrösteten: Kaum jemand wollte unsere Botschaft hören.

Studium in Utah

Während meiner Studienzeit verbrachte ich im Rahmen eines Auslandssemesters ein Jahr an der University of Utah in Salt Lake City. Die Auswahl dieser Universität schien mir perfekt, da ich durch die Auslandserfahrung insbesondere meinen religiösen Ursprung besser verstehen wollte.
Ich belegte neben den Pflichtkursen während dieses Semesters insgesamt fünf weitere Institutsklassen. Das Institutsprogramm welches in einem tollen Gebäude in Campusnähe angeboten wurde, war wirklich eine sehr glaubensstärkende und inspirierende Erfahrung. Später an der Brigham Young University (BYU) mochte ich die sogenannten „Religion Courses“ nicht mehr so gern. Institutskurse an der University of Utah wurden freiwillig und ohne Benotung belegt, während es sich an der BYU um benotete Pflichtkurse handelte. Das zerstörte für mich die schöne, geistige Atmosphäre.
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Umzug nach Utah

Obwohl ich mir vor meinem Auslandsaufenthalt geschworen hatte, mich in Utah nicht zu verlieben und niemals dauerhaft dorthin zu ziehen, lernte ich noch während des Semesters meine spätere Freundin und Ehepartnerin kennen. Sie wohnte noch bei ihrer Familie in Sandy, Utah. Da ich bereits absolut begeistert von Utah, der Kirche und dem Mormonenleben war, konnte ich mir plötzlich gut vorstellen, dort zu leben und weiterhin mit ihr zusammen zu sein. Was mir in Utah positiv auffiel war die Freundlichkeit, Positivität und Großzügigkeit der Menschen.
Ich belegte auch einen Vorbereitungskurs für angehende Seminarlehrer im Bildungswesen der Kirche. Mein Praktikum dafür leistete ich im HLT-Religionsunterricht an der East High School in Salt Lake City ab. Ja, das ist der Ort wo „High School Musical“ gedreht wurde…

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Danach entschied ich mich auch wegen meiner damaligen Freundin in Utah zu bleiben und mein Studium an der BYU zu beenden. Ich wurde Lehrer im MTC und arbeitete auch an der deutschen Übersetzung von Missionsmaterialien mit, unter Anderem am neuen „Preach My Gospel“. Kurz danach heirateten wir und zogen in ein eigenes kleines Haus in eine bescheidene Nachbarschaft, etwa zehn Minuten von meinen Schwiegereltern entfernt.

Anfängliche Zweifel

Da ich als 25-facher Onkel immer viel Zeit mit meinen Nichten und Neffen verbrachte und generell kinderlieb bin, spielte ich in Utah häufig mit Kindern befreundeter Nachbarn – auf deren Trampolin. Eines Nachmittags erschienen am Zaun ein paar Nachbarskinder, die gerne mitspielen wollten. Ich wollte sie schon herbeirufen, was meine ganz natürliche Reaktion war, als mir einer meiner HLT-Freunde mitteilte, dass das nicht gewünscht sei. Ich erfuhr dass die Eltern dieser Kinder keine Kirchenmitglieder seien und dass es nicht in ihrem Sinne war, dass die eigenen Kinder mit ihnen zusammen spielen.

Als ich mich näher mit diesem Erlebnis beschäftigte und Fragen stellte, erfuhr ich dass es sich nicht um einen Einzelfall handelte, sondern dass solches Verhalten gegenüber Nicht-Mitgliedern und Inaktiven in Utah häufiger vorkam. Ich fragte mich, wie Christen dazu kommen, andere Menschen auf diese Weise auszugrenzen, denn für mich galt immer, dass unser Vorbild Jesus Christus JEDEN Menschen eingeladen hatte.

