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Tod eines Elternteils: Umgang mit trauernden Kindern im religiösen Kontext

Aus der Community

Bildquelle: trauerportal.ch

Nachfolgend ein anonymer Beitrag, den ich an die Community weitergeben darf. Vielleicht sollte man (auch) als religiöser Mensch ein wenig darüber nachdenken, was man einem Kind sagt, wenn ein Elternteil stirbt…

ZITAT:
Ich habe viele Jahre in Therapie verbracht, unter anderem weil mir gesagt wurde, dass ‚Gott ihn mehr braucht‘, nachdem mein Vater starb, als ich 6 Jahre alt war. Als Kind dachte ich immer wieder: ‚Habe ich nicht gezeigt, dass ich meinen Papi brauche?‘ Dazu wurde mir gesagt, dass mein Papa nicht in den Himmel kommen kann, bis ich aufhöre zu weinen. Das ist echt verkorkst!!

Bitte nicht wie so oft als Angriff verstehen auf Dich persönlich oder den Glauben der Dir heilig ist, sondern als Versuch, mal eine andere Perspektive aufzuzeigen und Aufmerksamkeit zu schaffen, denn ich muss sagen auch ich habe den ersten Satz das ein oder andere Mal im Kirchenkontext gehört, ohne viel weiter darüber nachzudenken. Vielleicht macht man sich nicht so viele Gedanken, wie das auf Kinder wirken kann?

„Vielleicht ist meine Vorstellung in vielen Dingen dann einfach nicht kirchenkompatibel und ich erwarte zuviel“

Ein Erfahrungsbericht von Gwen

Bildquelle: tinybuddha.com

Jahrelang habe ich geglaubt, dass mit mir etwas nicht in Ordnung ist. Jahrelang habe ich mich gefragt, ob ich es bin, die etwas falsch macht. Seit drei Jahren „darf“ ich mir das Prädikat „Witwe“ and die Brust heften, nichts was man gerne will, aber das Leben hat es so entschieden. Ich habe nie ein Geheimnis darum gemacht, warum das so ist. Ich war von 2017 bis 2020 relativ inaktiv in der Kirche. Denn 2017 erlitt mein Partner ein schweres Schädel-Hirn-Trauma. Eine Hirnblutung, die ihm fast das Leben gekostet hätte und die ihn, nach Klinik und Reha, pflegebedürftig zurück ließ. Auch wenn er körperlich wieder relativ hergestellt wurde, so blieb doch eine kognitive Einschränkung, die es schwierig machte ihn auch nur wenige Stunden allein zu lassen. Eine „aktive Teilnahme“ am Kirchenleben war so nicht möglich. Seine Betreuung hat mich, aller Professionalität zum Trotz, an meine psychischen Grenzen gebracht. 2019 kam dann der Suizid und ich bin kollabiert.

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