Dies war ein Schlüsselerlebnis, das symbolhaft für weitere Erlebnisse in der Kirche sein sollte. Mit der Zeit kamen weitere ernüchternde Erkenntnisse in Utah hinzu:

  • Mir missfiel mehr und mehr, wie wenig informiert die Einheimischen über das Weltgeschehen und andere Kulturen waren. Einige Leute in meiner Nachbarschaft schienen sogar stolz darauf zu sein, dass sie und ihre Kinder keinerlei Interesse daran hätten, mal in ein anderen Land ziehen zu wollen bzw. eine andere Kultur kennen zu lernen.
  • Manche sahen andere Bundesstaaten der USA oder auch andere Länder als weniger rechtschaffen und das Leben dort als gefährlich an. Nur Utah war gemäß dieser Weltsicht ein wirklich sicherer und friedlicher Ort.
  • In der Familie, in die ich einheiratete, schwieg man sich über Probleme und Konflikte aus. Es fand keine offene, authentische Kommunikation statt.
  • Ich fühlte mich manchmal als ob mir die Luft abgeschnürt war durch die eingeengte Weltsicht, auf die ich bei manchen Menschen in Utah stieß. An der BYU, wo viele Professoren und Studenten aus sämtlichen Bundesstaaten der USA studierten, war dies noch nicht so gravierend.

Da Religion und Kultur in Utah sehr stark verknüpft sind, könnte man meinen, dass diese Erfahrungen auch meine Begeisterung für meine Religion hätten bremsen müssen. Es gab ein paar leise Zweifel und Irritationen, aber das wirkte sich nicht auf meine Loyalität aus: Obwohl meine falschen Erwartungen an kulturelle Offenheit, integrative Einstellung und die Bereitschaft zur authentischen Kommunikation der Mitglieder in Utah zerstreut wurden, hielt ich weiter an der Kirche fest.

Scheidung und Schuldgefühle

Meine Ehe in Utah war von zahlreichen Schwierigkeiten geplagt und mehr und mehr wurde mir das Leben in Utah fremd. Meine Heimweh wuchs. Schlimmer noch: Ich verfiel in immer tiefere Depressionen. Wenn ich es umschreiben müsste, war es eine Mischung aus Hoffnungslosigkeit, Heimweh und Perspektivlosigkeit. Ich konnte dort trotz Cum Laude- Abschluss keinen Job finden – auch die Beziehung wurde wie bereits angedeutet immer schwieriger. Dennoch wurde uns ein wunderbarer Sohn geboren, was allerdings in dem Moment auch eine gewisse Tragik hatte, denn ich merkte mehr und mehr, dass ich in Utah nicht auf Dauer ohne Depressionen leben konnte und hatte schon eine Weile sehr intensive Wünsche, nach Europa zurückzukehren oder innerhalb der Vereinigten Staaten umzuziehen. Meine Frau war jedoch lediglich bereit, Europa zu besuchen – sie konnte sich keinesfalls vorstellen, dort auf Dauer zu leben.
Um meine Depression und eine mögliche Scheidung abzuwenden, empfahlen mir zwei verschiedene Bischöfe in Utah Antidepressiva. Ich wusste aber dass Medikamente keine nachhaltige Lösung waren, denn ich kannte ja die Ursachen für meinen schlimmen Zustand. Nach einigem Hin- und Her lief unsere Beziehung tatsächlich auf eine Scheidung hinaus. Diese Entscheidung und der damit zusammenhängende dauerhafte Umzug nach Deutschland, fern von meinem Sohn, war die schwerste Entscheidung meines Lebens, denn ich hatte das Gefühl, mich zwischen zwei sehr schlechten Optionen entscheiden zu müssen…in etwa wie: Werde ich meinen Arm oder mein Bein abtrennen? Nehme ich dauerhafte Einbußen meiner Gesundheit in Kauf oder eine große geographische Distanz zu meinem Sohn? Hinzu kommt nämlich, dass ich Kinder sehr lieb habe und ganz besonders natürlich meine Sohn. Man kann sich leicht vorstellen, dass das für beide Seiten keine einfache Situation war und ist.

LuB 132

Nach meiner Scheidung und Rückkehr nach Deutschland stellte ich mir die Frage, ob meine „Erhöhung“ verwirkt sei und ich nun wie im Buch Lehre und Bündnisse (LuB) erwähnt für immer ein „dienender Engel“ sein würde. Ich studierte in dieser Phase sehr aufmerksam das Kapitel LuB 132. Dort steht in Vers 4:

„Denn siehe, ich offenbare euch einen neuen und einen immerwährenden Bund; und wenn ihr diesen Bund nicht einhaltet, so seid ihr verdammt; denn niemand kann diesen Bund verwerfen und dennoch in meine Herrlichkeit eingelassen werden.“

Mir machte das große Angst, denn mir wurde immer gelehrt, dass mit dem neuen und immerwährenden Bund die celestiale Ehe gemeint sei. Mir war nicht klar, ob ich nun als Geschiedener meine Erhöhung auf jeden Fall verwirkt hatte. Ständig machte ich mir deswegen Sorgen. Ich konnte mein Leben nicht mehr normal und unbeschwert leben.
Ich las auch in LuB 132:54, dass Emma wegen eines möglichen Abweichens in ihrer Rolle als Frau von diesem celestialen Bündnis von Joseph Smith die Vernichtung angedroht wurde: 

„Und ich gebiete meiner Magd Emma Smith, bei meinem Knecht Joseph zu bleiben und an ihm festzuhalten und an niemandem und nichts sonst. Doch wenn sie nicht nach diesem Gebot lebt, wird sie vernichtet werden, spricht der Herr; denn ich bin der Herr, dein Gott, und werde sie vernichten, wenn sie nicht nach meinem Gesetz lebt.“

Da ich in gewisser Weise auch nicht mehr „nach diesem Gebot lebte“ befürchtete ich, auch einer vergleichbaren Vernichtung preisgegeben zu sein. Meine Angst und Schuldgefühle nahmen extreme Ausmaße an. Meine Schwester kann sich z.B. erinnern, dass allein das Mitfahren im Auto bereits Todesängste bei mir hervorrief. Das mag unterhaltsam klingen, aber ich kann nur sagen als Betroffener ist es das auf keinen Fall.

Geschieden in der Kirche

„Kein anderweitiger Erfolg kann ein Versagen in der Familie wettmachen.“

Dies sagte David O. McKay. Neben LuB 132 brannte sich auch dieser Satz in mein Bewusstsein ein und vertiefte in mir das Bewusstsein eines endgültigen Scheiterns. Als Geschiedenes Mitglied der Kirche gewann ich auch den Eindruck, dass ich nicht mehr „reinpasse“ und eigentlich nichts Positives mehr beitragen kann. Ich hatte mich nach meiner Scheidung als Jugendbetreuer für Especially For Youth (EFY) angemeldet. Mit Begeisterung nahm ich auch an dem Vorbereitungsprogramm dafür teil, das drei Tage umfasste. Kurz vor der Abreise kam jemand aus der Führungsebene auf mich zu und sagte mir, dass Geschiedene laut Kirchenrichtlinien nicht als Helfer bei EFY akzeptiert werden und dass ich trotz Teilnahme an der Vorbereitung nicht bei EFY mitwirken darf. Ich interpretierte das für mich so, dass ich nie wieder dem HLT-Ideal entsprechen kann und das traf mich schon, denn ich war eigentlich überzeugt, dass jeder ungeachtet seiner Vergangenheit oder Schwierigkeiten ein Vorbild sein kann. Ich fragte mich auch, was wohl mit Leuten sei, die – im Gegensatz zu mir – evtl. gar nichts für ihre Scheidung können…und nahm diesen Aspekt unserer Kultur als unfair und ungesund wahr. Ich hatte als Geschiedener auch den Eindruck, weniger verantwortungsvolle Aufgaben im Vergleich mit verheirateten Mitgliedern zu erhalten und eine Art „Mitglied zweiter Klasse“ zu sein.

Ich hatte während der Phase, in der auch die Schuldgefühle mein ständiger Begleiter waren, auch noch ein unschönes Erlebnis mit einem Siebziger, wo ich ihn wegen meiner Probleme konsultieren wollte, und er sich schon bei der Nennung meines Anliegens nicht mit mir und meiner Geschichte beschäftigen wollte. Das und die Art und Weise seiner Ablehnung tat sehr weh denn mir ging es sehr schlecht und ich brauchte Hilfe. Ein paar Wochen später hörte ich in einer Ansprache von ihm, wie er Drohungen und Warnungen äußerte für diejenigen, die sich scheiden lassen und ihren familiären Verpflichtungen nicht nachkommen. Dies verstärkte meine durch LuB 132 schon extrem starke Schuldkrise noch mehr. Trotzdem blieb ich in der Kirche aktiv. Irgendwann erhielt ich dann einen Segen von meinem damaligen Bischof in der Gemeinde Wilhelmsburg, wo mir verheißen wurde, dass ich wieder im Tempel heiraten werde. Es fühlte sich für mich wie eine Erlösung an und verlieh mir wieder Hoffnung.

Ernüchternde Missionierungs-Erfahrungen

Wie üblich war ich immer noch viel mit den Missionaren unterwegs und half bei deren Arbeit. In Hamburg belehrten wir Karsten, einen durch die Missionare gewonnenen Kontakt, den man der gebildeten Mittelschicht zuordnen kann. Während der Wochen wo wir ihn belehrten, hatte Karsten keinen Zugriff auf das Internet – ich glaube aufgrund eines Provider-Problems. Er fühlte sich durch unsere Botschaft berührt und vertraute uns, auch ohne ein eigenes Studium unabhängiger bzw. externer Quellen. Ich taufte ihn nach einigen Wochen, was ein spiritueller Höhepunkt für mich war. Nach 1 oder 2 Wochen Mitgliedschaft in der Kirche erhielt er seinen Zugang zum Internet zurück und fing an, mehr Informationen zu suchen, um seine Wahl der Taufe zu validieren. Er fiel innerhalb weniger Tage ab; das war für mich herzzerreissend. Wir besuchten ihn noch mit dem Bischof zusammen, um ihn umzustimmen, doch er teilte uns mit, dass es keine Möglichkeit gäbe. Ich erinnere mich noch daran, dass er sagte, er sehe einen dringenden Reformbedarf in unserer Kirche.

Ich arbeitete hart, Menschen mit der Kirche bekannt zu machen, weil ich darauf vertraute dass es das einzig wahre Evangelium war. Mir war es schon immer extrem wichtig, dass ich in meine Kirchengemeinschaft auch meine Familie und Freunde einladen kann. Oft dachte ich wenn ich in einer nicht so lebhaften und tollen Gemeinde war: „Schade, hier kann ich Freunde und Untersucher nicht guten Gewissens herbringen.“ Durch die Erfahrung mit Karsten gewann ich mehr und mehr den Eindruck, dass nicht nur die Beschaffenheit lokaler Gemeinden der Missionsarbeit im Weg stehen kann, sondern auch unsere allgemeine Kirchenkultur, die extrem stark von den Brüdern in Salt Lake City geprägt wird.

Weil ich davon überzeugt war, dass wir als Mitglieder auch Antworten auf geschichtlich und wissenschaftlich begründete Bedenken geben können sollten, besuchte ich mehrere Jahre Konferenzen von FAIRMormon, einer apologetischen Organisation, die versucht, glaubenstreue Antworten auf kritische Fragen bzgl. unserer wissenschaftsrelevanten Wahrheitsbehauptungen zu geben.

Wendepunkt

Es folgte dann eine weitere entscheidende Episode meines Lebens in meiner zweiten Tempelehe, die ich aus Gründen der Privatsphäre (für alle Beteiligten) nicht im Netz erzähle. Diese brachte, gemeinsam mit den bisherigen Erfahrungen, endgültig die Erkenntnis, dass ich meine bisherige Denkweise und damit auch die Kirchenkultur, hinterfragen muss.

Christus oder Werke?

Einmal stellte ich als Lehrer einer Priestertumsklasse die Frage, wer oder was in welchem Umfang zu unserer Errettung beitrüge: Jesus Christus oder unsere Werke. Einige der allesamt erwachsenen Teilnehmer waren der Meinung, dass unsere Werke und unser Gehorsam wesentlich ausschlaggebender wären als Christus. Mir wurde durch dieses und andere Ereignisse über die Jahre etwas verständlicher, warum andere Christen unser Verständnis von Jesus Christus als Erretter und damit unser Christsein anzweifeln.
Im Zuge solcher Erfahrungen entwickelte ich eine Vorliebe für die Ansprachen und Bücher von Brad Wilcox, der an der BYU eine der am meisten gehörten und best-bewerteten Ansprachen aller Zeiten gab: „Seine Gnade ist ausreichend“. Ich schrieb auf einer eigenen Webseite Beiträge über dieses Thema und übersetzte die Ansprache von Wilcox ins Deutsche, um Freunde und Verwandte daran teilhaben zu lassen.

Exklusivismus

Es wunderte mich schon häufiger, dass nur so verschwindend wenige der Milliarden von Erdenbewohnern im Diesseits die „einzig wahre Kirche“ kennen sollten. Auch weitere exklusivistische Aspekte unserer Religion konnte ich nicht nachvollziehen: den Anspruch der exklusiven Priestertumsvollmacht und Allein-Seligmachung, den Ausschluss von Nicht-Tempelschein-Inhabern bei Ehe-Siegelungen, die Führungskräften exklusive Zeremonie der „Zweiten Salbung“, das Prinzip der „Würdigkeit“ sowie die merkwürdige Historie des Tempel-Endowments.
Während der Durchführung von Tempelverordnungen überkam mich häufiger ein seltsames Gefühl. Ich hatte immer wieder an bestimmten Stellen den Eindruck, in einer Sekte zu sein, die mit druckvollen Methoden und Angst mein Denken kontrolliert. Andere Aspekte des Tempels wiederum gefielen mir und waren eine Quelle geistiger Erfahrungen. Ich war überzeugt, dass die Geschichte des Tempelendowment den Sinn des Lebens gut erklärte. Trotzdem fiel mir während meiner Mitgliedschaft immer wieder auf, dass institutioneller Exklusivismus meinem Wertesystem widerspricht und vielleicht sogar dem was die Schriften über Kirche lehren.

Aufrichtige Bitte um Führung

Während meiner „kirchenorthodoxen“ Lebensphase betete ich sehr häufig und regelmäßig. Ich weiß noch, dass ich Gott ein paar Mal bat, mich in Licht und Wahrheit zu führen. Da ich überzeugt war, dass die Kirche wahr ist, investierte ich sehr viel Geld, Zeit und mich selbst in diese Sache. Wie beschrieben hatte ich hin und wieder leise Momente des Zweifels. Im Zuge dessen gab ich ein Versprechen ab: Wenn sich irgendwann zeigen sollte, dass die Kirche nicht das ist, was sie vorgibt zu sein, dann würde ich Gott trotzdem treu bleiben.

Höhepunkt der Glaubenskrise

Der Eindruck dass ich evtl. selber nicht mehr in die Kirche „reinpasse“ verstärkte sich als ich im Zuge meiner persönlichen Krisen anfing, mich intensiver mit Kirchengeschichte auseinanderzusetzen. Teilweise war ich bei meiner Recherche erstaunt, aber häufig passten die Dinge für mich ins Bild. Wenn ich davon las, auf welche Art und Weise Joseph Smiths Polygamie und Beziehungen zu Minderjährigen vor der Öffentlichkeit und teilweise Emma geheimgehalten wurden, war es für mich zwar einerseits widersprüchlich aber gleichzeitig sah ich die Verbindung zu moderneren Zeiten, wo wir ja als Kirche häufig kritische Informationen unter Verschluss halten. Wenn ich davon erfuhr, dass Joseph Smith ggü. Frauen die sich weigerten ihn zu heiraten Drohungen aussprach, wunderte es mich nicht sehr, denn ich hatte diese (drohende) Seite von Joseph Smith vergleichbar in LuB 132 erlebt.
Wenn ich Dinge von Personen las, die aus der Kirche exkommuniziert wurden, stellte ich vergleichende Recherchen in externen, kirchenfreundlicheren Quellen an, die mir sehr viel bestätigten. Mir wurde plötzlich klar, dass das, was von Mitgliedern so häufig als „Anti-Mormonen-Literatur“ angeprangert wurde, in großen Teilen sehr authentische Informationen enthalten, wie die Kirche ja heute mehr und mehr auch offiziell zugibt.

Meine Reaktion

Ich war im ersten Moment entsetzt über die Informationen, die mir vorenthalten wurden. Weil wir in der Kirche so viel von Wahrheit und Gewissheit sprechen, glaubte ich, dass ich mein Leben lang die Wahrheit gelehrt bekommen hatte. Diese beinhaltete für mich jedoch auch Aspekte, die nicht so optimal oder sogar alles Andere als optimal verlaufen sind.

Dadurch, dass ich aber immer eine ziemlich „weißgewaschene“ Version der Kirchengeschichte belehrt bekommen hatte, brach für mich eine Welt zusammen. Warum wurde mir so viel an Information vorenthalten? Warum wurden problematische Aspekte so stark verschleiert? Ein riesiger Vertrauensverlust in unsere Kirchenführung war die Folge dieses Schocks. Sogar für mich sehr wertvolle Glaubensaspekte wie z.B. der Glaube an Gott und Jesus Christus drohten dabei zu zerbrechen.

Ich sehe die Verantwortung für den Vertrauensverlust jedoch überhaupt nicht bei den Autoren, die ich gelesen habe oder bei den Podcast-Sprechern, sondern bei der Kirchenführung, die mit dem Leitsatz der „Glaubensstärkung“ einen Kurs fährt, der für Authentizität-orientierte Menschen wie mich fatal war. Ich hätte glaube ich viel besser damit leben können, wenn Führer von Beginn an offener mit unserer problembeladenen Kirchengeschichte umgegangen wären, denn die Kirche an sich hat mir ja wie oben beschrieben auch viel Gutes gebracht.

Wie mein Umfeld reagierte

Meine resultierenden Fragen, Probleme und Zweifel führten zu verschiedenen Gesprächen, mit der Folge dass manche meiner früheren Kirchenfreunde den Kontakt mit mir abbrachen. Eine andere mir sehr nahestehende Person kommentierte meine Entwicklung folgendermaßen: „Es wurde ja vorhergesagt, dass in der letzten Zeit immer mehr Leute dem Satan folgen.“ Das war einer der schmerzhaftesten Momente in meinem Leben, das von einer so engen Verwandten gesagt zu bekommen.
Auch mein damaliger Bischof machte es – bei allem Respekt- nicht viel besser: anstatt auf meine aufrichtigen Bedenken und Zweifel einzugehen,  fragte er mich, ob ich noch die Gebote halten würde…nicht gerade hilfreich. Auch meinen Pfahlpräsidenten konsultierte ich, aber für mich war sein Umgang mit meiner Situation nicht zufriedenstellend. Mitgefühl für meine Situation oder ein Interesse für meine Erfahrungen war kaum wahrnehmbar. Ich spürte eher den Druck, dass ich mein „Zeugnis“ zurückerlangen und wieder der „Kirche“ gehorsam sein sollte.

Meine Familie reagierte auf meine Abkehr von der „orthodoxen“ Glaubensinterpretation teilweise verständnisvoll, teilweise schockiert. Manche HLT-Freunde und weitere lokale Mitglieder in Führungspositionen versuchten mir meine Zweifel auszureden. In der ersten Zeit waren Gespräche sehr schwierig denn ich war über vieles entrüstet.

Es ist bedauernswert, wenn Menschen aufgrund einer HLT-Glaubenskrise Ausgrenzung und Vorurteile und Leid erfahren. Eigentlich ist eine Krise ein Geschenk – eine Chance für nuancierte, vertiefte, gereifte Geistigkeit. Angesichts der von vielen Seiten bestätigten Widersprüchlichkeit unserer Kirchengeschichte sind Streits und Vorurteile unberechtigt.

Warum ich öffentlich über meine Erfahrungen spreche

Ich hätte gerne viel früher einen sensiblen Austausch mit anderen Betroffenen gehabt und wie diese ihre Fragen, Probleme und Zweifel verarbeiten – das hat mir sehr weitergeholfen. Ich suche somit Kontakt zu HLTs jeglichen Standes, mit denen ich offen und authentisch sein darf. Wenn sich durch meine Initiative neue Verbindungen und Freundschaften ergeben, dann freut mich das! Auch mit meinen bestehenden HLT-Freunden möchte ich weiter Gemeinschaft pflegen. Meine geänderte Sichtweise muss weiterer Freundschaften nicht im Wege stehen.

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Viktor V.
Viktor V.
5 Jahre her

WoW Guido, du hast mir die Augen geöffnet für deine jetzigen Ansichten und bin dankbar für deine Offenheit uns diese damit zu erklären, wie dein Lebensweg bis jetzt war. Ich kann dazu nur sagen und das fühle ich hier und jetzt von Herzen…Guido du bist nicht von dieser Welt, das meine ich zeitlich! Die Worte von Christus zu seinen Appsteln beschreiben dies sehr gut. (Joh. 17:14-17) Du magst zwar von anderen ‚gehasst‘ werden, weil du anders denkst, redest oder anders bist…aber ich bitte Gott auch darum, dass du vom Bösen bewahrst wirst! Womit ich meine, von bösen Anfeindungen, Verleumdung und Menschen die dir Schmerzen jeglicher Natur antun wollen, nur weil sie dir nicht zustimmen! Ja Guido, du bist nicht von dieser Zeit, ja bist uns vorraus und deshalb mögest du deinen Frieden in der Wahrheit finden, wo auch immer sie zu finden ist! „14 Ich habe ihnen dein Wort gegeben und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, wie auch ich nicht von der Welt bin. 15 Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst. 16 Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. 17 Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit.“ Johannes 17:14-17 PS: Jetzt verstehe ich auch, mit deinen Beispielen, wieso du zu unterschiedlichen Meinungen gekommen bist. Ganz ehrlich, bei solchen Situationen wie mit den Kindern am Zaun, wäre ich auch unruhig geworden. Und bei… Weiterlesen »

Alexandra
Alexandra
5 Jahre her

Guido…. Lass dich einfach nur umarmen!!! – Bleib weiterhin dem Herrn treu und suche sein Angesicht. …Er ist unser Erloeser und ich finde es toll, dass du im Asylarbeitskreis taetig bist. Ich habe auch mit ihnen gearbeitet und Kinder unterrichtet, bevor ich zu krank wurde. Ich habe meine Aufgabe geliebt und werde es wieder tun, wenn es mir besser geht. 🙂
Das erste Gebot ist Liebe und Gehorsam nur Gott gegenueber, aber nicht Menschen gegenueber. Das wird oft verwechselt, leider.
Du bist in deiner persoenlichen Entwicklung auf dem richtigen Weg,von dem was ich gelesen habe. Dein Herz ist auf dem rechten Fleck. 🙂 – Angst kommt nicht vom Herrn. Er moechte, dass wir authentisch sind. …Der Herr verdammt keinen, der fuer ihn ist und der versucht ein besserer Mensch zu werden, ihm aehnlich und der nach Licht und Erkenntnis strebt. <3
Ich denke der Herr wird dich weiterhin fuehren auf deinem Lebensweg. 🙂

Daniel Willis
Daniel Willis
5 Jahre her

Guido es ist eine Weile gewesen seit dem letzen mal dass ich dich gesehen habe. Obwohl ich nach Deustchland zuruckkehren wollte, habe ich es noch nicht geschaffen. Es ist besonders schwer, wenn Mann Zahnartztmedizin studiert…dann hat Mann uberhaupt KEIN Geld irgendwo fliegen zu koennen!
Ich kennte dich als ich auf Mission war und obwohl ich viel sagen will und Viele Fragen auch dazu habe, brauche ich dir nur das folgendes sagen: ich habe dich Lieb. Es ist mir egal was du entscheidest, bei mir bist du immer meinen Brueder im Herrn. Ich wuensche nur dass diejenige, die dir nicht zuhoeren wollte, dir frueher eigentlich zuhoreen haetten.
I also wish that my phone would stop autocorrecting every German word I type in here!
Wishing you all the best buddy. Take care!

Adelheid Schnell
Adelheid Schnell
5 Jahre her

In Deiner Geschichte ist dasgleiche geschehen wie in der meinen: Deine Augen wurden geöffnet und das tut der Herr selbst. Ich habe das Gefühl, dass ER uns dahin führt. Wir dürfen mehr sehen und verstehen und dies bedeutet gleichzeitig auch eine Befreiung. Die Frage ist nun nur: Wozu und wie nutze ich diese neue Freiheit? Um meine Geschichte besser verarbeiten zu können, habe ich ein ganzes Buch geschrieben mit dem Titel „Früchte seiner Liebe hervorbringen …“ und dem Untertitel „Selbständigkeit und Freiheit gewinnen“. Was Du nun tust, dass Du keine Angst vor Exkommunikation hast und Deinen Mund trotzdem auftust, finde ich gut. Mit meinem Buch hatte ich bereits meinen Mund aufgetan und landete vor einem Disziplinarverfahren, das allerdings feststellen mußte, dass ich nicht abgefallen bin. Nun habe ich einmal scherzhaft gesagt, dass Gott mich schon von einem Waal verschlucken lassen muss wie Jona, wenn ich wieder meinen Mund auftun soll.
Ich wünsche Dir viel Erfolg bei Seinem Tun! Und ich freue mich weiterhin auf Austausche auf Deiner openfaith-Seite

Eckhard Hensel
Eckhard Hensel
7 Monate her

Deine Geschichte ist interessant. Für mich ist ein Fazit daraus: Die Kirche und das wiederhergestellte Evangelium sind wahr, aber es menschelt eben auch manchmal sehr darin. Und noch ein Gedanke: ich glaube einem Russell Nelson mehr als einem John Dehlin. Ich bin übrigens der Großonkel von Jonas Jödicke.